Lebenslauf:
| geborene Reiswich | |
| 20. Nov. 1982 | geboren in Pavlodar (ehem. UdSSR) |
| Juni 2003 | Abitur |
| 2003-2009 | Magisterstudium der Indogermanischen Sprachwissenschaft (Hauptfach), der Alten sowie Mittleren Geschichte an der WWU Münster und der Università degli studi di Perugia, Italien |
| 2005-2009 | studentische, später wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik der WWU Münster |
| 2006-2009 | Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes |
| März 2006 | Praktikum bei den Inscriptiones Graecae an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften |
| Februar 2009 | Magisterabschluss. Thema der Magisterarbeit: "Religion und Religionspolitik der frühen Achaimeniden und das Avesta" |
| Mai 2009 | wissenschaftliche Mitarbeiterin der Graduiertenschule des Exzellenzclusters "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne" |
Promotionsprojekt:
„ἱερὸς καὶ ἄσυλος“ – Zu den Funktionen hellenistischer Asylieverleihungen
In hellenistischer Zeit wird das heterogene Feld antiker Asylievorstellungen um ein neues Phänomen bereichert – die ‚territoriale Asylie’. Im Rahmen meines Dissertationsprojektes werden die epigraphisch bezeugten Asylieurkunden des 3. und 2. Jh.s v.Chr. in den Mittelpunkt gerückt und im Hinblick auf ihre politischen Funktionen systematisch untersucht. Diese politische Ebene des unverkennbar auch im religiösen Bereich verwurzelten Phänomens hellenistischer Asylieverleihungen wird in der Forschung derzeit kontrovers diskutiert. Daher sollen die Motive und Funktionsweisen der ‚territorialen Asylie’ in hellenistischer Zeit auf breiterer Basis als bisher, auch unter Einbezug diachroner Veränderungen sowie regionaler Besonderheiten, durchleuchtet werden. Ziel der Arbeit ist somit, die Asylieurkunden zu kontextualisieren, also die in der jeweiligen historischen Situation verorteten Gründe für die Bitte um Verleihung der Asylie seitens der entsprechenden Poleis und Heiligtümer zu untersuchen. Dabei fällt die religiöse Argumentationsstruktur im Quellenmaterial gewiss ins Gewicht, bedenkenswert ist aber auch, dass die Poleis zur Unterstreichung ihres Anspruchs auf Asylie durchaus auch diplomatisches Agieren ins Feld führen konnten. Neben den Aussagen der Asylieurkunden muss die konkrete historische Situation, wie sie sich aus der gesamten Breite der Quellen erschließt, betrachtet werden, um Ursachen und auch Wirkungen der jeweiligen Asylieverleihungen erkennen zu können. In Bezug auf die Konsequenzen der Asylieverleihungen ist vor allem systematisch zu untersuchen, ob und inwiefern in späteren Zeugnissen mit der gewährten Asylie argumentiert wird.
Darüber hinaus ist auch die Frage nach den Gründen für die Gewährung der Asylie seitens der hellenistischen Könige, Poleis und Bünde zu stellen. Dabei ist besonders zu prüfen, in welchen Punkten sich die Absichten der Monarchen und der abhängigen sowie selbstständigen Staaten unterscheiden und ähneln. In der bisherigen Diskussion ist für die Motivation der Asylieverleiher vor allem die Instrumentalisierung der Asylie durch hellenistische Herrscher gesehen worden, doch es ist gerade die Vielfalt der als Verleiher auftretenden staatlichen Organisationsformen, die neue Ergebnisse verspricht. Ob Poleis und Bünde der Bitte um Asyliegewährung aus eigenem Antrieb oder auf Bitten eines Königs nachkamen und welche Abstufungen es dazwischen gab, ist im Spannungsgefüge der sich immer wieder neuformierenden Machtverhältnisse der konfliktreichen hellenistischen Zeit aussagekräftig für den Status der jeweiligen staatlichen Gebilde.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Zielsetzung des dargelegten Dissertationsvorhabens darin besteht, die hellenistischen Asylieverleihungen systematisch – und zwar in einem weiter gesteckten Rahmen als bisher geschehen – auf ihre (außen)politischen Funktionen zu untersuchen. Dabei bilden die jeweiligen historischen Machtverhältnisse einen ebenso wichtigen Referenzpunkt, wie die religiöse Argumentationsführung der Dokumente selbst. Aus dieser Untersuchung der hellenistischen Asylieverleihungen in Hinblick auf ihre Motivation sowie Funktionsweisen lässt sich Aufschluss darüber erwarten, wie in dieser konfliktreichen Epoche zwischenstaatliche Beziehungen vonstatten gehen konnten und auf welche Art und Weise religiöse Argumentationsmuster dafür bedient wurden.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- politische Machtverhältnisse im Hellenismus
- Hikesie und Asylie
- Epigraphik
- griechische Religionsgeschichte
- Geschichte, Sprachen und Religionen des antiken Iran
- Kontakte und Begegnungen der iranischen und griechischen Welt
Beteiligung am Exzellenzcluster:
Mitglied der Arbeitsgruppe Grenzarbeiten am religiösen Feld
Publikationen:
- Die Religion der frühen Achaimeniden in ihrem Verhältnis zum Avesta, München 2011. (Verlagsinfo)
- Betrachtung der Modernisierung in Augustin Wibbelts De Strunz und De Revolution in Lurum, in: Jahrbuch der Augustin-Wibbelt-Gesellschaft 22, Münster 2006, 7-28.
