Basistexte aus dem Stadtsoziologie-Club der TU Darmstadt

1) Mehr als Stadt, mehr als Soziologie:

Unser Verständnis von Stadtsoziologie

Robert Fischer / 13.09.1998


Die Bezeichnung unseres gemeinsamen Themas, die Stadtsoziologie beruht auf einer systematischen Gliederung des Faches in verschiedene Themenfelder, so wie auch die Bezeichnungen Arbeits-, Familien- Bildung oder Umweltsoziologie, um weitere Beispiele zu nennen. Durch diese Differenzierung der Objektbereiche entsteht leicht der Eindruck, und schließlich die Gewohnheit, daß es sich dabei um verschiedene Disziplinen, um verschiedene Soziologien handelt, die allenfalls noch theoretische oder methodische Grundlagen gemeinsam haben, sonst aber isoliert sind.

Gerade aber an unserem Thema Stadt wird deutlich, daß diese Segmentierung in Bindestrich-Soziologien der Wirklichkeit nicht gerecht wird: Die Realität ist unteilbar.

Am Forschungsobjekt Stadt lassen sich heute Einflüsse aus allen Lebensbereichen modellhaft untersuchen. Im Mikrokosmos Stadt werden Phänomene sichtbar, beispielsweise Armut und Kriminalität, die nicht mehr mit spezieller Theorie allein erklärt werden können, wie FRIEDRICHS (1995) feststellt. Außerdem weist er darauf hin, daß sich die Analyse von Stadt und Gesellschaft immer weniger trennen lassen, schon durch das demographische Wachstum der Städte: Immer mehr Menschen leben in Städten. Die städtische Gesellschaft ist in den hochindustrialisierten Gesellschaften längst der Normalfall und nicht der Sonderfall, für den ein spezielles Fachgebiet zuständig wäre. Städte stellen in vieler Hinsicht auch Innovationspole dar; Hier nehmen kulturelle, sozio-ökonomische und politische Prozesse ihren Anfang, bevor sie in die nicht-städtische Peripherie diffundieren.

Außer weiteren Themen der Soziologie lohnt es sich, die Beiträge der Nachbarwissenschaften zu beachten, die mit spezifischen Interessen und Methoden ebenfalls Stadt untersuchen. Dazu gehören Geographie und Geschichte. Auf eine enge Verbindung dieser Fächer zur Soziologie weist GIDDENS (1984) hin, gerade bei der Stadtforschung sei der Austausch zwischen Soziologie und Geographie besonders intensiv. Ebenso wäre die interdisziplinäre Forschungsrichtung der Humanökologie zu nennen, die zum Teil die gleichen wissenschaftlichen Wurzeln  hat und mit ihrem Konzept der Stadtökologie ihren Beitrag zur Stadtsoziologie liefert (vgl.: FLANAGAN, 1993; JAEGER, 1996). Auch die angewandte Praxis der Stadtplanung kann einbezogen werden, die in Darmstadt durch das Fach Städtebau und Siedlungswesen im Fachbereich Architektur vertreten ist.

Die verschiedenen Vertreter und Disziplinen verwenden zunächst alle unterschiedliche Stadtbegriffe (siehe unten: 2)). Dies ist Ausdruck der Komplexität des Gegenstandes und kann eher als Bereicherung denn als Hindernis gesehen werden.

So verstehen wir die Definition unseres Thema allenfalls als eine pragmatische Arbeitsteilung. Dabei steht Stadt als Forschungsobjekt im Mittelpunkt, von dem aus sich Interessen in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Wir begreifen Stadt in diesem Sinne als eine räumliche Bezugsebene für sozialwissenschaftliche Analysen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Grenzen des Maßstabs sind grundsätzlich nach oben und unten offen (vgl. FLANAGAN, 1993), sowohl zur Mikro- wie auch zur Makro-Ebene.

