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Memetik und Massenphänomene

Als besonders plausible Beispiele für die Wirkungsweise von Memen werden gerne Massenphänomene wie Paniken und Hysterien angeführt.

Nur ein Beispiel von vielen ist ein Vorfall, der sich in Belgien ereignet hat.

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Dort meldeten die Nachrichten, dass eine ganze Schulklasse nach dem Genuss von Coca-Cola mit Vergiftungs- symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert worden sei. Wie sich herausstellte, waren bestimmte Dosen leicht verunreinigt. Kurz zuvor waren in Belgien bereits andere, mit Dioxin verseuchte Lebensmittel aufgetaucht. Kurz darauf meldeten sich bei den Behörden zahlreiche weitere Menschen, die über die gleichen Symtome klagten und befürchteten, sich ebenfalls vergiftet zu haben. Wie sich später herrausstellte, waren die Verunreinigungen in der Limo so gering, dass sich die Menschen unmöglich ernsthaft hätten vergiften können. Experten diagnostizierten später, daß die aufgetretenen Beschwerden wie Schwindel, Kopfweh, Müdigkeit und Unwohlsein mit den Symptomen einer Massenhysterie (mass sociogenic illness = MSI) übereinstimmen.

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Für Anhänger der memetischen Theorie ist dies ein Paradebeispiel für eine memetische Ansteckung, nur eben eine besonders markante Ansteckung, weil kollektiv erlebt und mit besonders spektulären Symptomen verbunden.

Aus Sicht der Memetiker ist die Hysterie in Zusammen- hang mit dem Y2K-Problem eine ebensolche memetische Ansteckung, auch mentale- oder Gedankenepidemie genannt.

Am Beispiel der tödlich verunglückten Lady Di wird deutlich, dass die Aufmerksamkeit in der Memetik eine entscheidende Rolle spielt.

“Vermeintlich in Sicherheit durch das funktionsfähige Immunsystem dringt das Mem wie ein Trojanisches Pferd unter einer Maske ein und besetzt das wichtigste "Organ" der Informationsgesellschaft: die Aufmerksamkeit.”

Gesteigerte Aufmerksamkeit “genießen” Prominente. . Prominenz ist wichtig. Sie ist die Voraussetzung für kollektive Phänomene, denn Aufmerksamkeit fällt nur auf das, was bereits Aufmerksamkeit gefunden hat, weswegen sie zutiefst ansteckend ist. Aber die Wirkung ihres Todes war nicht gesteuert, sie trat so plötzlich wie der Tod ein: ein zufälliges Ereignis - eben genau das, was die Medien suchen, permanent inszenieren und nur in Ausnahmen finden.“

Die hysterischen Syndrome verbreiten sich über die Kommunikations-Netzwerke, also Massenmedien wie Presse, Radio und TV und zunehmend auch das Internet.

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“Technische Medien sind gewissermaßen Plug-Ins in das Betriebssystem der Aufmerksamkeit...”

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Zitate aus: Telepolis: Die globale Massage oder das Geheimnis der Lady Di

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