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Seit 1983 ist der Meter als diejenige Länge definiert, die ein Lichtstrahl in einem 299.792.458-sten Bruchteil einer Sekunde zurücklegt. Doch Licht war nicht immer maßgebend für die Definition des Meters. Das älteste bekannte Längenmaß, die Nippur-Elle aus Mesopotamien, wird auf die erste Hälfte des dritten Jahrtausends vor Christus datiert. Sie war 51,8 Zentimeter lang und orientierte sich an Stein-Maßstäben. Nach einer Phase der Orientierung von Längeneinheiten an den - mehr oder weniger zufälligen - Körpermaßen eines Herrschers, die als Maßstäbe Fuß, Arm (Elle) und Daumenbreite (Zoll) nutzen, brachte die Französische Revolution ein Umdenken.
Nach einem Vorschlag der Akademie der Wissenschaften beschloss die verfassungsgebenden Versammlung in Paris 1791 die Einführung einer universellen Längeneinheit, die sich an Erdabmessungen orientiert. Durch die Kriegswirren wurde 1793 vom Nationalkonvent festgelegt, dass der Meter ein Zehnmillionstel jener Strecke betragen sollte, die den Äquator mit dem Nordpol verbindet und dabei durch Paris führt. Da die Strecke nicht genau vermessen war, wurde ein provisorischer Wert von 443,440 Pariser Linien festgelegt, was knapp 1.000,325 Millimetern entspricht. Wissenschaftler vermaßen zwei Jahre später diesen Meridianbogen, so dass 1795 ein Prototyp des Meters in Messing gegossen wurde, und 1799 genauer in Platin.
Im 19. Jahrhundert verbesserten sich die Messmethoden. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Meridiane unterschiedlich lang sind, weil die Erde eine unregelmäßige Form hat. Fortan wurde der Meter deshalb nicht mehr an einer Erdabmessung, sondern an der Länge eines konkreten Gegenstandes festgemacht. Dieser "Urmeter" war ein verbesserter Platin-Iridium-Stab, der 1889 in 30 Kopien angefertigt und an die Mitgliedsstaaten der Meterkonvention verteilt wurde. Ein Meter war nun der Abstand der Mittelstriche der auf dem Urmeterstab angebrachten Strichgruppe bei 0 °Celsius. Als absolutes Maß galt der wohlgehütete Metermaßstab in Sèvres bei Paris. Erst ab 1960 definierte man einen Meter als Vielfaches der Wellenlänge einer Krypton-Lampe. In der Lampe wurden Kryptonatome angeregt, so dass rotes Licht einer genau bestimmten Wellenlänge entstand. Dadurch wurde der Meter eine atomare Größe: Ein Meter war das 1.650.763,73-fache der Vakuumwellenlänge des Lichts, das von einem Krypton-86-Atom ausgesandt wird.
1983 hat man sich bis heute darauf geeinigt, einen Meter über die Zeit zu definieren, die über die Lichtgeschwindigkeit mit einer Strecke zusammenhängt. Ein Meter ist damit die Strecke, die Licht im Vakuum im 299.792.458sten Teil einer Sekunde durchquert. Damit kann ein Meter überall und zu jeder Zeit in einem Labor reproduziert werden. Übrigens: Die Tatsache, dass die Längeneinheit Meter mittlerweile über die Lichtgeschwindigkeit angegeben wird, macht eine der beiden Definition - die des Meters oder die der Sekunde - eigentlich überflüssig

Prof. Dr. Cornelia Denz, Direktorin des Instituts für Angewandte Physik und Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

Und hier noch einmal die Frage:

Eine Frage der Genauigkeit

Fuß, Elle, Zoll. Die Gelehrten im Frankreich des 18. Jahrhunderts störten sich an der Vielzahl der verschiedenen Maßeinheiten, mit denen es die Menschen zu tun hatten. Die Abgeordneten des französischen Parlaments beschlossen deshalb die Einführung einer universellen Einheit, des "Meters". Doch worauf basiert eigentlich seit 1983 die Definition eines Meters?

Foto: manun / photocase.com
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