• Vita

    Beruflicher Werdegang

    seit 08/2012
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centrum für Religion und Moderne der WWU Münster

    09/2011 - 07/2012
    Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte (Prof. Dr. Paul Nolte) der Freien Universität Berlin

    05/2006 - 08/2007
    Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte der Freien Universität Berlin

    10/2004 - 09/2005
    Studentische Hilfskraft am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

    11/2002  - 09/2003
    Studentische Hilfskraft am Institut für Europäische Geschichte, Mainz

    Akademische Ausbildung

    09/2011
    Promotion am European University Institute, Department of History and Civilization, Florenz

    09/2007 - 08/2011
    Forscher am European University Institute, Department of History and Civilzation, Florenz

    04/2007
    1. Staatsexamen für Gymnasiallehramt an der Freien Universität Berlin

    09/2005 - 03/2006
    Studium der Geschichte an der Uniwersytet Warszawski in Warschau, Polen

    10/2003 - 08/2007
    Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Religionslehre an der Freien Universität Berlin

    04/2002 - 09/2003
    Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Religionslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

  • Projekt

    Mannwerdung hinter Mauern. Internatserziehung und adoleszente Männlichkeit(en) in Deutschland und England, 1870-1930

    Was einen Mann zum Mann macht, wird bestimmt im Verhältnis zu anderen Männern und zu Frauen, aber auch zum Alter und eigenen Körper, zur Klasse, Nation und Religion. Was ein Mann ist, drückt sich folglich in unterschiedlichen Vorstellungen und Praktiken aus und war in der Geschichte häufig umkämpft. Ein neues Konfliktfeld tat sich im ausgehenden 19. Jahrhundert auf, als die bürgerlichen Gesellschaften in Westeuropa die Jugend als eigenständige Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein (neu) entdeckten. Was einen Jungen zum Mann werden ließ und welches der richtige Weg dorthin sei, Fragen nach der adoleszenten Männlichkeit also, standen von nun an vehement zur Debatte. Die Antworten fielen je nach sozialem, religiösem und nationalem Kontext unterschiedlich aus. Das lässt sich vor allem dort zeigen, wo die Mannwerdung außerhalb des üblichen familiären Sozialisationsregimes und  metaphorisch gesprochen  hinter Mauern gedacht und praktiziert wurde: in der Internatserziehung.

    Im Rahmen des Projekts werden adoleszente Männlichkeiten, wie sie in der deutschen und englischen Internatserziehung zwischen 1870 und 1930 konzipiert und praktiziert wurden, erstmalig systematisch historisiert. Anhand von ausgewählten Fallbeispielen wie dem traditionellen englischen Jungeninternat Harrow oder dem deutschen Landerziehungsheim Schloss Bieberstein wird gefragt:
    1. Welche Konzepte von adoleszenter Männlichkeit trugen Pädagogen und Erzieher im Umfeld von Internaten vor? Wie grenzten sie diese zu anderen Geschlechtskonzepten ab? Welchen Einfluss hatte die soziale Position der Sprecher?
    2. Durch welche Praktiken wurde die Mannwerdung in den Internaten eingeübt? Inwiefern waren diese durch soziale, religiöse und andere Kontextfaktoren bestimmt? Welche Wechselwirkung zeigte sich zu den öffentlichen Debatten?
    3. Welche nationalen Unterschiede und welche transnationalen Verflechtungen lassen sich zwischen Konzepten und Praktiken der Mannwerdung im Deutschen Reich und in England ausmachen? Welchen Einfluss hatten historische Ereignisse wie die Frauenemanzipation oder der Erste Weltkrieg?

