Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist mit rund 6.000 Studierenden eine der größten Deutschlands.
Insbesondere mit ihren Lehrerfolgen rangiert die Fakultät in den verschiedenen Rankings weiterhin in der Spitzengruppe deutscher Universitäten.
Nach der Umstrukturierung des Studiengangs Rechtswissenschaft im Jahre 2002/03 war am 1. Juli 2006 letztmalig die Meldung zum Staatsexamen nach altem Recht möglich. Alle Veranstaltungen werden nun ausschließlich nach neuem Recht angeboten. Aus diesem Anlass hat die Fakultät beschlossen, im Sommersemester 2006 eine Revision der Prüfungs- und Studienordnung durchzuführen und so Schwachstellen des Studiums nach neuem Recht zu bereinigen. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere der Stellenwert der Grundlagenfächer erhöht. An den acht Schwerpunktbereichen, deren Leistungen 30 % der Examensnote ausmachen, wurden kleinere Änderungen vorgenommen.
Ebenfalls im Wintersemester 2006/07 wurde damit begonnen, neue Veranstaltungen für das Fachfremdsprachenangebot zu konzipieren: Eine Veranstaltung zum Russischen Recht in Russischer Sprache hat bereits zum ersten Mal mit großem Erfolg stattgefunden, eine Fachspezifische Fremdsprachenausbildung in der Fachsprache Spanisch wird gerade entwickelt.
Der vierte von der Fakultät im Wege der sog. "public private partnership" in Kooperation mit der JurGrad gGmbH angebotene Weiterbildungsstudiengang "Real Estate Law" hat im Sommersemester 2006 den Studienbetrieb aufgenommen. Neue Weiterbildungsstudiengänge sind in Vorbereitung.
Im März 2006 wurde in Pretoria (Südafrika) der erste Studiengang des "Master of Customs Administration" graduiert. 14 höhere Zollbeamte aus Ländern des südlichen Afrika haben den 2005 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät eingeführten englischsprachigen Masterstudiengang "Customs Administration, Law and Policy" erfolgreich abgeschlossen. Dieser Studiengang ist weltweit einmalig und wird mit Unterstützung der Weltzollorganisation und Finanzierung durch die Bundesregierung durchgeführt. Die zweite Kohorte mit 24 Zollbeamten hat im Mai 2006 ihre Studien in Münster aufgenommen.
Die Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliotheken konnten mit Hilfe der JurGrad gGmbH weiter ausgedehnt werden: Beide Abteilungen haben nun neben sonntags auch feiertags bis 20 Uhr geöffnet.
Personal/Nachwuchsförderung
97 Promotionsverfahren wurden erfolgreich abgeschlossen. 15 Doctores, von denen eine mit dem Dissertationspreis der WWU und vier mit dem Dissertationspreis der Fakultät (Harry-Westermann-Preis) ausgezeichnet wurden, erreichten die Note "summa cum laude".
Die Fakultät setzt als Mittel der Nachwuchsförderung u. a. die Vergabe von Preisen an Studierende und Absolventen ein. Die Elze-Hilfe der DANV hat wieder Preise für die 10 besten Absolventen der Zwischenprüfung gestiftet. Der Freundeskreis Rechtswissenschaft hat die besten Absolventen der Ersten (Staats-) Prüfung und der Fachspezifischen Fremdsprachenausbildung mit Geld-, Buch- und Urkundenpreisen ausgezeichnet. Zum ersten Mal haben die fünf besten Examensabsolventen den "JurGrad-Preis" des Freundeskreises Rechtswissenschaft, je ein Stipendium für einen Weiterbildungsstudiengang im Wert von bis zu rund 13.000 €, erhalten.
