Hans-Blumenberg-Gastprofessur für Religion und Politik

Die „Hans-Blumenberg-Gastprofessur für Religion und Politik“ des Exzellenzclusters soll dazu beitragen, innovative Impulse aus der internationalen Forschung nach Münster zu bringen, und die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ stärken. Dem Verbund gehören rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern an. Seit dem Sommersemester 2016 werden renommierte Forscherinnen und Forscher aus wechselnden Disziplinen auf die Gastprofessur berufen, etwa aus der Geschichtswissenschaft, Soziologie, Ethnologie und Rechtswissenschaft. Die Gastprofessur wird auf Vorschlag der Hauptantragstellerinnen und Hauptantragsteller des Exzellenzclusters für je ein Semester besetzt.

Die Mitglieder des Exzellenzclusters arbeiten kultur- und epochenübergreifend, historisch und gegenwartsbezogen sowie bekenntnisneutral und bekenntnisgebunden. Damit ist Münster zu einem in Größe und Vielfalt herausgehobenen Standort für interdisziplinäre Religionsforschung geworden.

Die Hans-Blumenberg-Gastprofessur ist nach dem einflussreichen Münsteraner Philosophen Hans Blumenberg (1920-1996) benannt. Hans Blumenberg war von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1985 Professor an der Universität Münster und trug mit seinen Studien wesentlich zur Neubestimmung des Ortes der Neuzeit in der geschichtswissenschaftlichen und philosophischen Diskussion bei. Er stellte die damals vorherrschende Säkularisierungsthese in Frage, nach der theologische Deutungsmuster aus dem Mittelalter über den Umbruch zur Neuzeit hinweg im modernen Staat fortwirken. Der Philosoph befasste sich in seinen begriffs-, geistes- und philosophiegeschichtlichen sowie anthropologischen Studien auch mit der Interpretation von Mythen und Metaphern.