Dokumentation und Beschreibung des pfälzischen Sprachinseldialekts am Niederrhein
Januar-September 2008
Antrag
1. Stand der Forschung
Die
aktuelle Situation des Sprachinseldialekts in Pfalzdorf, Louisendorf
und Neulouisendorf ist eng verknüpft mit der Siedlungsgeschichte dieser
pfälzischen Kolonie am Niederrhein. Um 1685 betrat mit Kurfürst Philipp
Wilhelm I. ein Katholik den Thron der verarmten Pfalz. Mit ihm und
seinen Nachfolgern entfachten Streitigkeiten zwischen Evangelischen und
Katholiken und spitzten sich zum so genannten „kirchlichen Terrorismus“
(1697-1705) zu. Die Lebensbedingungen verschlimmerten sich vor allem
für Evangelische so sehr, dass eine regelrechte Auswanderungsflut
einsetzte, die die pfälzischen Emigranten nach Osteuropa, Südamerika
und vor allem nach Amerika führte. Die bevorzugte Route leitete diese
Auswanderer dabei zum Rotterdamer Hafen, von wo aus sie an die
amerikanische Ostküste überschifften. Um 1741 machte sich auch eine
Auswanderergruppe aus der Kurpfalz auf den Weg nach Rotterdam. Da die
Auswanderungsflut inzwischen auch für die niederländischen Behörden ein
Problem geworden war, verlangten sie vor der Einreise am
niederrheinischen Grenzort Schenkenschanz einen gültigen
Überfahrtskontrakt. Für die kleine Gruppe kurpfälzischer Auswanderer
stellte diese Gegebenheit eine unüberwindbare Hürde dar: da sie keinen
gültigen Überfahrtskontrakt vorzeigen konnten, ließen die Niederländer
sie nicht einwandern. Von den preußischen Behörden in Kleve wurde ihnen
ein Teil der Gocher Heide überlassen, wo sie sich schließlich im
heutigen Pfalzdorf ansiedelten. Um auch den später zugezogenen Familien
genügend Wohnraum zu bieten, wurden dann ab 1820 bzw. 1827 die
neugegründeten Töchterdörfer Louisendorf und Neulouisendorf besiedelt
(vgl. Böhmer 1909: 6ff., Schütz 1990, Honnen & Forstreuter 1994:
27ff.).
Der traditionellen Dialektgeographie ist die pfälzische
Sprachinsel am Niederrhein bestens bekannt. So lässt sich dieser
rheinfränkische Dialekt auf den Karten des Deutschen Sprachatlas von
Georg Wenker schnell identifizieren. Um nur eines von zahlreichen
Beispielen zu nennen, zeigen die Karten 433 und 434 des Atlas ein
kleines Areal bei der Stadt Kalkar, in dem statt des niederfränkischen
betje die Form bißche belegt ist (Schmidt & Herrgen (Hg.) 2001
2005, s. auch Hanenberg 1915 und Goossens 1994). Darüber hinaus leistet
Böhmer (1909) eine detaillierte dialektgeographische Studie zu diesem
Dialekt und bestimmt, auch aufgrund einer umfassende Aufarbeitung der
Siedlungsgeschichte der Kolonie, den Heimatdialekt der Pfälzer am
Niederrhein. In seiner Lautlehre behandelt Böhmer den Vokalismus und
Konsonantismus der Mundart und liefert in seinen Beispielen außerdem
Hinweise auf einzelne Aspekte der Morphologie, wie z.B. dem
Vokalwechsel in der 2. und 3. Person Singular Präsens, vgl. fingscht
(fängst) und fingt (fängt). Auf der Basis dieser Daten liefert die
dialektgeographische Statistik den Beweis, dass die Dialekte von
Simmern und Kreuznach als Heimatdialekte anzusehen sind. Bei den
Aspekten der Phonologie, bei denen die Dialekte von Simmern und
Kreuznach auseinander gehen, fand in der Kolonie ein Ausgleich statt,
in den meisten Fällen zugunsten der Form des Kreuznacher Dialekts.
Diese
Einordnung deckt sich größtenteils mit der ausführlicheren
dialektgeographischen Untersuchung von Veith (1969). Auf der Grundlage
der oben genannten Daten des Deutschen Sprachatlas grenzt er näher den
rheinfränkischen Dialekt der Stadt Kreuznach als Ursprung des
Sprachinseldialekts ein. Eine Bündelung der Dialektmerkmale, die den
pfälzischen Dialekt am Niederrhein charakterisieren, finden sich
demnach nur in diesem eng umgrenzten Gebiet der Pfalz. In der
Phonologie sind das z.B. der verschobene finale Konsonant [s] in das
neben dem unverschobenen [p] in Appel, die Konsonantenverbindung in
fescht, der Rhotazismus in Brurer, und der Vokalismus in ich und zwää.
In der Morphologie deuten u.a. die Infinitivendung e und endlungslose
Partizipien wie gebroch auf den Dialekt von Kreuznach. Schließlich wird
dieser Befund auch durch Evidenzen aus dem Wortschatz bestätigt, z.B.
in den Lexemen Märe, Hinkel und Hüwwel (s. auch Fiedler 1986 für eine
interdisziplinäre Studie zur Frage der Herkunft der Siedler).
