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Wahrnehmungsexpertise von Badmintonspielern

Projektleitung: Prof. Dr. Bernd Strauß; Dr. Norbert Hagemann
(Dieses Projekt wurde mit Forschungsmitteln des Bundesinstituts für Sportwissenschaft unter dem Geschäftszeichen VF 0407/10/05/2002-2003 gefördert)

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Bedingungen für herausragende Wahrnehmungsleistungen von Hochleistungssportlern zu ermitteln. Die perzeptive Expertise wird in vielen Sportarten dabei als ein wesentlicher Bestandteil für sportliche Höchstleitungen angesehen. So konnte beispielsweise durch eine Kombination der temporal occlusion Technik mit der sogenannten spatial oder event occlusion Technik ermittelt werden, welche visuellen Informationen Experten im Badminton zur Vorhersage der Schlagrichtung nutzen (Hagemann & Strauß, in Druck). Bei der spatial oder event occlusion Technik werden bei der visuellen Darbietung einer sportlichen Situation (häufig Gegenspieler) bestimmte Bereiche abgedeckt (schwarze Fläche), so dass Informationen dieser Region nicht zur Vorhersage von Bewegungsrichtungen genutzt werden können. Dazu wurden verschiedene Videosequenzen produziert, in denen nur für eine bestimmte Zeitspanne (z. B. bis 80 ms vor Ballkontakt) ein Bereich (z. B. die Rumpfregion) mit einer dunklen Fläche abgedeckt wird. Durch den Vergleich der Antizipationsleistung in der Bedingung mit manipulierten Videosequenzen mit den Leistungen bei originalen Videosequenzen konnte der Informationsverlust der unterschiedlichen Regionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmt werden. Die Differenz wurde für fünf Körperregionen (Rumpf, Beine, Schulter, Kopf, Arm) sowie Schläger und Hintergrund zu jeweils 4 unterschiedlichen Zeitpunkten bestimmt. Es konnte festgestellt werden, dass Badmintonspieler zu Beginn einer Schlagsequenz (bis 160 ms vor Ballberührung) Informationen aus der Rumpfbewegung und zwischen 160 ms vor Ballberührung bis zur Ballberührung Information aus der Arm- und Schlägerbewegung nutzen, um die Schlagrichtung des Gegners vorherzusagen.


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