Krankheitsangst

Wenn Sorgen um die Gesundheit zur Belastung werden

Die meisten Menschen sorgen sich hin und wieder um ihre Gesundheit. Sie gehen deshalb zu Vorsorgeuntersuchungen, lassen sich impfen und versuchen, sich vor Erkältungskrankheiten zu schützen. Damit übernehmen sie Verantwortung für ihre Gesundheit.

Wenn Sorgen um die eigene Gesundheit jedoch häufig auftreten, stark sind und lange anhalten, dann spricht man von Krankheitsangst, Gesundheitssorgen oder – bei besonders starker Ausprägung der Angst – von einer Hypochondrie. Beispiele für solche Sorgen sind:

„Meine Kopfschmerzen könnten durch einen Hirntumor verursacht sein“,
„Meine Müdigkeit könnte von einer schleichenden Krankheit stammen“,
„das Kribbeln in meinem Bein könnte ein Anzeichen für multiple Sklerose sein“
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Diese und ähnliche Gedanken quälen von Krankheitsängsten betroffene Menschen und lassen sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Die immer wiederkehrende, unkontrollierbare Angst vor einer Erkrankung bestimmt das Leben.

Symptome und Verlauf von Krankheitsangst

Angst Foto-mirko Waltermann Flickr-com

Bei Menschen mit Krankheitsangst kreisen die Gedanken immer wieder um die Sorge, an einer noch unentdeckten, lebensbedrohlichen körperlichen Krankheit zu leiden. Oft stellen sich die Betroffenen einen langen und qualvollen Krankheitsverlauf vor  Die Sorgen können sich auf nur eine oder abwechselnd verschiedene Krankheiten beziehen und mal intensiver, mal weniger intensiv sein.
Menschen mit Krankheitsangst beobachten häufig sehr genau ihren Körper, um nicht erste Symptome einer ernsten Krankheit zu übersehen. Oft wollen sie sich von Ärzten versichern lassen, dass mit ihrem Körper alles in Ordnung ist. Oder sie suchen ausgiebig Informationen in Internet oder Büchern um sich Gewissheit zu verschaffen, ob sie die gefürchtete Krankheit haben oder nicht. Damit wollen sie ihre Sorgen beruhigen. Diese Beruhigung hält jedoch nur kurzfristig an, die Angst kehrt oft schon nach kurzer Zeit zurück. Es wird für die betroffenen Personen immer schwerer, sich auf die wichtigen Dinge in ihrem Leben zu konzentrieren:  neben der quälenden Angst entstehen weitere Probleme z.B. in Partnerschaft, Freizeit oder Beruf. In der Folge kann es dann zusätzlich zu depressiven Symptomen von Niedergeschlagenheit, Rückzug, Antriebslosigkeit und verminderter Freude an früher angenehmen Aktivitäten kommen, was das Leid der Betroffenen noch zusätzlich erhöht.

Häufigkeit von Hypochondrie und Krankheitsängsten

Etwa 0,5-1% der Bevölkerung erfüllen zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben die Diagnosekriterien für die Hypochondrie. Bei etwa 7-10% der deutschen Bevölkerung kann man jedoch erhöhte, ernst zu nehmende Krankheitsängste feststellen. Männer und Frauen haben ein gleich hohes Risiko, an Hypochondrie zu erkranken.
Trotz des häufig hohen Leidensdrucks dauert es oft viele Jahre, bevor Menschen mit Krankheitsangst bzw. Hypochondrie eine psychotherapeutische Behandlung aufsuchen. In einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung kann die Hypochondrie und die Krankheitsangst wirksam behandelt werden. Diese Behandlung wird auch in unserer Ambulanz angeboten.