• Vita

    Beruflicher Werdegang

    10/2017 - 03/2018
    Vertretung der Wissenschaftlichen Geschäftsführung (50%) am Centrum für Religion und Moderne der WWU Münster

    seit 08/2012
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centrum für Religion und Moderne der WWU Münster

    09/2011 - 07/2012
    Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte (Prof. Dr. Paul Nolte) der Freien Universität Berlin

    05/2006 - 08/2007
    Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte der Freien Universität Berlin

    10/2004 - 09/2005
    Studentische Hilfskraft am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

    11/2002  - 09/2003
    Studentische Hilfskraft am Institut für Europäische Geschichte, Mainz

    Akademische Ausbildung

    09/2011
    Promotion am European University Institute, Department of History and Civilization, Florenz

    09/2007 - 08/2011
    Forscher am European University Institute, Department of History and Civilzation, Florenz

    04/2007
    1. Staatsexamen für Gymnasiallehramt an der Freien Universität Berlin

    09/2005 - 03/2006
    Studium der Geschichte an der Uniwersytet Warszawski in Warschau, Polen

    10/2003 - 08/2007
    Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Religionslehre an der Freien Universität Berlin

    04/2002 - 09/2003
    Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Religionslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

  • Projekt

    Mannwerdung "hinter Mauern". Internatserziehung und Männlichkeit(en) in Deutschland und England, 1870-1930

    Die Frage, was einen Jungen zum ‚Mann‘ werden ließ, war in den bürgerlichen Gesellschaften Europas im Ausgang des 19. Jahrhunderts heftig umstritten. Dazu trugen nicht nur divergierende politische, soziale und religiöse Weltsichten und deren unterschiedliche Männlichkeitsvorstellungen bei, sondern auch die (Neu-)Entdeckung der ‚Jugend‘ als eigenständige Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein.

    Vor dem Hintergrund der geschilderten Konfliktlage wird im Rahmen des Forschungsvorhabens untersucht, wie in den Jahrzehnten zwischen 1870 und 1930 ‚Männlichkeit(en)‘ in der Internatserziehung konzipiert und Mannwerdung in ausgewählten Anstalten im Deutschen Reich und in England praktiziert worden ist. Internate sind im Wesentlichen durch die Zusammenlegung von schulischer und außerschulischer Erziehung am selben Ort, eine hohe Zugangsbeschränkung sowie eine eigene Gemeinschaftsidentität gekennzeichnet. Sie bilden folglich in der Sozialisation von Jugendlichen eine einzigartige Schnittstelle zwischen Schule, Peergroup und Familien. Internate eignen sich daher besonders, um beispielhaft den Wandel von Vorstellungen und Praktiken der Mannwerdung in Relation zu sozialen Kategorien wie Klasse, Religion oder Nation sowie in Rückbindung an gesellschaftliche Entwicklungen wie Liberalisierung oder Industrialisierung herauszuarbeiten.

    Die Untersuchung erfolgt anhand von ausgewählten Internaten wie dem traditionellen Jungeninternat Harrow in England, der Landesschule Pforta bei Naumburg und dem katholischen Jungeninternat Metten in Niederbayern. Sie kombiniert im Wesentlichen drei methodische Herangehensweisen: eine Erhebung von sozialen Strukturdaten der einzelnen Internate, eine semantische Analyse von Beiträgen verschiedener Akteure der Internats-erziehung zu den Themen ‚Mann‘ und ‚Mannwerdung‘ sowie eine Untersuchung der Praktiken der Mannwerdung in den ausgewählten Internaten. Je nach Methode greift die Studie auf unterschiedliche Quellen wie Schülerlisten, Rektorenreden und Schulzeitschriften, Hausregeln und Schulordnungen, Strafvermerke und Tagebucheinträge zurück.

