Björn Rodemeister

Betreuer: Prof. Oestmann


Titel der Dissertation:

Gnadenpraxis des Rates der Stadt Münster im Zeitraum 1543–1652


Kurzbeschreibung:

Das normative Strafrecht der Frühen Neuzeit war geprägt von drastischen Strafandrohungen. Doch stand die Strafrechtspraxis hierzu vielfach im Gegensatz. Begnadigungen waren dabei ein weit verbreitetes Instrument der Strafrechtspflege, um harte Strafen abzumildern.
Gerade diese Begnadigungen durch den Rat der Stadt Münster im Zeitraum von 1543 bis 1652 sollen untersucht werden. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Gnadenpraxis, die durch die Auswertung von Prozessakten näher beleuchtet werden soll. Bei welchen Delikten kam es zu Begnadigungen? Welche Rolle spielte der soziale Status des Täters? Wie liefen die Gnadenbitten konkret ab und welche Argumente wurden verwendet? Dies sind nur einige von vielen offenen Fragen.
Nach Auswertung der einzelnen Akten soll abschließend herausgearbeitet werden, inwiefern in den Gnadenbitten allgemeine Strukturen erkennbar sind, so dass Typologien gebildet werden können. Weiterhin ist zu klären, ob es in der Gnadenpraxis des Rates der Stadt Münster Unterschiede und Besonderheiten im Vergleich zu anderen Territorien des Alten Reichs gab.