Nils Friedrichs

Nils Friedrichs, M. A.

Institut für Soziologie

Lebenslauf:

1982 Geboren in Peine
2002 Abitur
2002-2003 Zivildienst
2003-2009 Magisterstudium der Soziologie, Psychologie und Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Juni-Dezember 2008 Magisterarbeit mit dem Thema „Jugend und Religion: Theoretische Konzepte und neuere empirische Ergebnisse zur Religiosität Jugendlicher unter besonderer Berücksichtigung religiöser Zugänge von Berufsschüler/Innen aus Sachsen“
Januar 2009 Studienabschluss (M. A.)
April 2009-März 2010 Promotionsstudium, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Religionssoziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bei Prof. Dr. Detlef Pollack
Seit April 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand in der Graduiertenschule des Exzellenzclusters "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne"

Projektarbeit:

2005-2007 Studentische Hilfskraft am Institut für Sozialwissenschaften der TU Braunschweig bei Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Feige
2005-2006 Mitarbeit am Forschungsprojekt „Studienmotivationen und Vorstellungen über die zukünftige Berufspraxis bei Studierenden der ev. und kath. Theologie und Religionspädagogik“ am Institut für Sozialwissenschaften der TU Braunschweig
2006-2007 Mitarbeit am Forschungsprojekt „Was mir wichtig ist im Leben. Auffassungen Jugendlicher und junger Erwachsener zu Alltagsethik, Moral, Religion und Kirche“ des Instituts für Sozialwissenschaften der TU Braunschweig
2009-2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt C21: Die Legitimität des religiösen Pluralismus: Wahrnehmung und Akzeptanz religiöser Vielfalt in der europäischen Bevölkerung

Promotionsprojekt:

Persönlichkeit, Religiosität und Toleranz: Eine empirische Studie zur Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen und Religiosität bei der Wahrnehmung fremder Religionsgemeinschaften in Deutschland

Die Migrationsbewegungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben zu einer Situation der religiösen Vielfalt in Deutschland geführt. Diese Pluralität der Religionen, der die Menschen sich gegenüber gestellt sehen, erzeugt eine Konfrontationssituation, sofern die ‚fremden‘ religiösen Gruppen in der Gesellschaft hinreichend in Erscheinung treten. Daraus resultiert die Frage, wie diese Situation von der Bevölkerung wahrgenommen und bewertet wird.

Religionssoziologisch relevant scheint in diesem Zusammenhang die Frage nach der Rolle der Religiosität der Mehrheitsbevölkerung zu sein. Unterscheiden sich religiöse von nichtreligiösen Menschen hinsichtlich ihrer Wahrnehmung ‚fremder‘ Religionsgemeinschaften? Kann Religiosität beispielsweise als Ressource zur Förderung von Toleranz anderen Religionen gegenüber betrachtet werden? Oder stehen religiös gebundene Menschen ‚fremden‘ Religionsgemeinschaften und religiösen Gruppen eher ablehnend gegenüber? Ziel der Dissertation ist es, dieser Frage auf Basis einer quantitativen Bevölkerungsumfrage differenzierend nachzugehen.

Empirisch lassen sich hierzu keine eindeutigen Ergebnisse finden. Ob religiös gebundene Menschen toleranter sind als nichtreligiöse, dürfte zum Teil von den jeweils gemessenen Dimensionen von Religiosität (z.B. religiöse Praxis, religiöse Erfahrungen, Religionszugehörigkeit, Glaubenszugänge, etc.) abhängen, worauf  Gordon Allport bereits in den 1960er Jahren hingewiesen hat. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass die Beziehung von Religiosität und Toleranz anderen Religionen gegenüber von weiteren Faktoren mitbestimmt wird.