    Durch das Forschungsprojekt soll in dreifacher Hinsicht ein Beitrag zur historischen Debatte geleistet werden:
    1. zur historischen Bedingtheit von Männlichkeitsvorstellungen und -praktiken gerade auch im Kontext der Sozialisation von Jugendlichen gehobener sozialer Schichten, die im Wesentlichen Adressaten und Klienten der untersuchten Internate waren.
    2. zum wandelhaften Charakter der Epoche zwischen 1870 und 1930, der im relationalen Verhältnis von ‚Männlichkeit(en)‘ zu anderen Entwicklungen der Zeit wie sozialen Umbrüchen, technischen Neuerungen, Kriegen und Krisen beschrieben werden soll.
    3. zur Diskussion um nationale Differenzen und Verflechtungen von europäischen Gesellschaften in der Epoche durch einen transnationalen Vergleich von ‚Männlichkeit(en)‘ im Deutschen Reich und England.

  • Forschung

    Arbeitsschwerpunkte

    • Religionsgeschichte, insbesondere Katholizismusforschung
    • Kulturgeschichte des Politischen
    • Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges
    • Historische Friedens- und Konfliktforschung
    • Männlichkeits- und Jugendgeschichte
    • Historische Bildungsforschung

  • Publikationen

    Monografien

    • Friedensdialoge im Kalten Krieg. Eine Geschichte der Katholiken in der Bundesrepublik Deutschland, 1957-1983, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2012 (Historische Studien 65).

    Sammelbände

    • (mit Viola van Melis und Ulrich Willems), Religionspolitik heute. Problemfelder und Perspektiven in Deutschland, Freiburg: Herder 2018 (in Arbeit).
    • (mit Ulrich Willems und Astrid Reuter), Ordnungen religiöser Pluralität. Wirklichkeit - Wahrnehmung - Gestaltung, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2016 (Religion und Moderne 3).

    Aufsätze

    • "Pax Christi. Eine katholische Friedensgruppe zwischen transnationaler Verflechtung und nationaler Eigendynamik", in: Claudia Kemper (Hg.), Gespannte Verhältnisse. Frieden und Protest in Europa während der 1970er und 1980er Jahre, Essen: Klartext 2017 (Frieden und Krieg 23), S. 153-175.
    • "Catholic anti-communism, the bomb and perceptions of the apocalypse in West Germany and the USA, 1945-90", in: Matthew Grant/Benjamin Ziemann (Hg.), Understanding the imaginary war: culture, thought and nuclear conflict, 1945-90, Manchester: Manchester University Press 2016 (Cultural History of Modern War), S. 189-212.
    • (mit Ulrich Willems und Astrid Reuter) "Ordnungen religiöser Pluralität. Eine Einleitung", in: dies. (Hg.), Ordnungen religiöser Pluralität. Wirklichkeit - Wahrnehmung - Gestaltung, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2016 (Religion und Moderne 3). S. 9-49.
    • "Bildung, soziale Ungleichheit - und Pierre Bourdieu. Ein Literaturbericht", in: Archiv für Sozialgeschichte 55 (2015), S. 477-494.
    • "Schreiben als Protest. Zum Verhältnis von Walter Dirks, katholischen Friedensaktivisten und gesellschaftlichen Protestbewegungen nach 1945", in: Benedikt Brunner/Thomas Großbölting/Klaus Große Kracht/Meik Woyke (Hg.), 'Sagen, was ist'. Walter Dirks in den intellektuellen und politischen Konstellationen Deutschlands und Europas, Bonn: Dietz 2015 (im Druck).
    • "Katholiken und der Krieg im Atomzeitalter, 1954-1990", in: Karl-Joseph Hummel/Christoph Kösters (Hg.), Kirche, Krieg und Katholiken. Geschichte und Gedächtnis im 20. Jahrhundert, Freiburg: Herder 2014, S. 95-113.
    • "Kehrt um - Entrüstet Euch!" - Religion und Protestbewegungen im Kalten Krieg, in: Zeitgeschichte in Hamburg. Nachrichten aus der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) 2013, S. 75-91.
    • "Vom 'modernen Krieg' und 'wissenschaftlichen Waffen'. Katholiken und die Perzeption eines imaginären Atomkrieges in transatlantischer Perspektive, 1945-1965", in: Patrick Bernhard/Holger Nehring (Hg.), Den Kalten Krieg denken. Beiträge zur sozialen Ideengeschichte seit 1945, Essen: Klartext 2014, S. 235-255.
    • "Von Pilgerfahrten zu Protestmärschen? Zum Wandel des katholischen Friedensengagements in den USA und der Bundesrepublik Deutschland, 1945-1990", in: Archiv für Sozialgeschichte 51 (2011), S. 311-342.
    • "'Das süße Gift des Pazifismus'? Die westdeutschen Katholiken und das Ringen um ein neues Friedensverständnis, 1979-1983", in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 69,2 (2010), S. 275-294.
    • "Von Wallfahrten zu Straßenprotesten. Zum Friedensengagement der westdeutschen Katholiken in der Nachkriegszeit", in: Pax Zeit 3 (2010), S. 12/13.
    • "Die Neuordnung Europas durch die Alliierten. Vorstellungen – Pläne – Beschlüsse", in: Vertreibungen und was weiter? Beiträge eines deutsch-polnischen Seminars für Studierende, hg. von Instytut Historyczny Uniwersytetu Warszarwskiego, Warsaw 2006, S. 32-47.

