160 Jahre Holzschliff zur Papierherstellung

Am Institut für Technik und ihre Didaktik sind im Rahmen eines Projektes unter der Leitung von Dr. Karl Pichol nach historischen Angaben zwei Schleifapparate zur Erzeugung von Holzschliff erstellt worden. Die Ausführung und Erprobung lag in den Händen von Paul Zurstraßen und Studierenden des Faches Technik. Das Projekt war eine Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Freilichtmuseum Hagen und dem dort für die museumspädagogische Arbeit Verantwortlichen, Dr. Hubert Köhler, und wurde von dem Tapeten- und Wandbekleidungenhersteller Erfurt in Wuppertal finanziert.

Die Apparate eröffneten die Möglichkeit, Angaben des Erfinders des Holzschliffes, Friedrich Gottlob Keller, zu seiner Erfindung nachvollziehend zu überprüfen, ebenso wie die Darstellung von Papierhistorikern zu dieser Erfindung. Eine solche Überprüfung hat, soweit den Projektteilnehmern bekannt, bisher nicht stattgefunden. Erste Untersuchungsergebnisse im Institut bestätigen weitgehend die Angaben Kellers zur Leistungsfähigkeit seiner Erfindung und der Brauchbarkeit des Holzschliffes zur Herstellung von Papier. Gleichzeitig deckten sie Mängel in einigen papierhistorischen Darstellungen auf. So widerlegen sie die Behauptung, dass ein oft dargestellter, ursprünglich in Mainz aufbewahrter Apparat, das Original von Kellers erstem Holzschleifer sei.

Weitere experimentelle Untersuchungen werden im Museum in Hagen durchgeführt. Dort stehen die Apparate, die auch unter museumspädagogischen Aspekten erstellt wurden, anschließend den Museumsbesuchern zur eigenen Betätigung und Sammlung von Erfahrungen zur Verfügung.

Dr. Karl Pichol / Paul Zurstraßen - Institut für Technik und ihre Didaktik


Historisches Holzschliffgerät


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