Kannten Sie die Antwort?

Vielleicht hat es 1931 in Warschau gerade geschneit, als Alfred Tarski (1901-1983) nach einem guten Beispiel suchte. Jedenfalls ist "Schnee ist weiß" einer der berühmtesten Beispielsätze der Philosophie geworden, weil ihn Tarski in einem bahnbrechenden Aufsatz benutzt. Tarski stellt sich darin die Frage "Was ist Wahrheit?", und zwar in einer ganz neuen Form: Wie könnten wir herausfinden, ob ein uns unbekanntes Wort, etwa "blups", dasselbe heißt wie "wahr"? Gibt es eine rein strukturelle Bedingung dafür? Tarskis verblüffende Antwort: ja. Das Wort "blups" heißt dasselbe wie "wahr", wenn wir Infos bekommen wie diese: Der Satz "Schnee ist weiß" ist gerade dann blups, wenn Schnee weiß ist. Wenn diese Idee stimmt, dann sagen wir gerade dann die Wahrheit, wenn die Welt so ist, wie wir es behaupten: Wahrheit ist objektiv. Wer immer das heute in einer Diskussion unter Philosophen verteidigt oder aber bestreitet, wird wahrscheinlich schnell über weißen Schnee reden, und alle wissen, was gemeint ist.

Prof. Dr. Niko Strobach, Philosophisches Seminar

Und hier noch einmal die Frage:

Was hat der Satz "Schnee ist weiß" mit der Frage "Was ist Wahrheit?" zu tun?


Foto: manun / photocase.com
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