Lwl Museum
© Presseamt Münster/Britta Roski

Eine kurze Geschichte der Stadt

Die Geschichte der Stadt Münster geht auf die Gründung eines Klosters im Jahre 793 zurück, eine erste Siedlung im Bereich des späteren Domplatzes hatte es bereits davor gegeben. Das Kloster gab Münster seinen Namen, der abgeleitet ist von dem lateinischen Wort ‚monasterium‘ (= Kloster). Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich Münster zu einer florierenden Handelsstadt. Dies lässt sich noch heute an Straßen und Viertelnamen erkennen: Die heutige Salzstraße war im Mittelalter eine wichtiger Umschlagort für Salz, das ‚Kuhviertel’ bildete mit seinem überregionalen Viehmarkt eine Art Oberzentrum für die Region.

Mit der Entwicklung zur Handelsstadt gewann das Bürgertum eine immer größere Bedeutung und reklamierte bald seine Eigenständigkeit gegenüber Kirche und Bischof – das historische Rathaus, heute ebenso wie der Dom ein Wahrzeichen der Stadt, ist ein Symbol dafür. Seine besondere Bedeutung erhielt das Rathaus, das bereits im Jahre 1250 erstmals in Urkunden erwähnt wurde, schließlich als Ort des Westfälischen Friedens: Hier – und, parallel dazu, in Osnabrück – wurden die Verhandlungen geführt, die 1648 den 30-jährigen Krieg beendeten, Europa befriedeten und das Prinzip der staatlichen Souveränität begründeten.

Zwischen 1767 und 1787 wurde nach Plänen des Architekten Johann Conrad Schlaun das barocke Schloss gebaut. In diesen Zeitraum fielen auch Gründung und Ausbau der Universität in Münster. Heute ist das Schloss Sitz von Rektorat und Verwaltung der WWU. Ab 1815 fungierte Münster als Hauptstadt und preußisches Verwaltungszentrum der neu gegründeten Provinz Westfalen.

Das münstersche Stadtbild, insbesondere am Prinzipalmarkt, wirkt auch heute noch mittelalterlich. Doch täuscht dieser Eindruck darüber hinweg, dass Münster im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe der Alliierten zu großen Teilen zerstört wurde – darunter auch der Paulusdom und das Residenzschloss. Die Bombardierung Münsters war insbesondere durch seine Bedeutung als Sitz nationalsozialistischer Verwaltungseinheiten begründet: Münster war Hauptstadt des Gaus „Westfalen Nord”. Zudem gab es im Stadtgebiet mehrere Kasernen, die Truppen beherbergten. Nach dem Krieg wurde die Stadt schnell wieder aufgebaut und erhielt ihr mittelalterliches Erscheinungsbild wieder – wenn sich auch an einigen Stellen der Funktionalismus der 1950er und 1960er Jahre durchsetzte.

Einen ausführlichen Einblick in die Geschichte Münsters gibt die Dauerausstellung „Stadtgeschichte seit 793*” im Stadtmuseum.