Forschungsfeld A: Normativität

Das Forschungsfeld A behandelt Konzepte der Normativität und ihrer Geltungsgrundlagen im Vergleich vormoderner und moderner Kulturen. Die Forschungsperspektive gilt zum einen der Genese und Struktur moderner Normativität und der Herausbildung, aber auch des Wandels oder gar des Rückgangs von Prinzipien säkularer Staatlichkeit. Zum anderen wird in vergleichender Perspektive untersucht, wie sich die Normen von Gesellschaftsordnungen und Religionsgemeinschaften in verschiedenen Zeiten hinsichtlich ihres Geltungsanspruchs, ihrer Reichweite, ihrer Durchsetzbarkeit, ihrer Eindeutigkeit, ihrer medialen Form und ihrer religiösen oder säkularen Geltungsgrundlagen unterscheiden.

In der zweiten Förderphase des Exzellenzclusters von 2012 bis 2017 wird sich die interdisziplinäre Arbeit auf drei in der ersten Förderphase seit 2007 herausgebildete Leitfragen konzentrieren, die in Koordinierten Projektgruppen bearbeitet werden:

Die erste Projektgruppe behandelt „Verflüssigungen“ und „Verfestigungen“ von normativen Diskursen innerhalb und zwischen den Feldern Politik, Religion und Recht. Die zweite Projektgruppe thematisiert das historisch variable Verhältnis zwischen der Setzung, Implementation und faktischen Erzwingung von Normen im Hinblick auf die gegenseitige Abgrenzung der Felder des Religiösen und des Politischen. Die dritte Projektgruppe „Religiöse Einflüsse auf wirtschaftliche Ordnungen und Handlungen“ antwortet auf das Desiderat, den Blick auf das ökonomische Feld zu erweitern.