Huber

Till Huber, M.A.:

Der Diskurs-Pop der 'Hamburger Schule' im Kontext der deutschsprachigen Popmusik

Die in den Medien häufig als "Diskurs-Pop" bezeichnete Musik der Bands Blumfeld, Die Sterne und Tocotronic impliziert, wie die Zuschreibung nahe legt, immer schon eine Reflexion über Pop, speziell auch unter deutschen Bedingungen und in deutscher Sprache. Auf theoretisch differenziertem Niveau werden hier die eigene Autorschaft und Identität sowie die Positionierung in einem kulturellen Diskurs reflektiert, um dieses Bewusstsein schließlich durch ein hohes Maß an Intertextualität und Bezugnahme auf zeitgenössische Diskurse literarisch produktiv zu machen. Als massenkulturelle Form der Lyrik sind Songtexte bisher selten literaturwissenschaftlich untersucht worden (dies gilt insbesondere für die germanistische Literaturwissenschaft). Für den Erfolg eines solchen Vorhabens ist die kulturwissenschaftliche Öffnung einer rein philologischen Perspektive nötig, denn der Primärtext eines Popsongs setzt sich als Komibnation von Musik und sprachlichem Text in einer Audioaufnahme zusammen. Ferner wird davon ausgegangen, dass diese hybride Textsorte ihre Semiose in einem spezifisch popkulturellen Kontext entfaltet, so dass auch nicht-sprachliche Texte wie Plattencover oder Musikvideos in die Analyse miteinbezogen werden.

Fach:

Germanistik, Neue deutsche Literatur

Betreuer/innen:

Prof. Dr. Moritz Baßler, Prof. Dr. Mark Stein, Prof. Dr. Eckhard Schumacher

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

Popkultur und Popliteratur, (Deutschprachige) Popmusik, literaturwissenschaftliche Songanalyse, Literarischer Ästhetizismus und 'Dekadenz', Intertextualität/ Intermedialität, 'Docu-Fiction' und New Journalism, Postmoderne Schreibverfahren

Publikationen:

Im Herzen der Uneigentlichkeit. Überlegungen zu Christian Krachts Nordkorea. In: Christian Kracht. Zu Leben und Werk. Hrsg. v. Johannes Birgfeld und Claude De. Conter. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2009.

Ausweitung der Kunstzone. Ingo Niermanns und Christian Krachts 'Docu-Fiction'. In: Depressive Dandys. Spielformen der Dekadenz in der Pop-Moderne. Hrsg. v. Alexandra Tacke und Björn Weyand. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2009, S. 218-233.

"Ich will da nicht leben, wo es niemals Leben gab". Der Diskurs-Pop der Sterne als 'kapitalistischer Realismus'. In: Stadt.Land.Pop. Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule. Hrsg. v. Moritz Baßler, Walter Gödden, Jochen Grywatsch und Christina Riesenweber. Bielefeld: Aisthesis 2008, S. 132-153.

Zurück in die Dörfer. Christian Krachts Roman "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" ist alternative Geschichtsschreibung. In: literaturkritik.de 10 (2008).

Lebenslauf:


Seit WS 2008/09
 Doktorand an der GS PoL
SS 2008- SS2009
 Lehrbeauftragter am Institut für Germanistik II, Universität Hamburg
seit 10/2008

Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung
1999-2007

Studium der Germanistik und Amerikanistik an der Universität Hamburg
1998

Abitur in Hamburg
1994-1995

Schuljahr in Wisconsin, USA
1978

geboren in Hamburg

Kontakt:

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