    Das Projekt ordnet sich in zentrale Debatten der aktuellen Männlichkeitsgeschichte ein. Es wird die Genese von (neuen) Vorstellungen von adoleszenter Männlichkeit seit dem späten 19. Jahrhundert erforschen und ihren Wandel in Abhängigkeit von anderen gesellschaftlichen Faktoren wie sozialer Schicht und Religion sowie vom historischen Kontext erklären. Darüber hinaus wird die Studie Antworten auf die aus historischer Perspektive bislang häufig vernachlässigte Frage bieten, wie Mannwerdung in der sozialen Alltagspraxis vermittelt wurde. Es ist zu erwarten, dass sich Männlichkeitskonzepte und -praktiken bei allen Unterschieden gegenseitig beeinflusst haben. Schließlich wird das Projekt mithilfe eines Vergleichs zwischen dem Deutschen Reich und England einen Beitrag zur Diskussion um nationale Differenzen und transnationale Verflechtungen in der europäischen Hochmoderne leisten.

  • Forschung

    Arbeitsschwerpunkte

    • Religionsgeschichte, insbesondere Katholizismusforschung
    • Kulturgeschichte des Politischen
    • Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges
    • Historische Friedens- und Konfliktforschung
    • Männlichkeits- und Jugendgeschichte
    • Historische Bildungsforschung

  • Publikationen

    Monografien

    • Friedensdialoge im Kalten Krieg. Eine Geschichte der Katholiken in der Bundesrepublik Deutschland, 1957-1983, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2012 (Historische Studien 65).

    Sammelbände

    • (mit Viola van Melis und Ulrich Willems), Religionspolitik heute. Problemfelder und Perspektiven in Deutschland, Freiburg: Herder 2018 (in Arbeit).
    • (mit Ulrich Willems und Astrid Reuter), Ordnungen religiöser Pluralität. Wirklichkeit - Wahrnehmung - Gestaltung, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2016 (Religion und Moderne 3).

    Aufsätze

    • "Pax Christi. Eine katholische Friedensgruppe zwischen transnationaler Verflechtung und nationaler Eigendynamik", in: Claudia Kemper (Hg.), Gespannte Verhältnisse. Frieden und Protest in Europa während der 1970er und 1980er Jahre, Essen: Klartext 2017 (Frieden und Krieg 23), S. 153-175.
    • "Catholic anti-communism, the bomb and perceptions of the apocalypse in West Germany and the USA, 1945-90", in: Matthew Grant/Benjamin Ziemann (Hg.), Understanding the imaginary war: culture, thought and nuclear conflict, 1945-90, Manchester: Manchester University Press 2016 (Cultural History of Modern War), S. 189-212.
    • (mit Ulrich Willems und Astrid Reuter) "Ordnungen religiöser Pluralität. Eine Einleitung", in: dies. (Hg.), Ordnungen religiöser Pluralität. Wirklichkeit - Wahrnehmung - Gestaltung, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2016 (Religion und Moderne 3). S. 9-49.
    • "Bildung, soziale Ungleichheit - und Pierre Bourdieu. Ein Literaturbericht", in: Archiv für Sozialgeschichte 55 (2015), S. 477-494.
    • "Schreiben als Protest. Zum Verhältnis von Walter Dirks, katholischen Friedensaktivisten und gesellschaftlichen Protestbewegungen nach 1945", in: Benedikt Brunner/Thomas Großbölting/Klaus Große Kracht/Meik Woyke (Hg.), 'Sagen, was ist'. Walter Dirks in den intellektuellen und politischen Konstellationen Deutschlands und Europas, Bonn: Dietz 2015 (im Druck).
    • "Katholiken und der Krieg im Atomzeitalter, 1954-1990", in: Karl-Joseph Hummel/Christoph Kösters (Hg.), Kirche, Krieg und Katholiken. Geschichte und Gedächtnis im 20. Jahrhundert, Freiburg: Herder 2014, S. 95-113.
    • "Kehrt um - Entrüstet Euch!" - Religion und Protestbewegungen im Kalten Krieg, in: Zeitgeschichte in Hamburg. Nachrichten aus der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) 2013, S. 75-91.
    • "Vom 'modernen Krieg' und 'wissenschaftlichen Waffen'. Katholiken und die Perzeption eines imaginären Atomkrieges in transatlantischer Perspektive, 1945-1965", in: Patrick Bernhard/Holger Nehring (Hg.), Den Kalten Krieg denken. Beiträge zur sozialen Ideengeschichte seit 1945, Essen: Klartext 2014, S. 235-255.
    • "Von Pilgerfahrten zu Protestmärschen? Zum Wandel des katholischen Friedensengagements in den USA und der Bundesrepublik Deutschland, 1945-1990", in: Archiv für Sozialgeschichte 51 (2011), S. 311-342.
    • "'Das süße Gift des Pazifismus'? Die westdeutschen Katholiken und das Ringen um ein neues Friedensverständnis, 1979-1983", in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 69,2 (2010), S. 275-294.
    • "Von Wallfahrten zu Straßenprotesten. Zum Friedensengagement der westdeutschen Katholiken in der Nachkriegszeit", in: Pax Zeit 3 (2010), S. 12/13.
    • "Die Neuordnung Europas durch die Alliierten. Vorstellungen – Pläne – Beschlüsse", in: Vertreibungen und was weiter? Beiträge eines deutsch-polnischen Seminars für Studierende, hg. von Instytut Historyczny Uniwersytetu Warszarwskiego, Warsaw 2006, S. 32-47.