Die
letzte sprachwissenschaftliche Beschäftigung mit dem pfälzischen
Dialekt am Niederrhein erfolgte im Rahmen einer gezielten Dokumentation
von Sprachinseln im Rheinland durch das Amt für rheinische Landeskunde
Bonn des Landschaftsverband Rheinland (Honnen & Forstreuter 1994).
Bei dieser Dokumentation des Dialekts wurden Sprachproben in Form von
22 narrativen Texten von insgesamt elf Sprechern erhoben, in der
Rheinischen Dokumenta transkribiert und mit Begleit-CD veröffentlicht.
Die Gewährspersonen, die sich für diese Sprachaufnahmen zur Verfügung
stellten, sind zwischen 1915 und 1966 geboren. Da neun der elf
Gewährspersonen vor 1945 geboren sind, dokumentiert diese Datensammlung
das sprachliche Verhalten der älteren Generationen in den Dörfern.
Neben einer kurzen dialektologischen Einordnung des Dialekts enthält
diese Publikation auch die aufschlussreichen Ergebnisse einer
soziolinguistischen Fragebogenuntersuchung zum Sprachgebrauch in der
Kolonie. Im Bezug auf Dialektkompetenz und Dialektgebrauch machen dabei
die Gewährspersonen die folgenden Angaben. 40 der befragten 63
Gewährspersonen verfügen noch über aktive Pfälzischkompetenz, 13
beherrschen den pfälzischen als auch den niederfränkischen Dialekt.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Altersgruppen lässt sich
jedoch feststellen, dass die Dialektkompetenz in den jüngeren
Generationen stetig abnimmt: in der Altersgruppe ab 60 Jahren sind es
18, in der mittleren Generation ab 36 bis 59 Jahren nur noch 14 und in
der jüngsten Generation ab 22 bis 35 Jahren schließlich nur noch 8
Gewährspersonen, die sich als kompetente Sprecher einstufen. Neben
diesem Rückgang der Dialektkompetenz lässt sich auch ein ähnlicher
Trend beim Dialektgebrauch beobachten. Hierbei gaben 33 Informanten an,
am häufigsten die Hochsprache zu gebrauchen, während 25 Vertreter der
älteren bzw. mittleren Generation den pfälzischen Dialekt als ihre
Hauptvarietät ansehen. Die jüngere Generation räumt mehrheitlich der
Hochsprache den Vorrang ein. Dieser Befund des Dialektrückgangs wird
weiter durch die Angaben zum situativen Sprachgebrauch gestützt. Die
ältere Generation wechselt nur in öffentlichen Situationen außerhalb
der Dörfer oder bei fehlender Dialektkompetenz des Gesprächspartners in
die Standardsprache. In der jüngsten Altersgruppe hat allerdings die
Standardsprache bereits die Funktion einer Muttersprache übernommen und
wird dementsprechend in allen Situationen eingesetzt. Bei dieser
Sprechergruppe stellt der Dialekt höchstens eine adressatenbezogene
Varietät dar, die in privaten, meist familiärer Domänen genutzt wird
(siehe Honnen & Forstreuter 1994: 30ff. für Details). Obwohl sich
das Pfälzische nun bereits 260 Jahre in seiner Insularität am
Niederrhein behaupten konnte, ist die aktuelle soziolinguistische
Situation durch einen starken Dialektrückgang gekennzeichnet, der zwar
noch nicht so weit fortgeschritten ist wie bei anderen Dialekten im
Rheinland, aber dennoch den Erwerb des pfälzischen Dialekts als
Muttersprache gefährdet (s. auch Beeker 1995, Imig 1995, Schiering
2004a, b, 2005b, und Lange 2005). An die Stelle des immer weiter zurück
gedrängten Dialekts tritt dabei, wie in anderen deutschen
Dialektgebieten auch, das Hochdeutsche (s. Ammon 2003 und Auer 2005 für
Typen des Verhältnisses Dialekt-Standard).
Obwohl die pfälzische
Sprachinsel am Niederrhein nun bereits seit knapp einem Jahrhundert
regelmäßig sprachwissenschaftlich untersucht wird, ist relativ wenig
über die grammatische Struktur des Dialekts bekannt. Neben den
einschlägigen dialektgeographisch relevanten Merkmalen im
Konsonantismus, im Vokalismus und in der Morphologie liegt bis dato für
keinen Kernbereich der Grammatik eine ausführliche moderne Beschreibung
vor. Aus diesem Grund sind auch nur wenig Aussagen über die Entwicklung
des Dialekts in den letzten Jahrhunderten möglich. Zwar hat sich der
Dialekt in seiner Insularität gegenüber den benachbarten
niederfränkischen Dialekten behaupten können. Dennoch sind im Laufe
einer Jahrhunderte andauernden Diglossie Pfälzisch-Niederfränkisch
Merkmale der umliegenden niederrheinischen Dialekte eingeflossen. So
lassen sich z.B. niederrheinische Einflüsse in der Verbalmorphologie
finden, wie gung (hdt. ging). Ebenso kann der Gebrauch von unbestimmten
Artikel und Possessivpronomina auf einen solchen Einfluss zurück
geführt werden, wie z.B. in ne alte Goot, ne große Krach und sein Fraa,
seine Mann und seinem Haus. Schließlich finden sich auch in der Lexik
eine Fülle von niederfränkischen Lexemen: gau (schnell, flink), Goot
(Kate, kleines Gehöft), Rudde (Fensterscheiben, Rauten) (s. Böhmer
1909: 87, Veith 1969: 73 und Post 1992: 33, für eine Auflistung solcher
Merkmale und zusammenfassend Schiering 2007).
