Hanna Acke, M. A.

Hanna Acke, M. A.

Historisches Seminar

 

Lebenslauf:

Seit Mai 2009 Mitglied der Graduiertenschule „Religion und Politik“
Februar bis März 2009 Projektkoordinatorin des Erasmus-Mundus-Projekts BalticStudyNet an der Humboldt-Universität zu Berlin
2008 Lehrbeauftragte am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin
April 2008 Abschluss M.A., Magisterarbeit zu „ReProduktion von Wissen in einsprachigen schwedischen Wörterbüchern. Eine kritisch-lexikographische Analyse der Darstellung des Islams“
2006 - 2008 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Skandinavistische Linguistik/Gender Studies der Humboldt-Universität zu Berlin
2005 - 2006 Studentische Mitarbeiterin im Korpuslinguistik-Projekt Falko der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin
2002/2003 Beltzner-Stipendiatin an der Åbo Akademi, Finnland
2000-2008 Studium der Skandinavistik und Germanistischen Linguistik an der Humboldt-Universität zu Berlin
1981 geboren in Herdecke/Ruhr

 

Promotionsprojekt:

„…denn der Gläubigen sind so wenige in diesem öden Land“: Die Rolle der Mission für schwedische Identitätskonstruktionen um 1900

Wenn es bei gegenwärtigen Diskussionen um den europäischen Kolonialismus geht, positioniert sich Schweden üblicherweise als unbeteiligt. Schweden – so der allgemeine Tenor – hatte (und hat) mit kolonialer Gewalt nichts zu tun. Tatsächlich jedoch waren SchwedInnen nicht nur in Handelskompanien und durch SklavInnenhandel am europäischen Kolonialismus beteiligt: ein häufig übersehenes Feld, auf dem sie im Verhältnis zur Bevölkerungszahl des Landes überdurchschnittlich aktiv waren, ist das der christlichen Mission in Kolonien.

Wenn man nun Kolonialismus nicht nur als militärische Expansion und ökonomische Ausbeutung versteht, sondern auch als die Ideologie, die eine solche Unterdrückung rechtfertigt, war Schweden aktiv am Kolonialismus beteiligt: Die schwedischen MissionarInnen trugen dazu bei, die kolonialistische Ideologie von der Überlegenheit der europäischen Kultur und christlichen Religion und der moralischen Verpflichtung, diese den Menschen zu bringen, zu festigen.

Meine These lautet: Die außereuropäische Mission hat für die Entwicklung teilweise bis heute gültiger europäischer (bzw. unter Umständen auch speziell schwedischer) Selbstbilder, die sich aus der kolonialen Ideologie ergaben, eine immens wichtige Rolle gespielt.

Den zentralen Untersuchungsgegenstand meiner Dissertation bildet deswegen die schwedische Auseinandersetzung mit Mission im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert: Wie werden über die Kategorisierung der „eigenen“ Religion und der des kolonialisierten „Anderen“ Selbstbilder in Bezug auf Religion und auch – damit verschränkt – in Bezug auf Kultur, Nationalität bzw. Regionalität, Geschlecht, race und Klasse hergestellt? Welches Wissen über die Kolonien schaffen die AkteurInnen in diesem Diskurs in Schweden? Welche Identitäten und Eigenschaften schreiben sie sich selbst zu? Diese Fragestellungen untersuche ich anhand von Quellenmaterial, in dem schwedische MissionarInnen für das schwedische Publikum über die Situation in den Kolonien berichten.

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

  • Skandinavische Mission
  • Sprache und Kolonialismus
  • Kritische Lexikographie
  • Darstellung des Islams in Schweden
  • Pejorisierungen
  • Sprachpolitik in Skandinavien

Funktion innerhalb des CLusters/Beteiligung an Projekten/Arbeitsgruppen:

Publikationen:

  • Schimpfwörter – Beschimpfungen – Pejorisierungen: Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden, hg. zusammen mit Lann Hornscheidt und Ines Jana, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2011.
  • „Einleitung“ (mit Lann Hornscheidt und Ines Jana), in: Schimpfwörter – Beschimpfungen – Pejorisierungen: Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden, hg. zusammen mit Lann Hornscheidt und Ines Jana, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2011, S. 7-14.
  • „Zum Umgang mit Pejorisierungen in einsprachigen Wörterbüchern“, in: Schimpfwörter – Beschimpfungen – Pejorisierungen: Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden, hg. zusammen mit Lann Hornscheidt und Ines Jana, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2011, S. 69-94.
  • „Das Pejo-Projekt – Eine Fragebogenuntersuchung zum Umgang mit Beschimpfungen unter Jugendlichen“ (mit Lann Hornscheidt, Ines Jana und Gisa Marehn), in: Schimpfwörter – Beschimpfungen – Pejorisierungen: Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden, hg. zusammen mit Lann Hornscheidt und Ines Jana, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2011, S. 227-234.
  • Pejo. Ein multimediales Lehrwerk zu Schimpfwörter – Beschimpfungen – Pejorisierungen: Wie in Sprache Macht und Identitäten verhandelt werden, zusammen mit Jana Eder, Ines Jana, Lann Hornscheidt, Gisa Marehn und Tim Tigges, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2011.
  • Artikel über „Islam“, „Muslim“ und „Religion“, in: Rassismus auf gut Deutsch. Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen, hg. von Adibeli Nduka-Agwu und Lann Hornscheidt, Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 2010.

Lehrveranstaltungen:

  • SoSe 10: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Nordische Philologie/ Skandinavistik: Ingenting er som en felles fiende – Skandinavische Selbst- und Fremdbilder in Literatur und Medien
  • WiSe 08/09: Humboldt-Universität zu Berlin, Ostseekolleg: „Research Tutorial“
  • SoSe 08: Humboldt-Universität zu Berlin, Nordeuropa-Institut in Kooperation mit der Universität Göteborg: „Sprachwissenschaft 2“
  • WiSe 04/05 und SoSe 05: Humboldt-Universität zu Berlin, Nordeuropa-Institut: Projekttutorium zu Linguistik und Comic „Bilder von Sprache in sprechende Bilder“

Kontakt:

Hanna Acke M. A.
Geiststraße 24 Zimmer 108
D-48151 Münster
Tel.: +49 251 83-23514
Fax: +49 251 83-23500

Betreuerin

Prof. Dr. Silke Hensel Historisches Seminar Domplatz 20-22 Zimmer 125
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24356
Fax: +49 251 83-24382

Mentorin

Dr. Felicity Jensz

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