Zeugnisübergabe und festliche Verabschiedung der Kandidatinnen und Kandidaten

Gruppenbild vor dem PharmaCampus
© PharmaCampus

Am 27. April fand die seit vielen Jahren in Münster zur guten Tradition gewordene Verabschiedung der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten nach der bestandenen 2. Pharmazeutischen Prüfung in festlichem Rahmen statt. Im Vorfeld der akademischen Feier traf man sich zum obligaten Gruppenfoto vor dem neuen PharmaCampus. Der große Hörsaal erwies sich als gut gefüllt, was die seit Jahren anhaltende Tendenz bestätigt, dass dieser Tag in Münster ein ganz spezieller Anlass der Pharmazeutinnen und Pharmazeuten ist, der in großem Stil zusammen mit Familie und Freunden gefeiert wird.

Prof. Dr. A. Hensel, Vorsitzender der Prüfungskommission, begrüßte alle Kandidaten und Gäste im Namen der WWU und wies auf die gute Abschlussblilanz der Münsteraner Pharmazie hin. Obwohl im Trend der Zeit wurde die von vielen Seiten geforderte Neuorientierung des Studienganges zu klinischen und patientenorientierten Inhalten als kritisch gesehen. Wenn der Spezialist für Arzneimittel nur noch rudimentäre Kenntnisse zu den strukturspezfischen Eigenschaften eines Arzneistoffes hat, wenn physikochemische Grundlagen fehlen, wenn auch mathematische, physikalische, botanische Kenntnisse nur noch auf "low-level" vermittelt werden, wie können dann hochspezifische pharmakologische, pharmakokinetische, technologische und klinische Effekte der Arzneistoffe überhaupt verstanden, erklärt und zum Wohl der Patienten angewendet werden? Hensel betonte, dass seitens der Universitätpharmazie die Diskussion um künftige Inhalte durchaus in diese Richtung als Gegengewicht zur derzeitigen Mainstream- Diskussion intensiviert werde.

Das Grußwort der Studiendekanin des Fachbereiches Chemie und Pharmazie, Prof. Dr. M. Schönhoff, bestätigte die seit vielen Jahren beobachtete Effizienz, Dynamik und Qualität in der pharmazeutischen Ausbildung in Münster, was anhand der statistischen Zahlen und auch aus dem Verhältnis Lehrpersonal zu Absolventen eindeutig ableitbar ist. Dass auch mit sehr limitierten Ressourcen hohe Qualität und hohe Absolventenzahlen gleichermaßen gewährleistet werden, wird wohl auch in der zentralen Universitätsleitung der WWU Münster sehr positiv gesehenen und bewertet.

Im Rahmen des Festvortrages „Mehr Licht“ diskutierte Prof. Dr. T. S. Schmidt (Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie) das in vielen Gesellschaften dieser Welt zu beobachtende derzeitige Phänomen der „alternativen Fakten“, der Unwahrheiten, der Ignoranz von belegten Fakten und den daraus resultierenden politischen und gesellschaftlichen Effekten. Saubere Wissenschaft, Mut zu den belegten Fakten und klare Diskussionslinien müssen ein klares Gegengewicht zu Ignoranz, Dummheit, Trägheit, Ungebildetheit, Verlogenheit, Fundamentalismus bilden. Die Botschaft an die Absolventen war klar: Bleibt bei den Fakten, bringt mehr Licht in das herrschende Dickicht der Verdunkelung, Verdummung und Ignoranz - jeder an seinem Platz - der Pharmazeut dabei insbesondere in seinem spezifischen Beschätftigungsfeld, das -egal wo- immer wissenschaftlich bleiben muss.

Das Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Frau Sandra Potthast, überbrachte anschließend die Grüße der Kammer, gratulierte allen Absolventinnen und Absolventen und zeigte auf, welche Möglichkeiten die Kammer den angehenden Apothekerinnen und Apotheker bieten wird.

In einer launigen Abschlussrede ließen die Studierenden das absolvierte Studium Revue passieren, wobei neben den anstrengenden Seiten der gemeinsamen Hochschulzeit auch die schönen Aspekte adressiert wurden.

Der Höhepunkt der Feier war natürlich die Übergabe der Zeugnisse durch Prof. Hensel der 45 Urkunden an die Kandidatinnen und Kandidaten. Der festliche akademische Akt klang aus bei einem Stehempfang bei Sekt und Popcorn, um dann in einer festlichen und langen Nacht beim Galadinner in entsprechender Atmosphäre zu enden. Herzlichen Glückwunsch an alle erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen!

Prof. Dr. A. Hensel, WWU Münster

Stipendiatinnen mit Prof. Verspohl
© PharmaCampus

Seit einigen Jahren ist es an der WWU Münster guter Brauch, dass im Rahmen der Zeugnisübergabe auch die Preise der „Verspohl Stiftung“ überreicht werden.

Diese Stiftung, die sich aus der Initiative des langjährigen Universitätsprofessors für Pharmakologie Prof. Dr. E. Verspohl und seiner Gattin ergeben hat, zeichnet u.a. Studierende aus, die sich bei guten Studienleistungen auch neben dem Studium engagieren.

Die Auswahl trifft ein unabhängiges Kuratorium der Stiftung unter der bewährten Leitung von Prof. Dr. Klaus Langer (Leiter des Instituts für Pharmazeutische Technologie) und ein unabhängiges Gremium der WWU. Vor der Vergabe sprach Prof. Verspohl Renditeprobleme im Stiftungssektor allgemein an, die die geforderte Erfüllung des Stiftungszwecks beeinträchtigen können, genauso wie den geschichtlichen Bezug zu Memorialstiftungen des Mittelalters und die Reziprozität: ein Gewinn für den Schenkenden und den Beschenkten einer Stiftung.

Ausgezeichnet wurden die Studierenden Frau Desislava Katzkova (Verspohl-Studienstipendium) und Frau Hanna K. Klepzig (Beteiligung am ProTalent-Deutschland-Stipendium). Frau Katzkova stammt aus Bulgarien und kann durch ihre Eltern nicht unterstützt werden. Beide Studentinnen weisen sehr gute Leistungen auf und sollen in ihrem Engagement und zur Chancenbeschleunigung unterstützt werden