Alexander Kustermann

Betreuer: Prof. Schmoeckel


Titel der Dissertation:

Stabilisierung um jeden Preis? Der Einfluss des „deficit spending“ nach John Maynard Keynes auf die Reform des Finanzverfassungsrechts 1966–1969


Kurzbeschreibung:

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Reform des Finanzverfassungsrechts in den späten 1960er Jahren. Diese Reform bedeutete eine Kodifikation der Politik der „Globalsteuerung“, welche einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik begründete. Durch eine umfassende Novellierung des Staatsschuldenrechts verließ die erste Große Koalition der Nachkriegsgeschichte den Pfad wirtschaftspolitischer Zurückhaltung und ermöglichte dadurch eine erleichterte Neuverschuldung durch die Bundesregierung. Beeinflusst wurde diese Reform durch keynesianische Wirtschaftstheorie, die als wissenschaftliche Legitimation zur Umgestaltung finanzverfassungsrechtlicher Vorschriften des Grundgesetzes diente. An dieser Stelle wird untersucht, auf welche Weise die Globalsteuerung in Deutschland kodifiziert wurde, ob es sich dabei um eine konsequente Implementierung keynesianischer Wirtschaftstheorie handelte und wie dieser bedeutende Richtungswechsel in der Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik zustande kam.