Einen Überblick der Entwicklung der Stadtsoziologie, ihre Konzepte und deren gegenwärtigen Stand liefert FLANAGAN (1993), dessen Beitrag wir hier als Zusammenfassung (siehen unten: 3)) wiedergeben.

Literatur:

Flanagan, William G. 1993: Contemporary Urban Sociology. Cambridge: University Press

Friedrichs, Jürgen. 1995: Stadtsoziologie. Opladen: Leske und Budrich

Giddens, Anthony. 1984: The Constitution of Society. Cambridge: Polity Press

Giddens, Anthony. 1997: Sociology. Cambridge: Polity Press. 3. Ed.

Jaeger, Carlo C. 1996: Die Zähmung des Drachens. Opladen: Westdeutscher Verlag


2) Der Begriff der Stadt:

Definitionen und Statements aus Architektur und Soziologie

Zusammenstellung: Robert Fischer / Juni 1998


Max Weber, 1921:

Einhe Stadt kann man in sehr verschiedener Art zu definieren versuchen. Allen gemeinsam ist nur: daß sie jedenfalls eine (mindestens relativ) geschlossene Siedlung, eine "Ortschaft" ist, nicht eine oder mehrere einzeln liegende Behausungen. Im Gegenteil pflegen in den Städten (aber freilich nicht nur in ihnen) die Häuser besonders dicht, heute in der Regel Wand an Wand zu stehen. Die übliche Vorstellung verbindet nun mit dem Wort "Stadt" darüber hinaus rein quantitative Merkmale: sie ist eine große Ortschaft. Das Merkmal ist nicht an sich unpräzis. Es würde, soziologisch angesehen bedeuten: eine Ortschaft, also eine Siedlung in dicht aneinandergrenzenden Häusern, welche eine so umfangreiche zusammenhängende Ansiedlung darstellen, daß die sonst dem Nachbarverband spezifische, persönliche gegenseitige Bekanntschaft fehlt. (...) Die Größe allein kann jedenfalls nicht entscheiden. Versucht man die Stadt rein ökonomisch zu definieren, so wäre sie eine Ansiedlung deren Insassen zum überwiegenden Teil von dem Ertrag nichtlandwirtschaftlichen, sonderen gewerblichen oder händlerischen Erwerbs leben. (...) Als weiteres Merkmal wäre das einer gewissen Vielseitigkeit der betriebenen Gewerbe hinzuzufügen. (...) Das weitere Merkmal, welches hinzutreten muß, damit wir von "Stadt" sprechen, ist: das Bestehen eines nicht nur gelegentlichen sondern regelmäßigen Güteraustausches am Ort der Siedelung, als ein wesentlicher Bestandteil des Erwerbs und der Bedarfsdeckung der Siedler: eines Marktes.

Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie , 4. neu hrsg. Aufl. von Johannes Winckelman et al. Tübingen. S. 35 ff. Erstmals veröffentlicht in Archiv für sozialwissenschaft und Sozialpolitik 47, 1921, S. 621 ff. Zit. nach: Carl Haase (Hg.), 1978: Die Stadt des Mittelalters Bd. I, in: Wege der Forschung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Cor van Eesteren, 1923:

Stad = Gebruiksvoorwerp, dar echter zo groot is dat wij het in dagelijks leven geen gebruiksvorwerp noemen.

(City = Utensil, but once so huge that in everyday life we do not call it an utensil.)

(zit. nach "De Regie van de Stad / Mastering the City"  Ausstellung Netherlands Architecture Institute Rotterdam, 1998)

Le Corbusier, 1929:

Die Stadt ist ein Arbeitswerkzeug. Die Städte erfüllen im allgemeinen diese Aufgabe nicht mehr. Sie sind fruchtlose Gebilde: sie verbrauchen den Körper, sie arbeiten dem Geiste entgegen. Die Unordnung, die sich in ihnen vervielfältigt, wirkt verletzend: ihre Entartung verwundet unsere Eigenliebe und krankt unsere Würde. Sie sind des Zeitalters nicht würdig: sie sind unserer nicht mehr würdig.