In den Pfingstferien wurde die Karrieremesse "JurStart" veranstaltet. Um Frauen gezielt auch auf die Bewerbung um studentische und wissenschaftliche Hilfskraftstellen vorzubereiten, wurde in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten der Universität und der Fakultät erneut ein speziell auf die Bedürfnisse von Juristinnen zugeschnittenes Bewerbungstraining durchgeführt. Gleichzeitig fand bereits zum zweiten Mal die LL.M. Fair Europe statt, eine Messe auf der juristische Fakultäten aus dem (insbesondere englischsprachigen) Ausland ihre LL.M.-Programme präsentierten.
Studierende des Fachbereichs nahmen mit Unterstützung der Fakultät am Willem C. Vis Moot Court zum UN-Kaufrecht, am Philip C. Jessup International Law Moot Court, am Elsa Moot Court und am Model United Nations (MUN) in Peking teil.
Forschung und internationale Kontakte
Die wesentliche Forschungsleistung in der Rechtswissenschaft ist Individualforschung, die sich in zahlreichen Veröffentlichungen der Fakultätsmitglieder niederschlägt.
Zur Vorbereitung einer Graduiertenschule mit Ausrichtung auf "Recht" wurde ein intensives Vorbereitungsprogramm unter Beteiligung verschiedener Teildisziplinen durchgeführt. Zudem haben Hochschullehrer der Fakultät am Antrag für das Exzellenzcluster "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne" mitgewirkt.
Die Beteiligung am Sonderforschungsbereich "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme", Teilprojekt "Symbole im Gerichtsverfahren", wurde fortgesetzt.
Folgende Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen: Das aus EU-Mitteln geförderte Forschungsnetzwerk "Uniform Terminology for European Private Law", die Marie Curie Training Site "Harmonisation of European Business and Consumer Law in the EU" zur Förderung von Ausbildung und Mobilität europäischer Nachwuchswissenschaftler/-innen und das interdisziplinäre Projekt "Integration des Islam durch islamischen Religionsunterreicht" im Rahmen des Landesexzellenzprogramms 2004/06.
Die Zivilrechtliche Abteilung des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (Landeskompetenzzentrum für ITM) bearbeitet folgende neue Drittmittelprojekte: Erforschung von Fragen der Videoüberwachung und der Vorratsdatenspeicherung an Hochschulen (Auftrag des DFN-Vereins), Bearbeitung der Teilbereiche "Kartellrecht und Internet" sowie "Markenrecht im Internet" des Großforschungsprojektes Internetökonomie des BMBF sowie Erforschung von Rechtsfragen des Biotechnologietransfers im europäisch-lateinamerikanischen Kontext.
Gemeinsam mit der China University of Politics and Law wurde ein von der EU gefördertes Programm zur Ausbildung chinesischer Nachwuchswissenschaftler im Bereich "Europäisches Recht und europäische Politik" ins Leben gerufen.
Außerdem fanden das 9. Forum Kartellrecht, der 11. Außenwirtschaftsrechtstag, der 2. Münsteraner Bankrechtstag, die 12. Münsterische Sozialrechtstagung und der 25. Münsterische Versicherungstag statt und die Fakultät hat neue Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten in Ankara, Bangkok, Kyoto, Peking, Riga, Rio de Janeiro und Tartu abgeschlossen und unterhält nun mit mehr als 60 ausländischen Fakultäten Kooperationen, in deren Rahmen auch 2006 wieder zahlreiche ausländische Wissenschaftler in Münster zu Gast waren.
Entwicklung/Perspektiven
Zum Wintersemester 2007/08 wird erstmals eine Fachspezifische Fremdsprachenausbildung in der Fachsprache Spanisch angeboten werden. Neue Weiterbildungsstudiengänge wie z. B. Wealth Management sind in Vorbereitung.
Die Konzepte für eine neue Graduate School und den o.g. Exzellenzcluster werden weiter ausgearbeitet, eine Verlängerung der Kooperationsvereinbarungen mit der Akademischen Rechtsuniversität und dem Institut für Staat und Recht in Moskau werden angestrebt und ein neuer Strukturplan wird vorbereitet.
Prof. Dr. Reiner Schulze Dekan des Fachbereichs 3