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RNA Transport und synaptische Plastizität
Thematik des Projektes
ist die dynamische Vernetzung neuronaler Zellen. Dieser Prozess, der auch als "Synaptische Plastizität"
bezeichnet wird, ist die Grundlage für Lern- und Gedächtnisvorgänge. Dabei werden im
Bereich der Synapsen interzelluläre Kontakte aufgebaut, verfestigt oder auch gelöst. Die
strukturellen Veränderungen an den Verbindungsstellen der Neuronen werden fortlaufend von schnellen,
biochemischen Modifikationen begleitet, zu denen unter anderem eine lokale Proteinneusynthese in den
Dendriten gehört. Hierfür ist neben dem Vorhandensein einer funktionellen
Translationsmachinerie auch dendritisch-lokalisierte (m)RNA nötig. Aus der Gruppe von lokalisierten
Transkripten haben wir die konstitutiv-exprimierte Dendrin mRNA, die aktivitätsinduzierte mRNA
für das activity-regulated cytoskeleton-associated gene (ARC) und die nicht-kodierende,
Primaten-spezifische BC200 RNA für unsere Untersuchungen ausgewählt.
Dendrin
Zur funktionellen Analyse des Dendrin Proteins haben wir mit Hilfe des "yeast two hybrid" - Systems
potenzielle Proteininteraktionspartner isoliert. Dabei konnten wir neben bereits bekannten Zytoskelettproteinen
aus der postsynaptischen Dichte, ein bisher nicht beschriebenes Polypeptid isolieren, welches wir KIBRA
(kidney brain) genannt haben. KIBRA gehört zur Familie von WW-Proteinen, die als Interaktionspartner
von Zielmolekülen mit einer internen Prolin-reichen Region fungieren. Insgesamt weisen unsere
Versuche auf eine Rolle von Dendrin und KIBRA beim Zytoskelettumbau im Rahmen der synaptischen
Plastizität hin.
ARC
Zur Analyse einer möglichen Verbindung zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und der
Expression des ARC Proteins haben wir zunächst den chromosomalen Lokus sowie die Sequenz des
humanen ARC Gens bestimmt. Demnach liegt das ARC Gen auf Chromosom 8q24.3 und könnte somit
ein Kandidatengen für verschiedene Formen der Epilepsie beim Menschen darstellen. Für die
Untersuchung der intrazellulären Signalkaskaden, welche zu einer ARC Expression führen,
konnten wir ein sehr effizientes Zellkultursystem mit humanen Neuroblastomazellen etablieren. Mit Hilfe
dieses Systems ist es uns gelungen, Insulin als neuen Induktor der ARC mRNA Synthese zu bestimmen und
Schlüsselmoleküle in der Insulin-vermittelten Geninduktion zu identifizieren. Unsere Daten
weisen dabei interessanterweise auf die Korrelation eines gestörten Insulinmetabolismus, einer
deregulierten ARC Expression und Gedächtnisstörungen im Rahmen der Alzheimer Demenz hin.
BC200
Durch die Kombination von biochemischen in vitro Methoden (Interaktionstests, chromatographische
Aufreinigungen, etc.) mit molekularbiologischen in vivo Systemen (Mikroinjektionsanalysen, "yeast tri
hybrid" - System, etc.) untersuchen wir die für den gerichteten BC200 RNA Transport notwendigen
trans- agierenden Faktoren sowie das richtungsgebende Signal (zip code) auf dem kurzen
nicht-kodierenden Transkript. Dabei konnten wir neben dem Poly-A-Bindungsprotein zwei weitere bekannte
RNA Bindungsproteine als BC200 RNA Interaktionspartner ermitteln. Das Vorhandensein dieser Polypeptide
im BC200 Ribonukleoproteinpartikel deutet auf eine Funktion des Komplexes bei der Regulation der
dendritischen Translation hin.
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Veröffentlichungen:
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