David Crispin, M.A.

David Crispin, M. A.

Historisches Seminar

Lebenslauf:

1982 geboren in Saarbrücken
2002-2009 Studium der Mittleren Geschichte, Alten Geschichte und Philosophie an den Universitäten Münster und York
Januar 2009 Magister Artium mit einer Arbeit zur Konfliktführung zwischen Christen und Heiden im 9. und 10. Jahrhundert
März 2008 - März 2009 Studentische Hilfskraft im Stadtmuseum Münster
April 2009 - März 2010 Wissenschaftliche Hilfskraft am Historischen Seminar der WWU Münster (Lehrstuhl Prof. Dr. Gerd Althoff)
Seit April 2010 Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Graduiertenschule des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der WWU Münster
Juli 2011 - Dezember 2011 Forschungsaufenthalt am Institute of Historical Research, London

Promotionsprojekt:

‚Gesta Dei per Francos‘. Religiöse Deutungen von Krieg und Gewalt in der hochmittelalterlichen Kreuzzugschronistik (Arbeitstitel)

Das Stichwort ‚Kreuzzüge‘ wird sicherlich nicht zuletzt mit durch religiösen Fanatismus motivierter Gewalt assoziiert. Es erscheint deshalb überraschend, dass diese Thematik in der umfangreichen einschlägigen Forschung nur verhältnismäßig geringe Aufmerksamkeit gefunden hat. Hier setzt mein Dissertationsprojekt an, in dem ich eine eingehende Untersuchung des Verhältnisses von kriegerischer Gewalt und Religion in der Überlieferung zu den hochmittelalterlichen Kreuzzügen anstrebe. Im Gegensatz zu klassischen militärgeschichtlichen Ansätzen besteht das Ziel des Projekts nicht in einer Rekonstruktion des ‚tatsächlichen‘ Kriegsgeschehens. Vielmehr wird nach der zeitgenössischen Wahrnehmung, Deutung und Bewertung von Gewalthandlungen und der Rolle, die religiöse Vorstellungen in diesem Zusammenhang spielen, gefragt.   

Zu diesem Zweck untersuche ich vornehmlich die Darstellung kriegerischer Gewalt und ihre Verflechtung mit religiösen Elementen in der betreffenden narrativen Überlieferung. Die Vielzahl von Kreuzzugschroniken, die besonders im frühen 12. Jahrhundert anlässlich des ersten Zuges (1095-1099), jedoch auch in der Folgezeit, verfasst wurde, bietet hierfür eine reiche Quellengrundlage. Sie wird durch Briefe sowie ausgewählte literarische Quellen ergänzt. Da die in aller Regel geistlichen Chronisten ihre Schilderungen vor dem Hintergrund des Verhältnisses der lateinischen Kirche zu Krieg und Gewalt verfassten, werden entsprechende Deutungsmuster anhand von Zeugnissen der geistlichen Kreuzzugspropaganda, vor allem der päpstlichen Aufrufe, sowie des kanonischen Rechts in den Blick genommen.

Den Autoren der behandelten historiographischen Werke ist gemein, dass sie sich bemühten, die Kreuzzugsbewegung als ein gottgewolltes Unternehmen zu zeichnen. Im Rahmen des Projekts untersuche ich, auf welche Weise dies im Detail geschah, welcher Mittel sich die Chronisten bedienten und welche Rolle die Schilderung von Gewalt in diesem Zusammenhang spielte. Die Befunde werden durch den Vergleich mit früheren wie auch zeitlich parallelen Beispielen, die andere kriegerische Konflikte zum Thema haben, in einen breiteren Kontext eingeordnet und es wird danach gefragt, ob sich in der Kreuzzugschronistik ein neuartiges religiös geprägtes Bild von Krieg und Gewalt fassen lässt. Geht man hiervon aus, stellt sich die Frage, worauf die Verfasser der Texte mit einer derartigen Darstellungsweise abzielten. Ebenfalls thematisiert wird die in der Forschung kontrovers diskutierte Frage, inwieweit die zum Teil äußerst drastischen Gewaltschilderungen der Quellen Aussagen darüber zulassen, ob das Ausmaß der ‚realen‘ Gewalt etwa bei den Massakern des Ersten Kreuzzugs nach den Maßstäben der Zeit als außergewöhnlich anzusehen ist.

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

  • Kulturgeschichte des Krieges im Mittelalter
  • Interreligiöse Kontakte und Konflikte im frühen und hohen Mittelalter
  • Mittelalterliche Geschichtsschreibung

Beteiligung am ExzellenzCluster:

Lehrveranstaltungen:

Publikationen:

  • Mahnende Heilige,  ein martialischer Gott und die Sorgen einer Mutter. Religiöse  Kontextualisierung von Krieg und Gewalt in der chronikalen Überlieferung zum  Ersten Kreuzzug, in: Daniel Lizius / Kristina Rzehak / Merle Schütte (Hgg.),  Zwischen Fakten und Fiktionen. Literatur und Geschichtsschreibung in der  Vormoderne (erscheint 2012).

Kontakt

David Crispin M. A.
Johannisstraße 1 Zimmer 108
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-23364
Fax: +49 251 83-23340

Betreuer

Prof. Dr. Gerd Althoff Historisches Seminar Domplatz 20-22 Zimmer 316
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-23233
Fax: +49 251 83-23247

Mentorin

Dr. Stefanie Rüther

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