„Nur Streit?“

Vortrag zum Testamentsrecht der Frühneuzeit zwischen Seelsorge und Ordnungspolitik

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Prof. Dr. Nils Jansen

© bhe

Über den Umgang mit dem unübersichtlichen Erbrecht der Frühneuzeit spricht Rechtshistoriker Prof. Dr. Nils Jansen am kommenden Dienstag in der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. „Religiöse Vertreter, insbesondere der katholischen Kirche, und weltliche Herrscher versuchten damals, das Erbrecht für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Jeder wollte seine eigenen Ordnungsvorstellungen durchsetzen“, so der Wissenschaftler. „Die Folge waren neue Regeln, die sich kaum miteinander vereinbaren ließen und das traditionell römisch-rechtlich geprägte gemeinrechtliche Erbrecht unübersichtlich machten.“ In seinem Vortrag will der Forscher zeigen, wie Juristen mit dieser Unübersichtlichkeit umgingen. Die Veranstaltung trägt den Titel „Nur Streit? Frühneuzeitliches Testamentsrecht zwischen kirchlicher Seelsorge und herrschaftlicher Ordnungspolitik“.

Prof. Dr. Nils Jansen ist Hauptantragsteller und Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters. Der Rechtshistoriker leitet das Clusterprojekt A1 „Dogmatik als symbolische Inszenierung von Normativem in Recht und Religion“. Bei der Ringvorlesung „Religion, Recht, Politik“ handelt es sich um eine Kooperation des Exzellenzclusters mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Im Mittelpunkt der Vorträge steht das spannungsreiche Verhältnis von Religion, Recht und Politik in der Rechtsgeschichte. Die Beiträge konzentrieren sich auf die europäische Geschichte und nehmen diese in einer Langzeitperspektive in den Blick – von der Spätantike bis in den Vormärz. Der Vortrag von Prof. Jansen beschließt die Reihe für dieses Semester. Er findet am 3. Juli von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 statt. (bhe/vvm)


Ringvorlesung „Religion, Recht, Politik“

Sommersemester 2012
dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr
Hörsaal F2 im Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
48143 Münster