Eine weitere Lücke im
Datenmaterial und in den verfügbaren Analysen ergibt sich aus der oben
geschilderten soziolinguistischen Situation. Eine Frage, die sich vor
dem Hintergrund des Dialektschwundes stellt ist die, welche
Konsequenzen der Dialektrückgang für den Dialekt der jüngeren
Generationen hat. Neben der Beseitigung primärer Dialektmerkmale, wie
Veith (1969: 76) spekuliert, ist auch die Übergeneralisierung solcher
Merkmale bei gleichzeitiger Umfunktionierung als soziale Marker
denkbar. Um solche Fragen adäquat untersuchen zu können, müsste die
bereits vorhandene Dokumentation durch Sprachproben der jüngeren
Generationen erweitert werden. Sobald eine umfassende grammatische
Beschreibung des Dialekts vorliegt, könnte mit solchem Material dann
z.B. der Status der einzelnen Dialektmerkmale über die verschiedenen
Sprechergenerationen gezielt verfolgt werden.
Trotz der fundierten
Vorarbeiten erfüllt weder das veröffentlichte Datenmaterial noch die
geleistete grammatische Analyse den Ansprüchen vergleichender
dialektologischer oder allgemeinsprachwissenschaftlicher Forschung. Das
hier beantragte Forschungsprojekt zielt deshalb auf eine Erweiterung
des bestehenden Datenkorpus im Sinne einer repräsentativen
Dokumentation und auf eine grammatische Beschreibung des Dialekts in
Phonologie, Morphologie und Syntax.
2. Eigene Vorarbeiten
Der
Antragsteller hat im Rahmen seines Studiums eine fundierte
sprachtypologische Ausbildung genossen, die als einen Schwerpunkt
Sprachdokumentation und Sprachbeschreibung beinhaltete. Die so
erlernten Fähigkeiten wendet er seit dem bei seiner dokumentarischen
and deskriptiven Arbeit zur regionalen Umgangssprache des Ruhrgebiets,
dem Ruhrdeutschen, an (Schiering 2002, Schiering 2005a, Kabak &
Schiering 2006, Schiering, eingereicht).
An die oben
zusammengefasste Arbeit anschließend, hat der Antragsteller Ende 2002
mit seiner Erforschung des pfälzischen Sprachinseldialekts begonnen.
Nach der Sichtung der relevanten Literatur wurde Kontakt zur
Sprachgemeinschaft aufgenommen, die durch den Pfälzerbund am
Niederrhein e.V. organisiert ist. Durch ein Stipendium der Gesellschaft
für Bedrohte Sprachen e.V. in Köln unterstützt konnte im Sommer 2003
eine erste, explorative Feldforschung unternommen werden. In diesem
Rahmen konnten Sprachproben von insgesamt 22 Gewährspersonen erhoben
werden, die die bereits vorhandene Dokumentation sinnvoll erweitern.
Unter den Gewährspersonen besteht mit 10 Frauen und 12 Männer ein
annäherndes Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Des Weiteren sind
drei Generationen vertreten, wobei die älteste Sprecherin im Jahre 1925
und die jüngste Sprecherin im Jahre 1978 geboren wurde. Das hierbei
gesammelte Datenmaterial umfasst freie, geplante und vorgelesene
Erzählungen, Gespräche und abgefragte Wortlisten. Für jede
Gewährsperson wurden mithilfe eines soziolinguistischen Fragebogens
demographische und biographische Angaben erfasst. Über den Hintergrund
und die Durchführung der Feldforschung wurde an verschiedenen Stellen
berichtet (Schiering 2004a, b). Die Aufnahmen werden momentan mit
Unterstützung der Sprachgemeinschaft transkribiert. Bei regelmäßigen
Reisen in die Kolonie werden unklare Passagen in den Transkriptionen
mit den Gewährspersonen korrigiert und außerdem gezielte Informationen,
wie z.B. Verbalparadigmen, elizitiert.
Dieses bei der Feldforschung
erhobene Datenmaterial wird ergänzt durch ein Korpus geschriebener
Mundarttexte des Mundartdichters Jakob Imig. Zur Erleichterung der
Arbeit mit diesen Texten wurden die in Buchform erschienenen Texte
(Imig 1966, 1980) in elektronische Form überführt. Die vom
Mundartdichter vorgenommene Verschriftung des Dialekts ermöglicht
hierbei Rückschlüsse auf die Lautstruktur des Dialekts und liefert
außerdem Belege in einem geschriebenen Textgenre (s. Schiering 2005b).
In Bezug auf die Verwertung der erhobenen Dialekttexte durch die
Sprachgemeinschaft, z.B. in Form von Textsammlungen, ist die Übernahme
und Verbesserung der von Imig eingeführten Orthographie von großer
Bedeutung. Entsprechend werden seit Beginn der Feldarbeit des
Antragstellers Probleme bei der Verschriftung des Dialekts unter
Einbeziehung der Muttersprachler diskutiert.
Aktuell ist der
Antragsteller mit der Transkription der bisher erhobenen Sprachproben
beschäftigt. Diese Arbeit wird tatkräftig von ehrenamtlichen
Mitarbeitern in der Sprachgemeinschaft unterstützt. Zum Zeitpunkt der
Antragstellung ist rund ein Drittel der Aufnahmen transkribiert.
