Arbeitsplattformen

Der Exzellenzcluster erforscht das Verhältnis von Religion und Politik vom Altertum bis heute in rund 80 Einzelprojekten. Die Arbeitsplattformen behandeln übergreifende Fragen, die sich in vielen der Projekte stellen, und dienen als Querverbindung zwischen den Forschungsfeldern Normativität, Medialität, Integration und Gewalt. Die Arbeitsplattformen bieten Raum für interdisziplinäre Verständigung und theoretische Grundlagenreflexion zu folgenden Themen: Differenzierung von Religion und Politik, transkulturelle Verflechtungen, das Verhältnis von Religion, Politik und Geschlecht sowie kulturelle Ambiguität.

Arbeitsplattform E Differenzierung und Entdifferenzierung

Das einflussreichste und wohl nach wie vor erklärungsstärkste Modell für den Wandel des Verhältnisses zwischen Religion und Politik liefert die Differenzierungstheorie, wonach sich in einem langfristigen, kontingenten, evolutiven Prozess Religion und Politik (neben anderen) als autonome gesellschaftliche Funktionssysteme herausgebildet haben. Die Arbeitsplattform E dient der Frage, inwiefern man gegenwärtig beobachtbare Tendenzen mit Hilfe dieser Theorie als Folgen eines gesteigerten Differenzierungsprozesses beschreiben kann oder ob man vielmehr Prozesse der „Entdifferenzierung“ in Rechnung stellen muss.

Arbeitsplattform F Transkulturelle Verflechtungen

Die Arbeitsplattform F zielt darauf ab, die Kontaktzonen, Hybridformen, Synkretismen und Grenzüberschreitungen zwischen den Religionen in den Blick zu nehmen. Sie soll die wissenschaftliche Aufmerksamkeit für die Mobilität von religiösen Bedeutungssystemen und Praxisformen sensibilisieren und die vielfältigen Impulse der Postcolonial Studies, des Global-History-Ansatzes sowie der Transkulturalitätsdebatte aufgreifen und weiterentwickeln.

Arbeitsplattform G Religion, Politik und Geschlechterordnung

Religiöse Glaubensvorstellungen, Mythen, Praktiken und Organisationsformen haben in der Regel Implikationen für die Geschlechterordnung. Die Arbeitsplattform G thematisiert das Verhältnis zwischen Religion, Geschlechterordnung, politischer Ordnung und historischem Wandel und dient dazu, die Themen der einzelnen Projekte systematisch unter der immer noch oft vernachlässigten Perspektive der Geschlechterdifferenz zu betrachten.

Arbeitsplattform H Kulturelle Ambiguität

Die Arbeitsplattform H macht die Frage, wie verschiedene Gesellschaften mit Mehrdeutigkeit, Vagheit, Kontingenz und Widersprüchlichkeit im Bereich der Religion umgehen, erstmals zu einem forschungsleitenden Gesichtspunkt. Dazu ist zunächst ein heuristisch fruchtbarer Begriff von kultureller Ambiguität zu entwickeln. Ausgehend von der heuristischen Annahme, dass sich verschiedene Gesellschaften signifikant darin unterscheiden, wie viel Toleranz oder Intoleranz sie – nicht nur – religiöser Ambiguität entgegenbringen, sollen Bausteine für eine umfassendere Theorie kultureller Ambiguität zusammengetragen werden.

Die vier Arbeitsplattformen sind aus den Arbeitsgruppen der ersten Förderphase von 2007 bis 2012 hervorgegangen.