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H.J.Krysmanski, Cyber-Genossenschaften
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Joseph P. Firmage
Firmage-Page
Ein Brief
http://www.isso.org/
(kritische) Firmage-Informationen
UFOs and the National Security State
Alex Burns: Joe Firmage
In his masterful book 'Children of Ezekiel: Aliens, UFOs, The Crisis of Race and the Advent of Time' (Duke University Press, 1998), scholar Michael Lieb links SDI and pop UFOlogy metaphysics to new political movements and emerging technological subcultures. Firmage's integral views can be considered a progressive example of this 'meta-system transition' underlying the American political landscape.

Weitere Links
Cosmos: Art in Pursuit of the Infinite
Star Trek
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'Contact'

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Extropianismus
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Die Fantasie als Vehikel (Crichton)
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E

 

 

 

...als Ruine verlassen...


 

 

PHAN
TASTISCHE
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SS 2000, Mi 11-13, Raum 554

 

Thomas S. Kuhn Revisited

PROJEKT

'EPS Science Fiction Page'

Time Travel Time
TIME Magazine April 10. 2000
Windows to the Universe

A Simple History of Cosmology
Hubble Space Telescope
Das Feld der Astrophysik

Science Fiction Fans to the Front

'Globalisierung verlangt nach einer globalen Ethik'. Diese Parole Hans Küngs ist strenggenommen der Ruf nach einer Revolution unserer gesamten Weltwahrnehmung. Doch anders als religiöse Führer glauben mögen, ist ein solcher Paradigmenwechsel noch nie vom Himmel gefallen. Jeder Umbruch im Denken, auch die Heraufkunft des Christentums, basierte auf der Ausweitung des Wissens und auf der Zunahme der Fähigkeiten des Menschen, seine Existenzbedingungen zu verändern. In diesem Sinne wäre auch eine globale Ethik mehr als das bloße Zusammenlegen der Klingelbeutel der großen Religionen. Sie käme nicht aus ohne eine wissenschaftliche Neubestimmung der Stellung des Menschen im Kosmos. Nicht von ungefähr beginnt ein neuer Dialog zwischen Religion und Naturwissenschaften...

'Der Hollywoodfilm Contact - mit Jodie Foster - dreht sich um die SETI-Forschung. Der Inhalt: normale Wissenschaft, die nur an das Machbare, Verwertbare denkt, setzt sich mit phantastischer Wissenschaft auseinander, die Grenzen überschreiten und auch das Unwahrscheinliche zweckfrei erforschen will. Mithilfe von Radioteleskopen wird der Kontakt zu einer überlegenen kosmischen Intelligenz hergestellt. Ein geheimnisvoller Multimilliardär finanziert den Bau einer 'Kontaktmaschine', deren Baupläne die Extraterrestrischen sozusagen per Email geschickt haben. Das Verhältnis von Religion und Wissenschaft wird intensiv diskutiert. Amerikanische Astrophysiker sagen, 'Contact' sei der unerreichbar genaueste Film über kosmologische Fragen, der jemals aus Hollywood oder sonstwoher kam. Zu verdanken ist er Carl Sagan.

Schon mit jenem berühmten Apollo17-Photo des blauen Planeten aus dem Jahre 1972 entstand im kollektiven Bewußtsein ein anderes Bild von Globalität. Der Blick ins Universum, den heute das Hubble Teleskop ermöglicht, ist noch kaum verarbeitet. Und diese Anschauungswirbel erfassen die Massenkultur. Niemand kann sich ihnen entziehen. Es steht ein Wandel unseres Weltbildes an, der die Ausmaße der Kopernikanischen Wende erreicht.Erinnern wir uns: mit der Kopernikanischen Revolution wurde der Horizont für die Entfaltung der Moderne ausgemessen. Der Mensch mußte sich auf die Existenz in einem insularen Sonnensystem einrichten, inmitten eines unüberquerbaren kosmischen Ozeans. Es wurde diese Isolation im Universum, diese Begrenzheit, welche die Energien der Moderne freisetzte, die diesen Planeten so vollständig umgeformt haben. Bis heute ist, nach der Eroberung unseres Planeten, die Eroberung des Sonnensystems das Paradigma moderner Naturwissenschaft.