Darüber hinaus wurde bereits mit der phonologischen und morphologischen
Analyse der Daten begonnen (s. Ausführungen auf S. 8-9). In zwei
Vorträgen konnten diese ersten Beobachtungen und Analysen ausgesuchter
Dialektmerkmale bereits vor Fachkollegen zur Diskussion gestellt werden
(s. auch Schiering 2007).
3. Ziele und Arbeitsprogramm
3.1 Ziele
Das
hier beantragte Forschungsprojekt soll im Wesentlichen die bereits vom
Antragsteller begonnene Dokumentation und grammatische Beschreibung des
pfälzischen Sprachinseldialekts am Niederrhein fortsetzen. Dabei ist
das Arbeitsprogramm auf das Erreichen zweier Ziele zugeschnitten.
Erstens soll die durch Honnen & Forstreuter (1994) und Schiering
(2004a, b) geleistete Dokumentation durch eine gezielte Erhebung von
Sprachproben aus jüngeren Generationen erweitert werden, bei der ein
Hauptaugenmerk auf der Erfassung verschiedener Textgenres liegt. Im
Vordergrund steht hier jedoch die Transkription und Aufbereitung des
bereits vorhandenen Datenmaterials und die Veröffentlichung des
Datenkorpus. Zweitens soll das verfügbare Datenmaterial in Form einer
grammatischen Beschreibung ausgewertet werden, in der besonders die für
den dialektologischen Vergleich relevanten Aspekte der Sprachstruktur
beleuchtet werden. Das Ziel dieser Arbeit besteht entsprechend in der
Vorbereitung der Publikation einer Dialektgrammatik. Die Hintergründe
für diese Arbeitsziele werden im Folgenden erläutert.
Im Rahmen der
Dokumentationslinguistik sind wiederholt Aufgaben und Herausforderungen
diskutiert worden, die sich aus der Problematik des Sprachensterbens
ergeben. Wenn es unklar ist, wie lange kompetente Sprecher der
sprachwissenschaftlichen Forschung noch als Gewährspersonen zur
Verfügung stehen können, bemisst sich die Adäquatheit einer
Sprachbeschreibung an ihrem langfristigen Gebrauchswert. Vor diesem
Hintergrund sollte die Dokumentation und Beschreibung des
Sprachgebrauchs in einer Sprachgemeinschaft und nicht die Beschreibung
des Sprachsystems im Zentrum stehen. Bei einer solchen Auffassung von
Sprachdokumentation müssen neben linguistischen auch sozio- und
ethnolinguistische Theorien in die Methodologie eingehen (s. Himmelmann
1996, 1998).
Für die pfälzische Sprachinsel liegt bis dato keine
Dokumentation vor, die den oben zusammengefassten Ansprüchen genügt.
Ein wesentliches Problem betrifft dabei die Unausgewogenheit in Bezug
auf die soziolinguistische Variable des Alters. Von den insgesamt 11
Sprechern, deren Sprachverwendung bei Honnen & Forstreuter (1994)
erfasst ist, sind 9 1945 oder früher geboren. Bei den Erhebungen des
Antragstellers sind 18 der 22 Gewährsleute vor 1945 geboren. Eine
wesentliche Lücke im aktuellen Dokumentationsstand stellt somit der
Dialektgebrauch der jüngeren Altersgruppen dar, der in einer
repräsentativen Dokumentation berücksichtigt werden muss. Die
Notwendigkeit, diese Lücke zu schließen, ergibt sich insbesondere auch
aus den unterschiedlichen Graden an Kompetenz und der ungleichen
Verteilung des Dialekts über private und öffentliche Domänen in den
verschiedenen Generationen. In diesem Zusammenhang berücksichtigt das
Dokumentationsvorhaben Erkenntnisse der Sozio-Dialektologie, wie seit
Ende der 1960er Jahre erarbeitet worden sind (s. z.B. Veith 2002).
Ein
weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass bisher im
Wesentlichen narrative Texte erhoben wurden. Vor dem Hintergrund
ethnolinguistischer Theorien zur Ethnographie des Sprechens stellen
monologische Narrative jedoch nur einen Typ möglicher Sprechereignisse
dar. In seiner Typologie solcher Sprechereignisse nennt Himmelmann
(1998: 180) fünf Grundtypen, die sich mithilfe des Parameters
Spontaneität anordnen lassen. Am spontansten sind dabei Exklamative,
wie z.B. ein ‚Aua’ oder ein ‚Feuer!’ als ungeplante Reaktionen auf
Schmerz und Gefahr. Weniger spontan sind Direktive, wie z.B. die
Äußerung ‚Skalpell’ mit der ein Chirurg um ein Skalpell bittet, oder
Begrüßungen und Small Talk. Hier schließt sich die Gruppe der
Konversationen an, die neben dem freien Gespräch auch Diskussionen und
Interviews umfasst. Als weniger spontan können Monologe gelten, also
Erzählungen, Beschreibungen, Reden und formale Ansprachen, die vom
Sprecher geplant werden und somit vorstrukturiert sind. Am wenigsten
spontan sind schließlich Rituale, wie z.B. die Litanei, deren Ablauf
strikt vorgegeben ist. Eine repräsentative Dokumentation des
pfälzischen Dialekts sollte die Verteilung des Dialekts über die
verschiedenen Typen von Sprechereignissen berücksichtigen. Die Relevanz
einer solchen Erweiterung des Datenmaterials ergibt sich wiederum aus
den gemachten Beobachtungen zum Dialektgebrauch in den verschiedenen
Generationen. Wenn der Dialekt nicht mehr als Muttersprache der
jüngeren Altersgruppe angesehen werden kann, ist zu erwarten, dass bei
spontanen Sprechereignissen der Standard gebraucht wird.
