3R-Konzept

  

Was ist 3R-Forschung?

Das Prinzip der „3R“ gilt als Leitlinie, um Tierversuche bzw. das Leid der Versuchstiere zu vermeiden oder zu verringern:

  • Replacement: Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Verfahren
  • Reduction: Reduzierung der Zahl der notwendigen Tierversuche und der Menge der dafür eingesetzten Versuchstiere
  • Refinement: Verfeinerung und Verbesserung der Versuchsabläufe, so dass die Leiden der eingesetzten Versuchstiere gemindert und mehr sowie gezieltere Informationen aus Experimenten gewonnen werden

Diesem Konzept folgend bemühen sich Gesetzgeber, Industrie, Forschung und Tierschutz um die Entwicklung und Etablierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden im gesamten tierexperimentellen Spektrum. Die 3R-Forschung erstreckt sich vor allem auf drei Bereiche:

  1. Gebiete, in denen Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind, also beispielsweise die Zulassung von Medikamenten und chemischen Stoffen oder die Routineprüfung von Impfstoffen
  2. Die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden für die Grundlagenforschung
  3. Die Verwendung tierverbrauchsfreier Methoden in der Lehre


3R-Methoden

3R-Methoden sollen den Einsatz und das Leiden von Tieren im Experiment verringern oder vollständig vermeiden – und gleichzeitig in ihrer Zuverlässigkeit die Ergebnisse, die mit herkömmlichen Tierversuchen erzielt werden können, auf mindestens gleichem Niveau erreichen oder verbessern. Beispiele für 3R-Methoden sind Verfahren, die

  • auf dem Einsatz von Zell-, Gewebe- und Organkulturen basieren
  • Organismen in Entwicklungsstufen verwenden, die nach Stand der Wissenschaft keinen Schmerz oder Leid empfinden (z. B. Hühnereier, Fischrogen)
  • an Mikroorganismen oder "niederen" Tieren (Wirbelrose) durchgeführt werden
  • direkt an menschlichem Gewebe oder Zellen, z. B. menschlichem Blut, testen
  • auf Computersimulationen beruhen
  • die Versuchsbedingungen der Versuchstiere weniger belastend gestalten (z. B. durch Environmental Enrichment)
  • sich biochemischer/biophysikalischer Verfahren bedienen


Um zur Anerkennung als behördliche Prüfrichtlinie der EU und der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zu gelangen, müssen die Ersatz- und Ergänzungsmethoden anhand internationaler Validierungsstudien erweisen, dass sie in ihrer Aussagekraft geeignet sind, vorhandene, gesetzlich vorgeschriebene Methoden abzulösen.

Es wurden Ersatzmethoden als rechtlich bindend durchgesetzt, die auf Versuche an lebenden Wirbeltieren ganz verzichten. Vorhandene, ursprünglich eine hohe Zahl von Versuchstieren erfordernde Methoden wurden optimiert. Gesetzliche Vorgaben wurden aufgrund dieser Forschungen inzwischen in einigen Bereichen abgeändert.

Die Forschung erstreckt sich nach Ersatz- und Ergänzungsmethoden auch auf eine Vielzahl von Tierversuchen, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.

(Quelle: Stiftung SET)                                                                   ST
 

 



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