    Rezensionen (Auswahl)

    • Pollard,  John, The Papacy in the Age of Totalitarianism, 1914-1958, Oxford: Oxford University Press 2014, in: sehepunkte, 18.11.2016.
    • Hinz, Felix (Hrsg.): Kreuzzüge des Mittelalters und der Neuzeit. Realhistorie − Geschichtskultur − Didaktik. Hildesheim 2015 , in: H-Soz-Kult, 11.08.2016.
    • Gorry, Jonathan, Cold War Christians and the Spectre of Nuclear Deterrence, 1945-1959, Basingstoke: Palgrave Macmillan 2013, in: sehepunkte, 24.11.2015.
    • Sammelrezension 'Christliche Religion und Erster Weltkrieg', in: H-Soz-Kult, 05.02.2015.
    • Buro, Andreas, Gewaltlos gegen Krieg. Erinnerungen eines streitbaren Pazifisten. Frankfurt am Main 2011, in: H-Soz-Kult, 07.01.2014.
    • Martin Klimke/Winfried Mausbach/Marianne Zepp (Hg.), „Entrüstet Euch!“. Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung, Paderborn 2012, in: H-Soz-Kult, 17.01.2013.
    • Mittmann, Thomas, Kirchliche Akademien in der Bundesrepublik. Gesellschaftliche, politische und religiöse Selbstverortung, Göttingen 2011, in: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kirchengeschichte 105 (2011), S. 579/580.
    • Karlheinz Lipp/Reinhold Lütgemeier-Davin/Holger Nehring, Frieden und Friedensbewegungen in Deutschland 1892-1992. Ein Lesebuch, Klartext, Essen 2010, in: Archiv für Sozialgeschichte (online) 52 (2012), 22.09.2011.
    • Hannig, Nicolai, Die Religion der Öffentlichkeit. Kirche, Religion und Medien in der Bundesrepublik 1945-1980, Göttingen 2010, in: H-Soz-Kult, 22.12.2010.
    • Holzem, Andreas (Hg.), Krieg und Christentum. Religiöse Gewalttheorien in der Kriegserfahrung des Westens, Paderborn 2009, in: H-Soz-u-Kult, 15.01.2010.
    • Stadtland, Helke (Hg.), Friede auf Erden. Religiöse Semantiken und Konzepte des Friedens im 20. Jahrhundert, Essen 2009, in: H-Soz-u-Kult, 30.06.2009.

    Blogs, Rundfunk- und Fernsehbeiträge

  • Lehre

    Wintersemester 2015/2016
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Elite(n) und Geschichtswissenschaft"

    Sommersemester 2014
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Frieden, Gewalt und Gesellschaft. Deutschland im Kaiserreich, 1871-1918"

    Wintersemester 2013/2014
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Der Kampf um die nächste Generation. Bildung und politische Kultur in der Weimarer Republik"

    Sommersemester 2013
    Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar: "Friedensproteste und gesellschaftlicher Wandel nach 1945"