Dialektgebrauch kann bei dieser Sprechergruppe nur bei geplanten
Sprechereignissen erwartet werden, wie z.B. dem öffentlichen Vortrag
von Mundartgedichten und im Kontext des Mundarttheaters. In dieser
Hinsicht ordnet sich die angestrebte Dokumentationsarbeit in die
Tradition dialektologischer Arbeiten ein, die neben den soziologischen
Faktoren des Sprachgebrauchs auch die situativen Aspekte
berücksichtigen (s. z.B. Schwitalla 1995 zum Mannheimischen).
Neben
der Erweiterung der Dokumentation will das hier beantragte Projekt auch
eine erste grammatische Beschreibung des Sprachinseldialekts
erarbeiten. Wie oben bereits geschildert, liegt bis jetzt noch für
keinen Kernbereich der Grammatik eine moderne Beschreibung vor.
Lediglich die für die Dialektgeographie relevanten Merkmale in
Phonologie, Morphologie und Lexik können als bekannt gelten. Selbst
diese Informationen sind bisher allerdings nicht in einer
systematischen Beschreibung zugänglich. Die Tatsache, dass der
ursprüngliche Dialekt der Sprachinsel keine vorderen, gerundeten Vokale
/ü, ö/ kannte, lässt sich nur nach Durchsicht aller Belegformen in
Böhmers (1909) Lautlehre erschließen. Zudem müssen wir davon ausgehen,
dass der heutige Dialekt bereits einige der primären Merkmale eingebüßt
hat. In Bezug auf die oben genannten Vokale finden sich einige Belege
dieser Vokale in den Formen, die bei Imig (1995) diskutiert werden, so
z.B. büße (früher bieße) und trööschte (früher treeschte). Ähnliche
Entwicklungen können auch im Rahmen der Verbalmorphologie genannt
werden. Aus den Belegen bei Böhmer (1909) kann man schließen, dass die
Endung des Partizip Perfekts bei starken Verben geschwunden ist, z.B.
in gebroch. Im heutigen Dialekt lassen sich endungslose
Perfektpartizipien allerdings auch bei Verben wie gemacht finden:
dokumentiert Böhmer noch die Form gemacht, ist die heutige Form gemach
(Imig 1995). Um ein genaues Bild der Verhältnisse und somit eine
adäquate Beschreibung des Dialekts zu bekommen müssen die verbalen
Flexionsklassen des heutigen Dialekts neu bestimmt werden und die
einzelnen Verblexeme in diese Klassen eingeordnet werden. In Bezug auf
die Syntax des Dialekts liegen schließlich weder erste Beobachtungen
noch verallgemeinerbare Beschreibungen vor.
3.2 Arbeitsprogramm
Für
die beantragte Förderperiode von 12 Monaten sind verschiedene
Arbeitsschritte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
geplant und zwei Feldforschungsaufenthalte in den pfälzischen Dörfern.
Es folgt eine detaillierte Darstellung der geplanten Projektarbeit
innerhalb des Antragszeitraums.
Dem Projekt steht bereits zu Beginn
des Antragszeitraumes ein umfassendes Datenmaterial aus der
Feldforschung des Antragstellers im Sommer 2003 und aus dem Archiv des
Amt für rheinische Landeskunde Bonn zur Verfügung (s. S. 12).
Entsprechend kann bereits im Januar 2008, nach der Einrichtung des
Projekts an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, mit der
Aufbereitung von linguistischen Rohdaten begonnen werden. Mithilfe
einiger ehrenamtlicher Mitarbeiter aus der Sprachgemeinschaft werden
die Sprachproben zunächst orthographisch transkribiert. Diese Arbeit
ist bei Antragstellung bereits begonnen. Die orthographische
Transkription ist im Hinblick auf die Verwertung der Texte durch die
Sprachgemeinschaft wichtig, der es ein Anliegen ist, die Geschichten,
die das Leben in den Dörfern behandeln, auch als Textsammlungen zu
veröffentlichen. Für morphologische und syntaktische Analysen reicht
die orthographische Transkription aus, für phonetische und
phonologische Analysen werden gezielt ausgesuchte Ausschnitte vom
Antragsteller phonetisch transkribiert.
Parallel zur Aufbereitung
der Rohdaten kann schon in der ersten Phase mit der Arbeit an der
grammatischen Beschreibung begonnen werden. Hier sind besonders die
elizitierten Wortlisten zu berücksichtigen, auf deren Grundlage erste
phonetisch-phonologische Analysen durchgeführt werden können. Mit
Böhmers (1909) Lautlehre liegt bereits eine phonologische Beschreibung
vor, deren aktuelle Gültigkeit es zu überprüfen gilt. Dieser
Arbeitsschritt bietet sich zu diesem Zeitpunkt deshalb besonders an,
weil bei dieser Analyse bereits Problemfälle für die phonetische
Transkription geklärt werden können. Die Untersuchung suprasegmenteller
Merkmale (z.B. Wortbetonung und Intonation) wird dabei durch rezente
Studien zur Prosodie in anderen deutschen Varietäten geleitet.
