Ethnologen-Film aus Münster bei Filmfestival in London

Dokumentation „Drugs and Prayers“ über Geistbesessenheit in Indien konkurriert bei internationalem Wettbewerb

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Prof. Dr. Helene Basu

Ein Dokumentarfilm der Ethnologin Prof. Dr. Helene Basu vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ nimmt am zwölften „RAI International Festival of Ethnographic Film“ in London teil. Die am Cluster entstandene Produktion mit dem Titel „Drugs and Prayers – Indian Psychiatry in the Realm of Saints“ („Pillen und Gebete – Die Psychiatrie im Heiligenschrein“) wurde aus mehr als 300 eingereichten Filmen ausgewählt und konkurriert nun mit mehr als 90 anderen Filmen aus 38 Ländern zu Themen der Ethnologie. Die wissenschaftliche Dokumentation aus Münster über transkulturelle Psychiatrie in Indien geht beim Festival am 23. Juni um den „Rai & Basil Wright Prize“ ins Rennen. Die Münsteraner Ethnologin wird beim Festival vor Ort sein und ihren Film vorstellen. Veranstalter ist das „Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland“ (RAI) des University College London.

Der Film „Drugs and Prayers“ untersucht, wie psychische Krankheiten am Sufi-Schrein von Mira Datar im indischen Nordgujarat mit Medikamenten, aber auch Gebeten behandelt werden. Die Südasien-Expertin Prof. Basu hat an den Gräbern muslimischer Heiliger mit der Kamera in der Hand beobachtet, wie traditionelle Heiler und Psychiater Kranke behandeln. Der Film ist am Exzellenzcluster in ihrem Projekt C12 „Mentale Gesundheit, religiöse Pluralität und kulturelle Modelle des Politischen“ entstanden.

Filmcover „Drugs and Prayers“

Film-Cover

Die Ethnologin forscht seit mehr als 20 Jahren in Indien und Pakistan. „Als Ursache psychischer Erkrankungen gelten dort häufig Schadenszauber und Besessenheit. Die Betroffenen suchen Hilfe an religiösen Zentren wie den Gräbern muslimischer Heiliger“, so Prof. Basu. Sie sei aber auch Psychiatern begegnet, die Geisteskrankheit auf Störungen der Gehirnfunktion zurückführen. Statt Gebeten und Trance-Ritualen böten sie an den heiligen Stätten Psychopharmaka an. „Mich interessiert, wie die unterschiedlichen Weltbilder aufeinandertreffen“, erläutert die Expertin.

Das Programm zum „RAI International Festival of Ethnographic Film“ findet sich auf den Seiten des University College London. (han/vvm)


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