Eine Stadt! Sie ist die Beschlagnahme der Natur durch den Menschen. Sie ist eien Tat des Menschen wider die Natur, ein Organismus des Menschen zum Schutze und zur Arbeit. Sie ist eine Schöpfung. Die Poesie ist Menschenwerk-verinbarte Wechselbeziehungen zwischen wahrnehmbaren Bildern. Die Poesie der natur ist genau genommen nichts als eine Konstruktion des Geistes. Die Stadt ist ein gewaltiges Bild, das unseren Geist aktiviert. Weshalb sollte die Stadt nicht, auch heute noch, eine Quelle der Poesie sein? (S. VII)

Die Stadt ist ein Mittelpunkt intensiven Lebens, intensiver Arbeit (S. 11)

Le Corbusier, 1929: Städtebau. Stuttgart, Berlin und Leipzig: Deutsche Verlagsanstalt

(Bibliothek der FG Stadt: B lecor/ 24)

Louis Wirth, 1938:

Für soziologische Zwecke kann die Stadt definiert werden als eine relativ große, dicht besiedlte und dauerhafte Niederlassung gesellschaftlich heterogener Individuen. Auf der Basis der Postulate, welche diese Minimaldefinition aufstellt, läßt sich eine Theorie der Urbanität im Lichte des Wissens formulieren, das uns über gesellschaftliche Gruppen zu Gebote steht.

(Louis Wirth,1964: Urbanism as a Way of life. Aus. On Cities and Social Change. Chicago: The University of Chicago Press. Zuerst in American Journal of Sociology. XLIV, Juli 1938, S. 1-24. Deutsche Übersetzung von Ursula Posset. zit. nach: Ulfert Herlyn (Hg.),1974: Stadt- und Sozialstruktur. München: Nymphenburger Verlagshandlung. S. 48)

(Institutsbibliothek Geographie: : KGS 95)

Robert Park, 1952:

Once set up, a city is a great sorting mechanism which ... infallibly selects out of the population as a whole the individuals best suited to live in a particular region or a particular milieu.

(Robert Park, 1952: Human Communities: The City and Human Ecology. New York: Free Press, p. 79, cit. in: Anthony Giddens, 1997: Sociology. Cambridge: Polity Press, 3. ed., p. 475)

Lewis Mumford, 1961:

This book opens with a city that was, symbolically, a world: it closes with a world, that has become, in many practical aspects, a city. (p. XI)

The final mission of the city is to further man´s conscious participation in the cosmic and the historic process. (...) That magnification of all the dimensions of life, through emotional communion, rational communication, technical mastery, and above all, dramatic representation, has been the supreme office of th city in history. And it remains the chief reason for the city´s continued existence. (p. 576)

(Mumford, Lewis, 1961: The City in History. New York: Hacourt, Brace & World)

(Institutsbibliothek Geographie: KGS 116)

Alexander Mitscherlich, 1965:

Unsere Städte und unsere Wohnungen sind Produkte der Phantasie und der Phantasielosigkeit, der Großzügigkeit wie des engen Eigensinns. Da sie aber aus harter Materie bestehen, wirken sie auch wie Prägestöcke: wir müssen uns ihnen anpassen. (S. 9)

Die Stadt inder man durch Jahrhunderte lebte, war ein Biotop. Um diesen Terminus zu erklären: sie ist ein Platz, an dem sich Leben verschiedenster Gestalt ins Gleichgewicht bringt und in ihm erhält. (S. 39)

Alexander Mitscherlich, 1965: Die Unwirtlichkeit unserer Städte; Anstiftung zum Unfrieden. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Leonardo Benevolo, 1975:

In Bezug auf den europäischen Raum kann die Stadt als die wichtigste Form der Bebauung der Umwelt gelten und als typisches Beispiel für Bauwesen und Architektur überhaupt. Auch ist hier das Konzept der Stadt als komplexer und selbständiger Einheit entstanden, in der alle kleineren und zum Teil selbst wieder stadtähnlichen baulichen Gebilde - wie einzelne Gebäude, Stadtteile usw. - integriert sind. Dabei muß die Stadt als eine besondere historische Errungenschaft angesehen werden: Es gab sie nicht von Anfang an, sondern sie ist in eienm bestimmten Moment der Entwicklung entstanden und kann in einem anderen historischen Moment wieder aufgelöst oder grundlegend verändert werden.