Im
März 2008 ist eine kurze Informationsreise zur Jahreshauptversammlung
des Pfälzerbundes am Niederrhein e.V. geplant. Dieser Besuch dient
insbesondere der Koordination der Transkriptionsarbeit der
ehrenamtlichen Mitarbeiter und der konkreten Planung einer Textsammlung
durch den Pfälzerbund am Niederrhein e.V. In den vergangenen Jahren
haben sich solche Kurzbesuche zudem als gute Möglichkeit bewährt,
kürzere Elizitierungen durchzuführen. Zu dieser Phase der grammatischen
Analyse wird die Informantenarbeit hauptsächlich Fragen zur
Phonetik/Phonologie und der Entwicklung der Orthographie betreffen.
Dem
Kurzbesuch der Sprachgemeinschaft im März 2008 folgt eine fünfmonatige
universitäre Arbeitsphase vom April bis zum September 2008. In diesem
Zeitraum wird zum einen die Transkription des vorhandenen
Datenmaterials fortgesetzt. Hierbei gilt es vor allem kritische
Textstellen auszuwählen, deren Transkription mithilfe der
Gewährspersonen überarbeitet werden kann. Ebenso kann in dieser Phase
das Material in Bezug auf Lücken bei der Abdeckung verschiedener
Textgenres gesichtet werden. Zum anderen soll in dieser Phase die
grammatische Beschreibung vorangetrieben und ausgeweitet werden.
Zunächst werden die während der Informationsreise durchgeführten
Kurzelizitierungen ausgewertet, dann sollen ausgewählte Aspekte der
Morphologie und Syntax näher beleuchtet werden. Anders als in
Phonologie kann in diesen Bereichen nicht auf publizierte Vorarbeiten
zum Sprachinseldialekt zurückgegriffen werden. Aus diesem Umstand
ergibt sich die Notwendigkeit, Beschreibungen verwandter pfälzischer
Dialekte bzw. der niederfränkischen Kontaktvarietät als Anhaltspunkte
zu nehmen. Die Phase universitärer Arbeit dient auch der Vorbereitung
des vierwöchigen Feldforschungsaufenthaltes im September 2008. Hierbei
gilt es Sprecherakquise zu betreiben, z.B. in Bezug auf die Familie,
bei der die teilnehmende Beobachtung stattfinden soll (s. unten),
kritische Transkripte auszuwählen, und Elizitierungen zu Morphologie
und Syntax vorzubereiten. Letzteres setzt voraus, dass Hypothesen über
die grammatische Struktur des Dialekts formuliert werden, und dass
relevante Formen und Konstruktionen in Fragebögen zusammengestellt
werden.
Zentral für den Feldforschungsaufenthalt im September 2008
ist die teilnehmende Beobachtung, die der Antragsteller bei einer
ausgesuchten pfälzischen Familie anstellen wird. Hierbei geht es zum
einen darum, für verschiedene Sprechergruppen eine Ethnographie des
Sprechens zu entwickeln, die beschreibt, bei welchen Sprechereignissen
der Dialekt von Sprechern verschiedener Altersgruppen verwendet wird.
Parallel können hierbei Dialektsprecher trainiert werden, ihr eigenes
Sprachverhalten in Form von Dialekttagebüchern zu beobachten und zu
dokumentieren. Steht eine Taxonomie für den Dialektgebrauch bei
unterschiedlichen Sprechereignissen zur Verfügung, werden gezielt
Sprachproben in diesen Situationen erhoben. Hier soll neben klassischen
Tonaufnahmen auch Videoaufzeichnungen von relevanten Ereignissen, z.B.
Aufführungen des Mundarttheaters, gemacht werden. Da unter Umständen
die Anwesenheit eines Interviewers die Authentizität der Aufnahme
beeinträchtigt, werden gezielt Dialektsprecher ausgebildet,
wissenschaftlich verwertbare Sprachaufnahmen selbst zu erstellen.
Insgesamt zielt dieser Feldforschungsaufenthalt auf die
Vervollständigung des Datenmaterials für eine repräsentative
Dokumentation des Dialekts. Jedoch soll die Zeit in der
Sprachgemeinschaft auch genutzt werden, um kritische Stellen in den
Transkriptionen mit den Muttersprachlern zu überarbeiten und gezielt
grammatische Informationen zu elizitieren.
In der dritten
universitären Arbeitsphase vom Oktober bis zum Dezember 2008 kann die
Transkription des Datenkorpus abgeschlossen werden. Die Erkenntnisse
aus der Informantenbefragung während der Feldforschung gehen dann in
die Fortsetzung der grammatischen Analyse des Dialekts ein. Ein
besonderes Augenmerk liegt in dieser Phase auf der effizienten
Aufarbeitung und Veröffentlichung des nun zu Verfügung stehenden
Datenmaterials. Auf einer CD-Rom sollen die entsprechende Ton- und
Videoaufnahmen nebst Transkriptionen in Gänze enthalten sein, auf einer
Internetseite werden repräsentative Ausschnitte der Dokumentation einer
breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In diese Dokumentation
wird auch eine kurze sozio- und ethnolinguistische Charakterisierung
der Sprachgemeinschaft eingehen.
