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Westfälische Wilhelms-Universität
Münster
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| Institut für Evolution und Ökologie der Tiere Hüfferstr. 1 48143 Münster Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. Nico Michiels |
Tel. (0251) 83-21027
Fax: (0251) 83-24668 e-mail: evolecol@uni-muenster.de www: http://www.uni-muenster.de/biologie/evoeco |
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Forschungsschwerpunkte 2001 - 2002 Fachbereich 13 - Biologie
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Angewandte Fließgewässerökologie
Qualität der Laichhabitate von Großsalmoniden: Im Rahmen des Wanderfischprogramms
NRW wird untersucht, inwieweit sich die kiesigen Substrate von Fließgewässern des Sieg- und
Ruhrsystems als potentielle Laichhabitate für die Reproduktion der Großsalmoniden (Lachs,
Meerforelle) eignen. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die ausreichende Sauerstoffversorgung der Eier und
Larven während der Entwicklungsphase im Sediment von etwa November bis März. Hierzu
wurde unter Verwendung spezieller Sonden (Optoden) eine Beprobungsapparatur neu entwickelt, die es
erlaubt, den Sauerstoffgehalt des Interstitialwassers in situ im Sediment zu messen.
Effizienzkontrolle an Fischpässen: Im Juli 1999 wurde vom Staatlichen Umweltamt
Münster im Rahmen des Emsauenschutzkonzeptes in Telgte eine naturnahe Fischaufstiegsanlage
errichtet. Diese soll die Umgehung von zwei ehemaligen Mühlenwehren für Fische und
Makrozoobenthos ermöglichen. Erste Ergebnisse eines einjährigen Fisch-Monitorings haben
gezeigt, dass die Aufstiegsanlage für Fische passierbar ist. Ob die Durchgängigkeit auch für
das Makrozoobenthos gegeben ist, wird durch einen integrativen Untersuchungsansatz
(Makrozoobenthosaufsammlungen, Driftmessungen, Exposition künstlicher Substrate,
Freilanderhebungen) überprüft.
Ökologie ausgewählter Fischarten einer Wasserschiffahrtsstraße NRWs: Die
aquatischen Lebensgemeinschaften eines Kanals werden in besonderem Maße durch die rege Schifffahrt
in der künstlichen Wasserrinne stark beeinflusst. Wie sich die in einem Kanal lebenden Fische an diese
Lebenssituation angepasst haben, ist weitgehend unbekannt und Gegenstand eines laufenden
Forschungsvorhabens. Untersuchungsschwerpunkte liegen in der Fortpflanzungs- und Nahrungsökologie
ausgesuchter Fischarten.
Kanusport und Naturschutz: Ziel des Projektes ist es, Empfehlungen für eine möglichst
umweltverträgliche Ausübung des Kanusports zu erarbeiten und Vorschläge für
Schutzmaßnahmen an den einzelnen Gewässern zu formulieren. Die ausgewählten
Untersuchungsgewässer in NRW sind Abschnitte von Ems, Lippe, Ruhr, Werse und
Eltingmühlenbach. Es wurden avifaunistische und limnologische Aspekte berücksichtigt. Ein
Großteil der Ergebnisse basiert auf Freilandexperimenten.
Ökologische Bewertung von Fließgewässern: Neben hydrochemischen und
morphologischen Parametern wird die Verbreitung der Wirbellosen- und Fischfauna zur ökologischen
Bewertung von Fließgewässern herangezogen. Die Verbreitung dieser Arten wird durch die
ökologische Potenz der Organismen und den Konkurrenzdruck durch andere Organismen bestimmt. Die
ökologische Potenz ist Ausdruck der Toleranzspanne der Organismen für die Veränderung
abiotischer und biotischer Umweltparameter. Gewässerökologische Indikatoren sollen in ein
praktikables Bewertungsverfahren eingebunden werden. Des Weiteren dienen sie als Grundlagen einer
kausalen Defizitanalyse und einer regelbasierten Maßnahmenherleitung.
Überprüfung der Bestimmungsmöglichkeit von DIN-Saprobien: Die zweite
Revision des Saprobiensystems steht bevor. Das neue System wurde von bisher 166 auf 612
Fließgewässertaxa (Makrozoobenthos) erweitert. In Rahmen des Projektes wird für jedes
Taxon eine aktuelle Liste der Bestimmungsliteratur zusammengestellt.
Erstellung eines biologischen Indikationssystems für aquatische Insektengemeinschaften in den
Flüssen der Savanne von Bogotá (mit Schwerpunkt Chironomiden): In mehrjährigen
Untersuchungsserien an den Fließgewässern des teilweise dicht besiedelten Hochlands um
Bogotá wurde ein umfassender Bestand biologischer, physikalisch- chemischer und
ökomorphologischer Daten erstellt. Auf dieser Basis wurden anwendungsorientierte Systeme zur
Indikation und biologischen Dokumentation der Gewässerkontamination entwickelt und erprobt. Die
Verfahren stützen sich abhängig vom Determinationsaufwand auf Familien oder Gattungen/Arten
des Makrozoobenthos, bei maximaler taxonomischer Auflösung auf Gattungen/Arten der Chironomiden.
Ökotoxikologische Gewässerbewertung anhand von Mentumdeformationen bei
Chironomidenlarven: Dieses Teilprojekt an Larven der Chironomiden setzt sich aus beschreibenden
Freiland- und experimentellen Laboruntersuchungen zusammen. Das Verfahren, toxische Stressoren in
Gewässern anhand morphologischer Veränderungen an den Larven nachzuweisen, ist seit
geraumer Zeit etabliert. Nicht bekannt ist jedoch, inwiefern sich Freilandbefunde von hiesigen
Gewässern durch standardisierte Laborexperimente oder in anderen biogeographischen Regionen
reproduzieren lassen. Die Untersuchungen werden zusammen mit Kollegen der Kazanskogo Gosudarstvennogo
Universiteta, Russland, und der Universidad Católica de Oriente, Kolumbien, durchgeführt.
Drittmittelgeber: Beteiligte Wissenschaftler: Veröffentlichungen: |
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