(Leonardo Benevolo, 1983: Die Geschichte der Stadt. Frankfurt am Main, New York: Campus. S. 5 f. Ital. Originalausgabe: Storia della Città. Roma, Bari, 1975)

(Bibliothek der FG Stadt: S I 162 (dt.))

Soziologisches Wörterbuch, 1982:

Stadt: In Industriegesellschaften im Vergleich zur Landgemeinde eine Gemeinde, deren soziale und ökonomische Strukturen sich durch folgende Merkmale bestimmen lassen: Die Bevölkerungszahl ist so groß, daß allseitige persönliche Beziehungenund zumindest Bekanntschaften untereinander ausgeschlossen sind und soziale Distanz und Anonymitöät vorherrschen; daraus folgt eine starke Polarisierung von privater und öffentlicher Sphäre im Lebend er Bürger, der Lebensinhalt wird in der Regel mit nchtlandwirtschaftlicher Arbeit verdient; Einkaufsstätten decken den größten Teil des Bedarfs der innerstädtischen und umliegenden Bevölkerung; die Produktionsstätten arbeiten überwiegend für auswärtige Nachfrage; Dienst- Handels- Vermittlungs- und öffentliche Leistungenwerden nicht nur von der städtischen Bevölkerung in Anspruch genommen; ein Verkehrsnetz verbindet alle Wohn- und Arbeitsstätten, so daß relativ schnelle räumliche Mobilität zwischen den Bürgern ermöglicht wird; Wohn- und Arbeitsstätten sind in der Regel getrennt; die Bevölkerung lebt in der Zwei-Generationen-Familie (Kernfamilie): es überwiegt eine rationale Lebenseinstellung, so daß es häufig technologischen und sozialen Innovationen kommt. Es vesteht eine hohe soziale Mobilität - vertikal und horizontal (...9Die soziologische Definition muß von der verwaltungsrechtlichen unterschieden werden. (...)

(Hartfiel, Günter und Hillmann, Karl-Heinz, 1982: Wörterbuch der Soziologie. 3. Aufl. Stuttgart: Kröner)

Hartmut Häußermann, Walter Siebel, 1987:

Stadt: was für ein knappes Wort für eine Vielfalt von Wirklichkeiten: das sündige Babel, das heilige Jerusalem, Oldenburg in Oldenburg, und Kalkutta, Sparta und Athen, die deutschen Städte des frühen Mittelalters mit im Durchschnitt 500 Einwohnern und Mexico City heute mit über dreißig Millionen. Die Stadt, die uns noch auf Merian-Stichen gegenübertritt, war früher eine mauerbewehrte Insel der Zivilisation im Meer der Natur. Heute bildet die Natur kleine, sorgfältig gehegte Inseln im Siedlungsbrei des Ruhrgebiets oder von Boswash, dem Städteband, das sich an der amerikanischen Ostküste von Boston bis Washington zieht. Macht es da noch einen Sinn, gleichermaßen von "Stadt" zu sprechen? Gemeinsam ist diesen Gebilden nur, daß in ihnen Menschen leben und arbeiten, die von landwirtschaftlichen Produktion freigestellt sind -und selbst das gilt nur mit Einschränkungen. (...) Nur bezogen auf eine bestimmte historische Epoche und eine bestimmte Gesellschaft läßt sich sinnvoll über Stadt sprechen. Gegenwärtig scheint eine solche Epoche an ihr Ende zu kommen. Es zeichnet sich ein Umbruch ab, der dazu zwingt, unsere Vorstellungen von Stadt und vom richtigen Stadtleben neu zu formulieren.

