Lebenslauf:
| seit Februar 2009 | Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Graduiertenschule des Exzellenzclusters "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne" an der WWU Münster |
| 2005-2009 | Doktorandin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main |
| 1998-2004 | Studium der Soziologie, Psychologie und Deutschen Sprachwissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Thema der Abschlussarbeit: "Verhüllungen des weiblichen Kopfes im Islam - Symbolisierung religiösen Gehorsams, kultureller Zugehörigkeit oder weiblicher Emanzipation?" |
Promotionsprojekt:
Die soziale, kulturelle und politische Identitätsbildung von türkischstämmigen Jugendlichen der gegenwärtigen Generation in Deutschland
Die Arbeit konzentriert sich auf die gegenwärtige Generation türkischstämmiger Jugendlicher und geht der Frage nach, wie sie sich in ihrer Adoleszenzkrise zu gesellschaftlich relevanten Themen und Krisendiskursen positioniert, an welchen Deutungsmustern sie sich hierbei orientiert und aus welchen Quellen der Krisenlösung sie bei der Bewältigung ihrer Adoleszenzkrise schöpft. In diesem Zusammenhang soll ebenfalls untersucht werden, in welchem gesellschaftlichen Bezugsrahmen die Jugendlichen eine soziale Sesshaftigkeit ausbilden und welcher übergeordneten politischen Vergemeinschaftung sie sich (eher) verpflichtet fühlen.
Eine zentrale Annahme dieser Arbeit ist es, dass die Wechselwirkung zwischen der Adoleszenz und der je konkreten gesellschaftlichen Lage konstitutiv für die Bildung von Generationen ist. Da jüngere Forschungen über sog. Migrantenjugendliche diese Beziehung nicht hinreichend berücksichtigen, bleibt offen, einerseits, wie sich türkischstämmige Jugendliche als aktiv Gestaltende ihren Weg ins Erwachsenenleben bahnen, und andererseits - als Voraussetzung des Ersteren -, welche Möglichkeiten ihnen als passiv Erleidende von sozialen, politischen und kulturellen Gegebenheiten und Restriktionen überhaupt hierfür offen stehen.
Bezüglich der Adoleszenzphase türkischstämmiger Jugendlicher stellt sich zunächst die Frage, welches Moratorium ihnen von den sie umgebenden Vergemeinschaftungen (z.B. Familie, Schule, Jugendverbände) zur Verfügung gestellt wird, in dem sie sich entfalten und eigenkulturelle Vorstellungen entwickeln können, aber auch in welcher Weise Stigmatisierungen und Diskriminierungen seitens der Mehrheitsgesellschaft eine restriktive Wirkung entfalten.
Es soll erforscht werden, inwieweit diese Jugendlichen der Traditionswahrung bzw. der Übernahme kulturell tradierter Lebensentwürfe verpflichtet sind und wie sie mit diesem Auftrag lebenspraktisch umgehen. Können sich zum Beispiel „deutsche Bewährungsmythen“ in „türkischen Bewährungskarrieren“ niederschlagen und zur Ausbildung von neuen Handlungs- und Deutungsmustern bei Jugendlichen türkischer Herkunft beitragen? Hier gilt es, das Verhältnis von Reproduktion und Transformation von tradierten Habitusformationen zu bestimmen.
Zugleich erscheint die Frage nach der Wirkung adoleszenter Auseinandersetzungen von türkischstämmigen Jugendlichen auf die deutsche Gesellschaft berechtigt, das heißt, ob die für die türkische Kultur und Gesellschaft relevanten Themen vermittelt über diese Jugendlichen Eingang in die Diskurse der deutschen Gesellschaft finden und „deutsche Bewährungskarrieren“ beeinflussen oder ob neue (gemeinsame) normative Muster entstehen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, diese und weitere, anhand des Datenmaterials (Interviews) zu entwickelnde Fragen zu beantworten und zu klären, welcher politisch-kulturellen Vergemeinschaftung sich die türkischstämmigen Jugendlichen primär zugehörig fühlen – der Bundesrepublik Deutschland, der Türkei, der Migrantengemeinschaft oder anderen transnationalen und transkulturellen Vergemeinschaftungen. Schließlich gilt es zu klären, welche Bedingungen vorliegen müssten, damit die Bundesrepublik Deutschland diesen zentralen Vergemeinschaftungsbezug für diese Jugendlichen darstellen kann.
Arbeits- und Interessenschwerpunkte:
- Sozialisationsforschung
- Generationenforschung
- Religionssoziologie
- Migrationssoziologie
- Methoden der rekonstruktiven Sozialforschung
Beteiligung am Exzellenzcluster:
- Mitglied der Arbeitsgruppe Religionssoziologie
Publikationen:
- Der Grundsatz des Laizismus in der Türkei. In: Robert, Rüdiger/Schlicht, Daniela/Saleem, Shazia (Hrsg.): Kollektive Identitäten im Nahen und Mittleren Osten - Studien zum Verhältnis von Staat und Religion. Münster u.a.: Waxmann, 2010, S. 399-418.
- Der Stellenwert islamischer Religiosität bei jungen Muslimen in Deutschland (zusammen mit Christel Gärtner), in: Forum21 - Europäische Zeitschrift für Kinder- und Jugendpolitik, 2/2010.
Vorträge:
- 11.-17. Juli 2010: 17th ISA World Congress of Sociology: Sociology on the move, Gothenburg, Thema (mit Christel Gärtner): The Transformation of Islamic Religiosity among Young Muslims in Germany
- 15.-17. April 2010: Conference of the International Society of Empirical Research in Theology: Religious Identity and National Heritage, Rom, Thema (mit Christel Gärtner): The Relation of Religious Identity and National Heritage of Young Muslims in Germany
- 22.-31. Juli 2009: 30th ISSR Conference: The Challenges of Religious Pluralism, Santiago de Compostela; Thema: Secular and Religious Myths among Turkish Adolescents in Germany
- 08.-12. Mai 2006: PHD-AG Transdisziplinäre Migrations- und Biographieforschung, Frankfurt/Main; Thema: Adolescence and Migration. A Case Study of a Young Kurdish Woman in Germany
Kontakt
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Betreuer
Prof. Dr. Detlef PollackInstitut für Soziologie
Lehrstuhl für Religionssoziologie
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