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Dritte Förderperiode für den SFB 656

Großer Jubel: Das Team des SFB 656 freut sich über die weitere Förderung! Foto: Michael Kuhlmann

Großer Jubel: Das Team des SFB 656 freut sich über die weitere Förderung! Foto: Michael Kuhlmann

Nach den ersten beiden erfolgreichen Förderperioden 2005 bis 2009 und 2009 bis 2013 wird der Sonderforschungsbereich 656 "Molekulare kardiovaskuläre Bildgebung" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere vier Jahre bis 2017 gefördert. Das Fördervolumen der dritten Förderperiode beträgt insgesamt mehr als neun Millionen Euro. Die Entscheidung durch den zuständigen Bewilligungsausschuss fiel im Mai 2013 in Bonn. Am 27. November 2013 feierten rund 130 Gäste in der Aula des münsterschen Schlosses den Auftakt der dritten Förderperiode. Die Rektorin der Universität Münster Prof. Ursula Nelles betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Molekularen Bildgebung und des SFB 656 für den Erfolg der Universität in der Exzellenzinitiative.

  • Prof. Ursula Nelles spricht das Grußwort.
  • Prof. Ursula Nelles spricht das Grußwort.
  • SFB-Teamfoto auf der Bühne
  • Prof. Bernd Pichler aus Tübingen hielt einen Festvortrag zum Thema „Translationale PET/MRT“. Er ist ein wahrer Pionier in der Entwicklung von PET-Detektoren, die innerhalb des starken Magnetfeldes der MRT betrieben werden können.
  • Prof. Hans-Uwe Erichsen
  • Prof. Otmar Schober (links) wurde als ehemaliger Sprecher des SFB 656 mit einer Laudatio von Prof. Hans-Uwe Erichsen (rechts) als Vorsitzendem des Forschungsbeirats und gutem Freund von Prof. Schober gebührend verabschiedet.
  • Prof. Michael Schäfers (links) und Prof. Otmar Schober

 
Forschung für den Blick ins Herz und in die Gefäße

"Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen eine der größten Herausforderungen für die Medizin dar – sie sind die Ursache für den Großteil aller Todesfälle in den westlichen Industrienationen", betont Prof. Dr. Michael Schäfers, Sprecher des Forschungsverbundes. "Wir entwickeln neue Verfahren der molekularen Bildgebung, die sowohl bei der Diagnose als auch bei der Therapieüberwachung dieser Erkrankungen eine entscheidende Rolle spielen könnten."

Das münstersche Forscherteam arbeitet daran, Veränderungen im Gewebe sichtbar zu machen, die im Laufe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten – und dies bereits auf molekularer Ebene, also auf der Ebene kleinster Teilchen. Die Wissenschaftler untersuchen zum Beispiel, ob bestimmte Enzyme vorhanden sind, die an der Entstehung der sogenannten Arteriosklerose, umgangssprachlich Gefäßverkalkung, beteiligt sind. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Weitere Teilprojekte zielen auf die frühzeitige Darstellung bakterieller Infektionen der Herzklappen ab, auf die Untersuchung von Reparaturmechanismen des Herzmuskels nach einem Infarkt oder auf die Erforschung der Rolle des Nervensystems bei Herzrhythmusstörungen.

Um die molekularen Vorgänge im Körper sichtbar zu machen, entwickeln die Chemiker im Team schwach radioaktive, fluoreszierende und weitere markierte Substanzen, sogenannte Tracer (Spürstoffe). Diese werden in die Armvene injiziert, finden im Körper ihr molekulares Ziel und gehen mit ihm eine Bindung ein. Die von ihnen ausgesendeten Signale können außerhalb des Körpers gemessen und sichtbar gemacht werden. Zur Diagnose von Tumoren wird dieses Prinzip bereits erfolgreich angewendet. Hier wird insbesondere mit schwach radioaktiven Kontrastmitteln gearbeitet, die sich schon in kleinsten Mengen sichtbar machen lassen. Die klinische Disziplin heißt deshalb Nuklearmedizin.

Eine besondere Herausforderung für die Bildgebung des Herzens und der Blutgefäße stellt die Arbeit mit kleinsten und bewegten Strukturen dar – wie Herzkranzgefäße und Herzmuskel.  Hier spielen die Mathematiker, Informatiker und Physiker im Team eine wichtige Rolle. Sie optimieren die technischen Methoden der Bildgebung sowie die dreidimensionale Auswertung und Visualisierung der Bilddaten. Mediziner können so das Herz und die Gefäße Schicht für Schicht, aus jedem beliebigen Blickwinkel und im zeitlichen Verlauf untersuchen.

Durch die langfristige Förderung, den spezifischen Fokus und weil Spezialisten aus Medizin, Biologie, Chemie, Mathematik, Informatik und Physik ihr Wissen bündeln sind die Erfolgschancen für das Projekt besonders gut. "Ein Sonderforschungsbereich ist quasi ein Sondereinsatzkommando", erklärt Michael Schäfers. Die bisherigen Ergebnisse seien vielversprechend: "In Studien mit Mäusen können wir Erkrankungen der Blutgefäße zum Beispiel bereits sehr viel besser charakterisieren als bisher." In der kommenden Förderperiode sollen die neuen Bildgebungsstrategien in ihrem Anwendungsspektrum ausgeweitet, weiter validiert und auf den Menschen übertragen werden.


Bildgebung. Molekülen auf der Spur

Klassische Mittel der Bildgebung wie Röntgenstrahlung oder Ultraschall stellen die Struktur von Organen dar und zeigen Ärzten so Gewebeschäden an. Die molekulare Bildgebung geht einen Schritt weiter: Sie macht auch die Funktionen der Organe sichtbar. Welche Rolle sogenannte Tracer und Targets beim Erkennen von Herzkrankheiten spielen, wer „Wilhelm“ ist und welche Aufgabe er erfüllt, erklären die Professoren Michael Schäfers, Klaus Schäfers und Xiaoyi Jiang vom Sonderforschungsbereich 656 der WWU  in einem Video von MEDICA. Die MEDICA ist eine Medizin-Messe mit begleitendem Kongress. Sie wird von der Messe Düsseldorf organisiert und findet jährlich statt.


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