Kannten Sie die Antwort?

Die innere Uhr der Bakterien wurde bei Cyanobakterien entdeckt, eine Gruppe von Bakterien, die fälschlicherweise auch als Blaualgen bezeichnet wird. Cyanobakterien kommen in Gewässern, Pfützen, feuchten Böden, aber auch als Symbionten in Flechten vor. Eine der besonderen Fähigkeiten dieser Organismen besteht darin, das Licht der Sonne durch Photosynthese für die Energiegewinnung zu nutzen, wie man das aus dem Pflanzenreich kennt. Darin sind sie so gut, dass sie selbst mit dem Restlicht in einem Meter Bodentiefe noch überleben und sich gar vermehren können. Man könnte nun vermuten, dass die "Messung" des Sonnenlichts diesen winzigen Organismen doch ausreichen müsste, um den Tag von der Nacht unterscheiden zu können. Mit Hilfe ihrer inneren, vom Licht unabhängigen Uhr wissen die Bakterien jedoch bereits am Ende der Nacht, dass der Sonnenaufgang unmittelbar bevorsteht. So können sie ihren Stoffwechsel bereits vor Tagesanbruch auf die photosynthetische Lebensweise einstellen. Die "molekularen Solarzellen" sind auf diese Weise rechtzeitig zum ersten, kostbaren Lichtstahl einsatzbereit.

Dr. Steffen L. Drees und Prof. Dr. Susanne Fetzner, Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie

Und hier noch einmal die Frage:

Innere Uhr

Der diesjährige Nobelpreis für Medizin und Physiologie wurde an J. Hall, M. Rosbash und M. W. Young für die Entdeckung der inneren Uhr in Pflanzen- und Tierzellen vergeben. Die Experimente, mit denen die Wissenschaftler ihre Entdeckung belegen konnten, datieren in die späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre zurück. Weniger bekannt ist, dass ungefähr zur gleichen Zeit die innere Uhr auch im Reich der Bakterien entdeckt wurde. Welche Gruppe von Bakterien ist gemeint?

Foto: manun / photocase.com
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Foto: WWU Münster - Dada Petrole