Lafontaines Kritik an der Mediengesellschaft

Fazit:
Sicherlich wäre es naiv, davon auszugehen, dass O.L. die Mechanismen der Medien nur als quasi "Aussenstehender" kritisiert und sie während seiner polit. Laufbahn niemals für sich selbst instrumentalisiert hätte. Das Szenario um seine Buchpräsentation ist ein Beispiel dafür. Trotzdem unterscheidet er sich in einem wichtigen Punkt von den "neuen" Sozialdemokraten Schröder & Blair: Bei ihnen scheinen die Medien und deren vorgegebene Stimmung ("Zeitgeist", "Trend") eine Rückwirkung auf die polit. Inhalte auszulösen. Dagegen wirkt O.L. als ein Politiker, der sich in seinen Inhalten weitgehend treu geblieben ist, auch wenn diese im Gegensatz zu dem von den Massenmedien verstärkten neoliberalen Zeitgeist stehen.Lafontaine vs. Schröder So trat die Situation ein, dass er bei der Parteibasis eine hohe Beliebtheit genoss, während die Mainstream-Medien ihn gerne als"Umverteilungs-Ideologen" und sozialdemokratischen "Ewiggestrigen" darstellten, der die Zeichen der neuen (neoliberalen) Zeit noch nicht verstanden hat. Daher kam es nicht von ungefähr, dass O.L seinen Rücktritt auch als eine Reaktion auf ein intrigantes Zwischenspiel Hombachs (sozusagen der ehem. "spin-doctor" Schröders) mit den Medien sieht. Ein solches "good guy / bad guy" - Spiel, nach dem Schröder in Konflikten immer als "vernünftiger" Moderator (O-Ton: "Mit mir ist keine Politik gegen die Wirtschaft zu machen!") dargestellt wird, während Lafontaine als totalitärer Feind der Wirtschaft bezeichnet wird, wollte er nicht länger mitmachen. Eine ähnliche Konstellation herrscht auch bei den Grünen vor, wo Joschka Fischer sich gerne als "moderner Pragmatiker" gegen die Partei profiliert, während Jürgen Trittin die Rolle des "linken Fundamentalisten" zugeweisen bekommt. Siehe dazu auch das Outro !