Ich möchte mich im Rahmen meiner Dissertation hierbei auf innerpsychische Merkmale zur Erklärung der menschlichen Persönlichkeit konzentrieren und strebe daher eine Verbindung von soziologischen und psychologischen Ansätzen an. Persönlichkeitseigenschaften – verstanden als mittelfristig stabile Dispositionen – werden vom Individuum in der Regel nicht durch seine aktive Entscheidung erworben, sie bestimmen jedoch zu einem gewissen Teil die Art und Weise der Lebensgestaltung auf Einstellungs- wie Verhaltensebene. Die zentrale Hypothese meiner Arbeit lautet somit, dass der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen individuell-religiösen Bindungen und der Toleranz anderen Religionen gegenüber in Abhängigkeit von den Persönlichkeitsmerkmalen der befragten Personen variiert.

Zur Messung der Persönlichkeitsmerkmale greife ich auf klassische persönlichkeitspsychologische Modelle mit den dazugehörigen Skalen zurück.  Dies sind im Rahmen der Dissertation die Konzepte der autoritären Persönlichkeitsstruktur (Adorno), der „Big Five“-Ansatz sowie interne Kontrollüberzeugungen.

Es lässt sich zusammenfassend folgende forschungsleitende Fragestellung formulieren: Welche Kombinationen spezifischer Persönlichkeits- und Religiositätsmerkmale führen eher zu einer ablehnenden, welche eher zu einer tolerierenden oder akzeptierenden Wahrnehmung und Bewertung religiöser Minderheiten in Deutschland?

Die Arbeit strebt eine detaillierte statistische Analyse dieser Wirkungszusammenhänge an und versucht somit, einen Beitrag zur Identifizierung von Möglichkeitsbedingungen für Integration zu leisten.

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

  • Religionssoziologie
  • Jugend und Religion
  • Werteforschung
  • Empirische Sozialforschung und Statistik

Publikationen:

  • Burghardt, U./ Feustel, S./ Friedrichs, N./ Giptenko, A./ Meyanga, S.: Nachbar-Sein im Siegfriedviertel – Funktion und Bedeutung einer besonderen sozialen Beziehung, in: Köhne-Finster, S. (Hrsg.): Das Siegfriedviertel in Braunschweig. Eine sozialräumliche Betrachtung, Forschungsberichte aus dem ISW, Nr. 67, Februar 2006
  • Feige, A. / Friedrichs, N. / Köllmann, M.: Studienmotivationen und Vorstellungen über ihre künftige Berufspraxis von Studierenden der ev. und kath. Theologie / Religionspädagogik, Forschungsbericht, Braunschweig 2007; veröffentlicht unter http://www.ph-weingarten.de/theologie/downloads/Deckblatt_Forschungsbericht.pdf
  • Feige, A. / Friedrichs, N. / Köllmann, M.: Religionsunterricht von morgen? Studienmotivationen und Vorstellungen über die zukünftige Berufspraxis bei Studierenden der ev. und kath. Theologie und Religionspädagogik, Ostfildern 2007

Mitarbeit an Publikationen innerhalb der Projektarbeit:

  • Feige, A. / Gennerich, C.: Was mir wichtig ist im Leben. Auffassungen Jugendlicher und Junger Erwachsener zu Alltagsethik, Moral, Religion und Kirche, Vollständiger Forschungsbericht, zweibändig, Braunschweig 2008; veröffentlicht unter http//ci-muenster.de/biblioinfothek/open_acces.php
  • Feige, A. / Gennerich, C., Lebensorientierungen Jugendlicher. Alltagsethik, Moral und Religion in der Wahrnehmung von Berufsschülerinnen und -schülern in Deutschland, Münster / New York / München / Berlin 2008

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2009/2010

Religion und Religiosität bei Jugendlichen: Religiöse Zugänge in einer spezifischen, sozial konstruierten Lebenslaufphase (mit methodischem Schwerpunkt)

Sommersemester 2010

Von Autoritarismus zu den Big Five: Persönlichkeitsforschung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive (mit methodischem Schwerpunkt)


Kontakt

Nils Friedrichs M. A.
Johannisstraße 1 Zimmer 104
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-23383
Fax: +49 251 83-23340

Betreuer

Prof. Dr. Detlef Pollack Institut für Soziologie Scharnhorststraße 121 Zimmer 556
D-48151 Münster
Tel.: +49 251 83-25301
Fax: +49 251 83-29930

Mentorin

Dr. habil. Christel Gärtner

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