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Werkstatt des Promotionskollegs
Gastvortrag von Prof. Dr. Damaris Nübling
Doktorandenkolloquium des Promotionskollegs
Werkstatt des Promotionskollegs
Mittwochs, 16-18 Uhr c.t., Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft, Raum 209
Die Werkstatt ist nur für Promovierende des Promotionskollegs geöffnet.
Gastvortrag von Prof. Dr. Damaris Nübling
"Referentielles versus pragmatisches Genus. Zur Genus(un)festigkeit bei Eigennamen"
Abstract
Die Genuszuweisung bei Eigenamen war in der Genusforschung lange kein Thema. Sie gilt als einfach und uninteressant. Man vermutet allgemein, dass der appellativische Oberbegriff das Genus zuweist, wie dies bspw. für Versicherungen (f.) auch der Fall ist: die Mobiliar, die Hannoversche Leben, die Extremus. Der Vortrag soll zeigen, dass dies nicht immer gilt. So sind Städtenamen immer Neutra (das mittelalterliche Freiburg), obwohl Stadt ein Femininum ist. Die Herkunft dieses Genus ist bis heute ungeklärt, zumal Städtenamen früher tatsächlich Feminina waren, ihr Genus aber gewechselt haben. Es soll die These vertreten werden, dass das onymische Genus, das bei Eigennamen, die unbelebte Objekte bezeichnen, referentiell zugewiesen wird, umso fester ist, je homogener und konturierter (evt. auch je älter) die benannte Objektklasse ist. So sind Versicherungs-, Unternehmens-, Wüsten-, Städte- und Ländernamen absolut genusfest, nicht jedoch Fluss-, Berg-, Gasthaus- und Straßennamen. Für die Personennamen gilt i.a. eine feste Sexus/Genus-Koppelung (der Schröder, die Schröder). Viele deutsche Dialekte und das Luxemburgische weisen jedoch weiblichen (nichtdiminuierten) Rufnamen wie Sabine auch neutrales Genus zu: das Sabine – es. Hier wirken pragmatische Faktoren, d.h. die soziale und emotionale Beziehung des Sprechers zur Benannten. Das bedeutet, dass ein und dieselbe weibliche Person mal feminin, mal neutral klassifiziert werden kann, je nachdem, wer auf sie referiert. Auch dieser (bislang übersehenen) Genusunfestigkeit bzw. Genuswahlmöglichkeit soll in dem Vortrag nachgegangen werden.
Mittwoch, 12.06.2013, 10-12 Uhr c.t., im Leesesaal der Germanistischen Bibliothek, Schlossplatz 34
Doktorandenkolloquium des Promotionskollegs
Donnerstag, 04.07.2013, 9:00 bis 16:00 Uhr, im Seminarraum des WWU Graduate Centers, Schlossplatz 6
Das Programm wird in Kürze an dieser Stelle bekannt gegeben.
Die Vorträge sind öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