Doch gleichzeitig bahnt sich eine neue Sicht auf die Stellung der Menschheit im Kosmos an. Zum Prozeß der Globalisierung gehören die Radioteleskope. Die Einsamkeit und Eingegrenztheit der menschlichen Spezies wird in Frage gestellt. Die Massenkultur ist voll mit solchen Bildern, aber auch der wissenschaftliche - oder wissenschaftsphilosophische - Diskurs.

Gotthard Günther

GG I / GG II / *GG III

Wolfgang Neuhaus über GG:
Die USA als Hort einer planetarischen Kultur?
dazu Günthers Original -
Ausserdem: Der konzeptionelle Ausbruch ins All
Gernot Brehm: Zu GG und anderem

Der Philosoph Gotthard Günther (1900-1984) ist ein Geheimtipp. Editionen seiner nachgelassenen Schriften werden gerade vorbereitet. Für ihn gibt es drei grosse Welt-Epochen. Erstens die Epoche einer primitiven Globalzivilisation vor dreissig-/vierzigtausend Jahren, zweitens die Epoche der Hochkulturen des Orient und Okzident, die in begrenzten Regionen das entwickelt haben, was wir mit dem Begriff Kultur zu verbinden pflegen. Die dritte Welt-Epoche beginnt mit der Entdeckung der neuen Welt, mit dem 'neuen Himmel und der neuen Erde' Amerikas. Den Vorboten der Kultur dieser dritten Welt-Epoche begegnen wir in der Science Fiction, der nach Gotthard Günther bislang einzigen originären amerikanischen Kulturleistung.

"Es scheint den Tatsachen zu entsprechen", schreibt Günther, "daß der amerikanische Kontinent das Wesentliche aller Hochkulturen der anderen Halbkugel zurückweist. Die Ursache hierfür liegt jedoch nicht darin, daß Amerika sich etwa dagegen sträubt, sich von einem primitiven geschichtlichen Niveau auf ein höheres hinaufheben zu lassen, oder daß es schicksalhaftere Formen des kulturellen Lebens ablehnt." - Vielmehr scheint Amerika "lediglich solche Formen des geschichtlichen Lebens anzunehmen und zu ertragen, die wirklich planetarischen Umfanges sind. Bis jetzt hatte nur eine einzige Epoche der Menschheitsgeschichte diese Eigenschaft: die primitive Zivilisation."

"Es sieht nun so aus," resümiert Günther, "als stehe eine neue geschichtliche Epoche von globaler Ausdehnung bevor. Trifft dies zu, so wird die nächste Hochkultur die erste ohne regionale Grenzen sein. Sie wird sich über die ganze Erde verbreiten und eine dritte Epoche der Weltgeschichte einführen: die Ära planetarischer Zivilisationen."

Gotthard Günther schrieb diese Sätze in den 50er Jahren, in einem Vorwort zu einer der ersten Sammlungen ins Deutsche übersetzter amerikanischer Science Fiction Geschichten ('Rauchs Weltraumbücher'). In den Kolportagemagazinen und auf dem Gebiet des Zehncentromans jener Jahre war tatsächlich etwas herangewachsen, das vor allem, aber nicht nur, jene Jugendlichen prägte, die heute als Erwachsene die NASA, die CIA und die NSA, Hollywood, Microsoft und AOL und viele transnationale Konzerne leiten: "Romanliteratur, die sich ausschließlich mit der Zukunft befaßt", "Literatur der Prophezeiung, der Philosophie des Abenteuers", "Literatur, aufgebaut auf wissenschaftlichen Ideen". Genau aus dieser Literatur speisen sich auch seit den 60ern Fernsehserien wie Star Trek usw.

Für Gotthard Günther, der mit John von Neumann und Heinz von Förster maßgeblich an der Entwicklung der Kybernetik-Theorie beteiligt war, steht die Möglichkeit der Übertragung von Bewußtseinsoperationen an Maschinen, also an die Welt der Computer, im absoluten Zentrum der neuen Epoche. Der Mensch mit seinen bisherigen Denkgewohnheiten, die in der klassischen Logik kodifiziert sind, wird sich, sagt Günther, was seine eigene Identität gegenüber den Bewußtseinsmaschinen angeht, auf eine Welt, in der transklassische Logiken wirken, einstellen müssen.