Die bereits über mehrere Jahre
andauernde, begleitende deskriptive Arbeit kann zu diesem Zeitpunkt in
eine publikationsfähige Form gebracht werden, so dass gegen Ende der
Förderperiode auch die grammatische Beschreibung in Form einer
Dialektgrammatik zur Publikation eingereicht werden kann. Die einzelnen
Arbeitsphasen sind in der anschließenden Auflistung mit
stichwortartigen Beschreibungen zusammengefasst.
Zeitplan
| 01.-03.2008 | Transkription, Betreuung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, phonetisch-phonlogische Analysen. |
| 03.2008 | Besuch der JHV des Pfälzerbund, Koordination der ehrenamtlichen Mitarbeit, Planung von Publikationen, Kurzelizitierungen. |
| 04.-09.2008 | Transkription, Auswertung Elizitierungen, Fortsetzung grammatische Analysen, Vorbereitung der Feldforschung (Sprecherakquise, Auswahl Transkripte, Vorbereitung der Elizitierung). |
| 09.2008 | Feldforschung (vier Wochen): Teilnehmende Beobachtung, Ethnographie des Sprechens, Training Gewährspersonen, Erhebung von Sprachproben, Korrektur von Transkripten, Elizitierungen. |
| 10.-12.2008 | Veröffentlichung des Datenkorpus, Fertigstellung der grammatischen Beschreibung, Abschluss des Projekts. |
4. Beantragte Mittel
Neben
dem altersbezogenen Grundbetrag für den Antragsteller werden hiermit
auch Nebenleistungen von € 100,- monatlich zur Deckung von Sach- und
Reisekosten beantragt. Diese dienen der Beschaffung relevanter
Literatur (z.B. den Veröffentlichungen des Pfälzerbundes am Niederrhein
e.V., die in der Regel nicht in Universitätsbibliotheken vorhanden
sind), der Finanzierung der Informationsreise zur
Jahreshauptversammlung des Pfälzerbund am Niederrhein e.V. im März 2008
und der Reise an den Niederrhein zur Feldforschung im September 2008,
sowie zur Deckung der entstehenden Kosten für Verbrauchsmaterial
(Bürobedarf, Audiokassetten, Videokassetten, CD-Rohlinge,
DVD-Rohlinge), das im Rahmen der Feldforschung benötigt wird. Des
Weiteren wird für den Monat September 2008 ein Zuschuss in Höhe von €
200,- beantragt, um die Kosten der durch die Feldforschung bedingten
doppelten Haushaltsführung auszugleichen.
5. Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
An
der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wird das Projekt von
Prof. Dr. Nikolaus Himmelmann fachlich betreut. Am Institut für
Allgemeine Sprachwissenschaft wird der Antragsteller zudem von der
unmittelbaren Nachbarschaft zu anderen Dokumentationsprojekten
profitieren können. Darüber hinaus haben auch die folgenden Kollegen
ihre beratende Betreuung zugesichert:
- Heinz H. Menge, Ruhr-Universität Bochum (Expertise im Bereich Dialekte Nordrhein-Westfalens)
- Peter
Honnen, Landschaftsverband Rheinland, Amt für rheinische Landeskunde,
Bonn (Expertise bei der Erforschung und Dokumentation rheinländischer
Dialekte)
- Rudolf Post, Arbeitsstelle „Badisches
Wörterbuch“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau,
Deutsches Seminar 1 (Expertise im Bereich pfälzische Dialektologie und
pfälzische Sprachinseln)
- Gunter Senft,
Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nimwegen (Expertise in
Bereich Soziolinguistik, Feldforschungmethoden, pfälzische Dialekte)
Zudem
profitiert das beantragte Projekt von der tatkräftigen Unterstützung
des Vorstandes des Pfälzerbund am Niederrhein e.V., der Kontakte zu
Gewährspersonen und ehrenamtlichen Mitarbeitern herstellt und sonstige
logistische und organisatorische Hilfestellungen leistet.
6. Literaturverzeichnis
- Ammon, Ulrich 2003. „Dialektschwund, Dialekt Standard Kontinuum, Diglossie: Drei Typen des Verhältnisses Dialekt Standardvarietät im deutschen Sprachgebiet“. In: Androutsopoulos, Jannis K. & Evelyn Ziegler (eds.). ‚Standardfragen’. Soziolinguistische Perspektiven auf Sprachgeschichte, Sprachkontakt und Sprachvariation. Frankfurt: Lang: 163 171.
- Auer, Peter 2005. „Europe’s Sociolinguistic Unity, or: A Typology of European Dialect/Standard Constellations“. In: Delbecque, Nicole, Johan van der Auwera & Dirk Geeraerts (eds.). Perspectives on Variation. Sociolinguistic, Historical, Comparative. (Trends in Linguistics, Studies and Monographs, 163). Berlin & New York: Mouton de Gruyter: 7 42.
- Beeker, Karl 1995. „Vom Werden, Bestehen und Vergehen unserer pfälzischen Mundart am Niederrhein“. Pfälzer am Niederrhein 28: 929-932.
- Böhmer, Emil 1909. Sprach- und Gründungsgeschichte der pfälzischen Colonie am Niederrhein. (Deutsche Dialektgeographie, 3). Marburg: Elwert’sche Verlagsbuchhandlung.
- Fiedler, Klaus-Peter 1986. Pfälzer am Niederrhein? Eine bevölkerungsbiologische und -geschichtliche Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der genealogischen, demographischen und sprachlichen Beziehungen. Unveröffentlichte Dissertation. Mainz: Johannes Gutenberg-Universität.