Rezensionen:
- Katharina Knäpper: Rezension von: Lloyd Llewellyn-Jones, James Robson, Ctesias' History of Persia. Tales of the Orient, London, New York 2010, in: sehepunkte 12 (2012), Nr. 3 [15.03.2012]
- Josef Wiesehöfer / Robert Rollinger / Giovanni B. Lanfranchi (Hgg.), Ktesias' Welt - Ctesias' World, Wiesbaden 2011, in: sehepunkte 12 (2012), Nr. 2 [15.02.2012]
- Bruno Jacobs / Robert Rollinger (Hg.): Der Achämenidenhof. Akten des 2. Internationalen Kolloquiums zum Thema "Vorderasien im Spannungsfeld klassischer und altorientalischer Überlieferung", Wiesbaden 2010, in sehepunkte 11 (2011), Nr. 6 [15.06.2011]
VortrÄge:
- 15. Juni 2012: Vortrag im Rahmen des Workshops „Grenzarbeiten am religiösen Feld“ des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, Münster: Kein Gemeinwesen ohne Religion? – Grenzen zwischen religiösem und politischem Feld in der griechischen Antike
- 14.-15. Juni 2012: Organisation des Workshops „Grenzarbeiten am religiösen Feld“, Exzellenzcluster „Religion und Politik“, Münster
- 2. Februar 2012: Karl-Franzens-Universität Graz, 6. Althistorische JungakademikerInnentagung, Religion und Herrschaft in der Antike: ἀνιέρου δὲ πόλεως καὶ ἀθέου [...] οὐδείς ἐστιν οὐδ` ἔσται – Überlegungen zum Verhältnis zwischen religiösem und politischem Feld im antiken Griechenland.
- 16. Januar 2012: GKM der WWU Münster: Was die Römer 'asylum' nannten - Überlegungen zu Grenzziehungen zwischen Asylie und Hikesie.
- 7. Januar 2011: An Ancient Right of Asylum? Differenciations and Interferences of asylia and hiketeia, Vortrag im Rahmen der PhD-Days „Religions and Politics“ des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ in Zusammenarbeit mit der National Research School in Classical Studies in the Netherlands (OIKOS), Münster 7. Januar 2011.
- Juni 2005: ‚The horned serpent’ auf der 2. Indogermanistischen Arbeitstagung Münster/ Leiden ,Indo-European and it’s neighbours’
- Mai 2006: Vortrag mit dem Thema ‚Betrachtung der Modernisierung in Augustin Wibbelts De Strunz und De Revolution in Lurum’ auf der Jahresversammlung der Augustin-Wibbelt-Gesellschaft
Lehrveranstaltungen:
- Wintersemester 2012: Kurs Einführung in die Alte Geschichte (Universität Vechta)
- Wintersemester 2012: Kurs Antike Historiographie (Universität Vechta)
- Wintersemester 2012: Übung Thukydides und die antike griechische Historiographie (Universität Münster)
- Sommersemester 2012: Kurs Einführung in die Alte Geschichte (Universität Vechta)
- Sommersemester 2012: Kurs Die Institutionen der Schutzgewährung in der griechisch-römischen Antike (Universität Vechta)
- Sommersemester 2012: Übung Asyl im klassischen und archaischen Griechenland
- Sommersemester 2010: Kurs Frühgriechische Geschichte
- Wintersemester 2010/2011: Kurs Das Perserbild Herodots
- Wintersemester 2010/2011: Übung Die Sonne der Perser – Der römische Mithraskult in Quellen und Forschung
Kontakt
Katharina Knäpper M. A.Domplatz 20-22
Zimmer 327
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-23220
Fax: +49 251 83-23247
katharina.knaepper@uni-muenster.de
Betreuer
Prof. Dr. Peter FunkeSeminar für Alte Geschichte / Institut für Epigraphik
Domplatz 20-22
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24367
Fax: +49 251 83-24363
funkep@uni-muenster.de