    Rezensionen (Auswahl)

    • Pollard,  John, The Papacy in the Age of Totalitarianism, 1914-1958, Oxford: Oxford University Press 2014, in: sehepunkte, 18.11.2016.
    • Hinz, Felix (Hrsg.): Kreuzzüge des Mittelalters und der Neuzeit. Realhistorie − Geschichtskultur − Didaktik. Hildesheim 2015 , in: H-Soz-Kult, 11.08.2016.
    • Gorry, Jonathan, Cold War Christians and the Spectre of Nuclear Deterrence, 1945-1959, Basingstoke: Palgrave Macmillan 2013, in: sehepunkte, 24.11.2015.
    • Sammelrezension 'Christliche Religion und Erster Weltkrieg', in: H-Soz-Kult, 05.02.2015.
    • Buro, Andreas, Gewaltlos gegen Krieg. Erinnerungen eines streitbaren Pazifisten. Frankfurt am Main 2011, in: H-Soz-Kult, 07.01.2014.
    • Martin Klimke/Winfried Mausbach/Marianne Zepp (Hg.), „Entrüstet Euch!“. Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung, Paderborn 2012, in: H-Soz-Kult, 17.01.2013.
    • Mittmann, Thomas, Kirchliche Akademien in der Bundesrepublik. Gesellschaftliche, politische und religiöse Selbstverortung, Göttingen 2011, in: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kirchengeschichte 105 (2011), S. 579/580.
    • Karlheinz Lipp/Reinhold Lütgemeier-Davin/Holger Nehring, Frieden und Friedensbewegungen in Deutschland 1892-1992. Ein Lesebuch, Klartext, Essen 2010, in: Archiv für Sozialgeschichte (online) 52 (2012), 22.09.2011.
    • Hannig, Nicolai, Die Religion der Öffentlichkeit. Kirche, Religion und Medien in der Bundesrepublik 1945-1980, Göttingen 2010, in: H-Soz-Kult, 22.12.2010.
    • Holzem, Andreas (Hg.), Krieg und Christentum. Religiöse Gewalttheorien in der Kriegserfahrung des Westens, Paderborn 2009, in: H-Soz-u-Kult, 15.01.2010.
    • Stadtland, Helke (Hg.), Friede auf Erden. Religiöse Semantiken und Konzepte des Friedens im 20. Jahrhundert, Essen 2009, in: H-Soz-u-Kult, 30.06.2009.

  • Lehre

    Wintersemester 2015/2016
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Elite(n) und Geschichtswissenschaft"

    Sommersemester 2014
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Frieden, Gewalt und Gesellschaft. Deutschland im Kaiserreich, 1871-1918"

    Wintersemester 2013/2014
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Der Kampf um die nächste Generation. Bildung und politische Kultur in der Weimarer Republik"

    Sommersemester 2013
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Friedensproteste und gesellschaftlicher Wandel nach 1945"