- Goossens, Jan 1994. Sprachatlas des nördlichen Rheinlands und des südöstlichen Niederlands „Fränkischer Sprachatlas“. Zweite Lieferung Textband. Marburg: Elwert.
- Hanenberg, Albert 1915. „Studien zur niederrheinischen Dialektgeographie zwischen Nymegen und Ürdingen“. Deutsche Dialektgeographie 8: 177 277.
- Himmelmann, Nikolaus P. 1996. „Zum Aufbau von Sprachbeschreibungen“. Linguistische Berichte 164: 315 333.
- Himmelmann, Nikolaus P. 1998. „Documentary and Descriptive Linguistics“. Linguistics 36: 161 195.
- Honnen, Peter & Cornelia Forstreuter 1994. Sprachinseln im Rheinland. Eine Dokumentation des Pfälzer Dialekts am unteren Niederrhein und des „Hötter Platt“ in Düsseldorf-Gerresheim. (Rheinische Mundarten, Beiträge zur Volkssprache aus den rheinischen Landschaften, 7). Köln: Rheinland.
- Imig, Jakob 1966. Pälzersche Gedichte. Kleve: Boss.
- Imig, Jakob 1980. Gereimtes un Ungereimtes uff pälzersch. Pfalzdorf: Pfälzerbund am Niederrhein e.V.
- Imig, Jakob 1995. „Die Sprache der Pfälzer am Niederrhein“. Pfälzer am Niederrhein 28: 933-940.
- Kabak, Barış & René Schiering 2006. „The Phonology and Morphology of Function Word Contractions in German“. Journal of Comparative Germanic Linguistics 9: 53-99.
- Lange, Helmut 2005. „Die Pfälzer Mundart, ein bedrohte Sprache“. In: Lange, Helmut, Werner Weber & Jürgen Graven (eds.): 100 102.
- Lange, Helmut, Werner Weber & Jürgen Graven (eds.). 50 Jahre Pfälzerbund am Niederrhein e. V. 1955 2005. Pfalzdorf: Pfälzerbund am Niederrhein e.V.
- Post, Rudolf 1992. Pfälzisch. Einführung in eine Sprachlandschaft. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Landau: Pfälzische Verlagsanstalt.
- Schiering, René 2002. Klitisierung von Pronomina und Artikelformen. Eine empirische Untersuchung am Beispiel des Ruhrdeutschen. (Arbeitspapier, 44 (Neue Folge)). Köln: Institut für Sprachwissenschaft, Universität zu Köln.
- Schiering, René 2004a. „Zur Dokumentation des Pälzersch in Pfalzdorf, Louisendorf und Neulouisendorf (Niederrhein). Bericht eines zweiwöchigen Feldforschungsaufenthaltes“. GBS Bulletin 10: 7-15.
- Schiering, René 2004b. „Zur sprachwissenschaftlichen Erforschung des pfälzischen Dialekts in Pfalzdorf, Louisendorf und Neulouisendorf“. Pfälzer am Niederrhein 37: 277-280.
- Schiering, René 2005a. „Flektierte Präpositionen im Deutschen? Neue Evidenz aus dem Ruhrgebiet.“ Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 72: 52-79.
- Schiering, René 2005b. „Vom Nutzen der Mundartpflege für die sprachwissenschaftliche Forschung“. In: Lange, Helmut, Werner Weber & Jürgen Graven (eds.): 103 108.
- Schiering, René 2007. „Die pfälzische Sprachinsel am Niederrhein”. In: Graven, Jürgen (ed.). Festschrift 175 Jahre Neulouisendorf. Pfalzdorf: Pfälzerbund am Niederrhein e.V.
- Schiering, René (eingereicht). „From Documentation to Description. Prepositional Phrases in Ruhrdeutsch“. In: Dufter, Andreas, Jürg Fleischer & Guido Seiler (eds.). Describing and Modeling Variation in Grammar. (Trends in Linguistics. Studies and Monographs). Berlin & New York: Mouton de Gruyter.
- Schmidt, Jürgen Erich & Joachim Herrgen (eds.) 2001 2005. Digitaler Wenker Atlas (DiWA). Teil 1: Georg Wenkers Sprachatlas des Deutschen Reichs. Bearbeitet von Alfred Lameli, Alexandra N. Lenz, Jost Nickel und Roland Kehrein, Karl Heinz Müller, Stefan Rabanus. Studentische Hilfskräfte. Marburg: Forschungsinstitut für deutsche Sprache „Deutscher Sprachatlas“.
- Schütz, Otto von 1990. Die Gründung von Pfalzdorf. 4. Auflage. Pfalzdorf: Pfälzerbund am Niederrhein e.V.
- Schwitalla, Johannes 1995. Kommunikation in der Stadt. Teil 4: Kommunikative Stilistik zweier sozialer Welten in Mannheim Vogelstand. (Schriften des Instituts für Deutsche Sprache, 4.4). Berlin & New York: de Gruyter.
- Veith, Werner H. 1969. „Kuseler Mundart am Niederrhein – ein dialektgeographischer Irrtum“. Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 36: 67-76.
- Veith, Werner H. 2002. Soziolinguistik. Ein Arbeitsbuch mit Kontrollfragen und Antworten. (Narr Studienbücher). Tübingen: Narr.

