Forschungsfeld D: Gewalt

Das Gewaltpotential von Religion steht gegenwärtig im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit und prägt insbesondere die Wahrnehmung des Islams in der westlichen Welt. Gegenüber dieser Verengung des Blicks erscheint es geboten, das Verhältnis zwischen Religion, Politik und Gewalt in einer weiten historischen Perspektive zu betrachten und nach den komplexen Bedingungen zu fragen, die religiöse Akteure gewalttätig werden lassen beziehungsweise die dazu führen, dass Gewalt mit religiöser Sprache und Symbolik umgeben wird.

Statt von „religiöser“ oder „politischer“ Gewalt zu sprechen, fragen die Mitglieder des Exzellenzclusters in Forschungsfeld D, von wem, in welcher Absicht und mit welchen Folgen solche Zuschreibungen vorgenommen werden. Im Zentrum steht die kontroverse Frage nach den Gewalt- wie auch den Friedenspotentialen verschiedener religiöser Sinnsysteme und nach den politischen und sozialen Bedingungen, unter denen diese Potentiale je unterschiedlich realisiert wurden und werden.

Zwei Koordinierte Projektgruppen knüpfen in der zweiten Förderphase des Exzellenzclusters von 2012 bis 2017 im Forschungsfeld „Gewalt“ an die Arbeit der ersten Förderphase seit 2007 an:

Im Blick vor allem auf antikes Judentum, Christentum und Islam interessiert die erste Projektgruppe, welche Argumentationsmuster zur Legitimation von Gewalt aus den heiligen Texten hergeleitet und wann sie aufgerufen wurden. Die zweite Projektgruppe untersuchtkultur- und epochenübergreifend das Phänomen des Martyriums als wesentliches Muster religiöser Sinnstiftung von Gewalt.


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