Schwerpunkte & Projekte

Im Institut für Sportwissenschaft in Münster werden drei inhaltliche Schwerpunkte verfolgt, die sukzessive strukturell wie auch inhaltlich ausgebaut werden:

  • Bildung

    In diesem Schwerpunkt geht es sowohl um die normative Begründung als auch um die empirische Überprüfung angenommener Voraussetzungen und Wirkungen pädagogischen Handelns im Feld von Bewegung, Spiel und Sport. Der Forschungsschwerpunkt der Sportpädagogik bzw. der Sportdidaktik liegt in der Bildungs- und Unterrichtsforschung im schulischen und außerschulischen Sport. Während in der Sportdidaktik formelle und informelle Bildungsprozesse vorrangig empirisch untersucht werden, fokussiert die Sportpädagogik/Sportgeschichte anthropologische und historische Zugänge der Bildungsforschung. Der Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereichs Sozialwissenschaften liegt in der Analyse der gesellschaftlichen Voraussetzungen sportbezogener Bildungsprozesse.

    Ein zentraler Bildungsaspekt ist die Forschung zur Entwicklungsförderung. Der Begriff der Entwicklungsförderung wird zwar in sportwissenschaftlichen Kontexten immer häufiger gebraucht. Allerdings mangelt es sowohl an theoretischen Grundlegungen als auch an empirischen Überprüfungen Gemeinsames Anliegen aller Arbeitsbereiche am Institut für Sportwissenschaft ist es, die Grundlagen einer Entwicklungsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport in unterschiedlichen Anwendungsfeldern (z.B. Schule, Sportverein) und mit unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Jungen, chronisch Kranke) zu erforschen, um so Hinweise für mögliche Interventionen entwickeln zu können. Das Centrum für Bildungsforschung im Sport (CeBiS) ist ein Forschungsverbund am Institut für Sportwissenschaft mit dem Ziel, Forschungsprojekte zur Bildungsforschung im Sport in schulischen und außerschulischen Feldern zu fördern, Kooperationen mit universitären wie außeruniversitären Partnern zu etablieren sowie den Wissenschaftstransfer zu unterstützen.

  • Expertise

    In diesem Forschungszweig geht es um die physischen und psychischen Bedingungen von Spitzenleistungen im Sport sowie auch deren Steigerung durch physisches und psychologisches Training. In diesem Schwerpunkt sind insbesondere die Arbeitsbereiche Sportpsychologie, Sportliche Leistung und Training, Bewegungswissenschaft sowie Sportmedizin zu finden. In diesem Rahmen wird vorwiegend empirisch-experimentell mit Verwendung komplexer statistischer Verfahren gearbeitet. Beispiele sind Projekte zur visuellen Aufmerksamkeit und zu Linkshändern im Sport, die Mustererkennung bei Ganganalysen, die Entwicklung von Trainingsmethoden zur Steigerung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit (wie z.B. Wahrnehmungstrainings) wie auch sozialpsychologisch orientierte Projekte (wie zum Beispiel zu Selbstkonzepten von Athleten und Zuschauern oder zum Heimvorteil).

  • Gesundheit

    Viele Zivilisationskrankheiten stehen im Zusammenhang mit Bewegungsmangel und Fehlernährung. Bewegung stellt demnach einem systematischen Ansatz für die Prävention, Therapie und Rehabilitation dar. Da dies ein klassisches Querschnittsthema der Sportwissenschaft ist, leisten hierzu verschiedene Arbeitsbereiche Forschungsbeiträge. So ist der Arbeitsbereich Bewegungswissenschaft in Zusammenarbeit mit anderen Partnern daran interessiert eine Präventivdiagnostik des chronischen unspezifischen Rückenschmerzes zu entwickeln. Notwendig ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftsbereichen, wie z.B. dem Center for Nonlinear Science in Münster. Das Institut für Sportmedizin beschäftigt sich u.a. mit der Dosis-Wirkungsbeziehung von Bewegung und Sport auf den Bewegungsapparat, das Herzkreislaufsystem, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Dabei zielt der wissenschaftliche Fokus nicht allein auf die sportliche Aktivität sondern auch auf die quantitative Erfassung und strukturelle Aufhellung körperlicher Alltagsaktivität. Der Arbeitsbereich Sportpsychologie beschäftigt sich bspw. mit den psychischen Bedingungen von Unfällen im Schulsport und u. a. mit der Frage, inwieweit es eine Frage des Klassenklimas ist, ob Unfälle eher verhindert werden können.

Die einzelnen Forschungsprojekte sind in den verschiedenen Arbeitsbereichen des Instituts sowie in übergreifenden Forschungsgruppen angesiedelt. Dort finden sich nähere Informationen zu den laufenden sowie abgeschlossenen Projekten.