(Hartmut Häußermann, Walter Siebel, 1987: Neue Urbanität. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 7)

Politisches Wörterbuch der DDR, 1988:

Stadt: Grundlegende Einheit des Gesellschafts- und Staatsaufbaus der DDR. in sozialökonomischer Hinsicht charakterisiert durch die Konzentration von industrieller Produktion und Dienstleistungen sowie Wissenschafts-, Bildungs-, Kultur- und politisch-staatlichen Leitungsinstitutionen mit überörtlichen Funktionen. Die Städte bilden die territorialen Konzentrationspunkte der Entwicklung der Arbeiterklasse und des gesellschaftlichen Lebens. (...) Über die Bildung und Auflösung von Städten und die Veränderung ihrer Grenzen beschließt bei kreisangehörigen Städten der Kreistag, bei Stadtkreisen der bEzirkstag nach vorheriger Zustimmung des Ministerrates. (...) Die Entwicklung und Gestaltung der Stadt ist in der sozialistischen Gesellschaft unmittelbar mit der ständigen Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen Produktion, der Erhöhung der Effektivität, des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums der Arbeitsproduktivität verbunden. (...)

Kleines Politisches Wörterbuch, Neuausgabe 1988, Berlin: Dietz Verlag

William G. Flanagan, 1993:

Urban social science has never been completely successfull in defining ist object of study; in fact there have been few formal efforts to do so. Cities, as enormously complex vortexes of multistranded causes and effects, apparently defy usefull definition; there is simply too much to consider. Also the urban form is a dynamic phenomenon that is constantly in transformation. At the beginning of the twentieth century, Max Weber (1905) chose the medievial town as the basis for his model of the truly urban form. (...) Since that time , at the turn of the century, we have been stuck with a label that does not fit the analytic context within sociologists of space work.

(William G. Flanagan, 1993: Contemporary Urban Sociology. Cambridge University Press, p. 1-3)

(Institutsbibliothek Soziologie)

Carl Fingerhuth, 1995:

Wir sind aus den Bauernhäusern ausgezogen und haben uns Wohnhäuser, Bürogebäude, Fabriken, Bahnhöfe und Museen gebaut. Diese Gebäude sind weltweit miteinander durch Telekommunikation, wirtschaftliche Beziehungen, kulturelle Manifestationen und soziale Kontakte vernetzt. Dieses Netz ist für mich die Stadt. (S.11)

Wenn ich (...) von Stadt spreche, interessiere ich mich für die Stadt, die vom Bergrestaurant des Jungfraujochs bis zum Völkerbundpalast in Genf reicht. Dabei ist diese Stadt in sich in tausende von spezifischen Orten gegliedert, die auch den Namen "Stadt" beanspruchen. (...) Die Stadt zeigt sich heute als die Kumulation aller Eingriffe der menschliche Gesellschaft in die Natur, und ihre Gestalt ergibt sich aus der Summe aller Bedürfnisse und Wertvorstellungen der Gesellschaft.

(Carl Fingerhuth, 1995: Die Gestalt der postmodernen Stadt. vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich. S. 11)

(Bibliothek der FG Stadt: S VI 74 A; Institutsbibliothek Geographie: KGS)

Jürgen Friedrichs, 1995:

Die Stadt ist eine räumliche Konzentration von Menschen und Ressourcen. Zu den Ressourcen rechnen natürliche Gegebenheiten (topographische Merkmale), so z.B. Flüsse und Täler, Wohnungen, Arbeitsstätten (Dienstleistungen, Handel und Produktion), Freizeit- und Erholungseinrichtungen.

(Jürgen Friedrichs, 1995: Stadtsoziologie. Opladen: Leske und Budrich. S. 18)

(Stadtbibliothek.: Gcn Fri)

Thomas Sieverts, 1998:

Die Stadt ist tot, es lebe das Netzwerk.

