Kannten Sie die Antwort?

Diese Frage wird oft kontrovers diskutiert, dabei ist sie eindeutig zu beantworten. Die Habsburgerin Maria Theresia war seit dem Tod ihres Vaters 1740 Erzherzogin von Österreich, König von Ungarn und König von Böhmen. Diese "männlichen Kronen" kamen ihr aufgrund des Erbrechts ihres Hauses zu, kraft juristischer Fiktion wurde sie in dieser Hinsicht wie ein Mann behandelt. Den Titel Kaiserin trug sie dagegen seit 1745, allerdings nur deshalb, weil ihr Ehemann zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gewählt und gekrönt worden war. Zum "König" ließ sie sich in Pressburg und Prag krönen, zur "Kaiserin" in Frankfurt dagegen nicht, weil sie sich dabei ihrem Mann symbolisch hätte unterordnen müssen. Den Titel Kaiserin bzw. Kaiserinwitwe führte sie trotzdem. Einen österreichischen Kaisertitel gab es dagegen zu Maria Theresias Lebzeiten noch gar nicht.

Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, Exzellenzcluster Religion & Politik

Und hier noch einmal die Frage:

Maria Theresia (1717-1780) wird gern "Kaiserin von Österreich" genannt. Aber trifft das eigentlich zu?

Foto: manun / photocase.com
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