(zit. nach "De Regie van de Stad / Mastering the City" Ausstellung Netherlands Architecture Institute Rotterdam, 1998)


3) Flanagan, William G. 1993: Contemporary Urban Sociology.

Cambridge: Cambridge University Press.

Summary by Claudia Guckert / 1998


In his book 'Contemporary Urban Sociology' Flanagan points out that it is not easy to define the subject urban sociologists are examining. Cities are of such an enormous complexity and of such a dynamic form that is constantly in a process of transformation. Flanagan emphasizes further on that there have been and still are many ideas how to analyse and how to interprete cities, its people, its lifestyle and other things that happen in and with cities.

In the early years of urban sociology at the begining of the twentieth century there was Max Weber who examined the medieval town. Weber describes town as a marketplace, where the exchange of goods and services took place. He avoided to study the industrial cities of that time and took the antiquated preindustrial towns to develop a model of the truly urban form.

But anyway since Weber's times cities have changed dramatically. They've changed even in the last three or four decades as a result of the increasing role of technology - especially informationtechnology - and the phenomenon of globalization. Cities changed to metropolis, urbanized regions or even megalopolis. Two sociologists wrote early in the century about the phenomenon of growing cities: On the one hand there's Simmel's essay 'The Metropolis and Mental Life' and on the other there is Wirth's 'Urbanism as a Way of Life'. In contrast to Weber Simmel and Wirth describe the citylife from their own view and according to the time they lived.

In the 50's there is a tradition of urban community and social network studies. Urban sociologists see the cities as a modern battleground for class struggle. The topic of that decade are the social movements that are said to be arisen from the countless social problems especially the problems among different races.

The Chicago school around Park, Burgess and McKenzie tried to discover the principles of the urban environment. Burgess's diagramm of the five concentric rings is well-known by sociologists and architects. Later on Harris and Ullman developed their multiple-nuclei model, which says that the urban environment can't be described as rings, wedges or stars but as a mixture of districts with many different zones that lie side by side and build various patterns.

In the 50's the ecologists among the urban sociologists divide themselves in two branches: The Chicago school members can be seen as the empiricist branch, the other one is the so called theoretical branch around Hawley.

The 1970's were characterized by restructuring the cities economies. The process of restructuring meant economic changes with important consequences to urban sociology. The restructuring included for instance the relocation of industrial investment, the shift from industrial to service employment and the internationalization of markets that lead to globalization. The globalization brought new problems in which unemployment might be the serioust one. As a result the cities became social problems such as a large number of homeless people who just could'nt afford to rent or own a house or an appartment. Flanagan sets off Castells and Harvey as meaningfull for the urban sociology of the 70's. Harvey, an urban geographer, and Castells stand within the Marxist tradition. Flanagan points out that from this Marxist perspective, urban space implies to related aspects namely the accumulation of capital and class conflict. Castells complaines that people believe that the city itself produces ways of thinking and behaving instead of asking what really produced that urban.

Urban studies in the Third World have long been a separate spezialized branch of urban sociology. But with regard to the trend of globalization the analysis of Third World patterns are drawn back to the mainstream of urban sociology. Urban studies in less developed countries are in the interest of urban sociologists because the most rapidly urban areas are in countries that are the least developed. Nevertheless most of these countries have large rural reserves of population. But the tendence to migrate from rural to urban areas causes a rapidly growing of the cities.

In the last 1980s the agency thesis arises. The realization that space is socially created leads to the questions what it is that makes the cities different and what are the local strategies for managing urban life.

Although it is very difficult to define the urban sociologists subject and to give a definition of what urban sociology is about, Flanagan himself gives a definition as he says: 'The nominal identifying feature of urban sociology is a geographic rather than sociological object: Urban sociology is a sociology identified with place rather than with a unit of social organization.'


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