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Zusatz-Texte

Übersicht und Typologisierung der Kurse auf Course Web am MIT

Auf dem CourseWeb bietet das MIT einen Überblick über Kurse, die bereits von den jeweiligen Lehrenden über das Netz zugänglich gemacht worden sind. Es handelt sich dabei um keine systematische Kursstruktur, wie sie einmal mit der OpenCourseWare angestrebt ist, sondern um über 100 sehr heterogene Kurse, aus allen Fakultäten des MIT sowie einigen Zusatzangeboten: Architecture and Planning - Engineering - Humanities and Social Science - Sloan School of Management - Science - Other Course Offerings - Miscellaneous Academic Resources.

Die folgende Übersicht soll unterschiedliche Formen der Vermittlung wissenschaftlicher Lehrinhalte auf dem Netz zeigen und sie typologisieren. Da es sich um eine große Zahl von Kursen handelt, wurde die Auswahl dahingehend getroffen, die Bandbreite und Unterschiedlichkeit innerhalb und zwischen den einzelnen Fakultäten herauszuheben. Der Fachbereich Architecture and Planning hat von allen die am visuellesten aufbereiteten Kurse, was sich z.B. am Kurs Religious Architecture and Islamic Cultures besonders schön zeigen lässt. Hier wird neben den üblichen Informationen zum Kurs und seinen Anforderungen der Ablauf mit Photos unterlegt. Da die Beschreibung der einzelnen Sitzungen sehr ausführlich ist, ist diese Seite einige Ebenen tief mit Photos und Erklärungen unterlegt. Die Homepage von Prof. Nasser Rabbat, der diesen Kurs anbietet, sieht aus wie alle innerhalb der Fakultät und hält nichts Aussergewöhnliches bereit.

Der Kurs zu Urban Design Skills von Eran Ben-Joseph präsentiert sich weniger visuell, dafür bietet er eine gute Navigation zu den einzelnen Informationen des Kurses und dokumentiert einzelne studentische Projekte, die verschiedene Planungsprojeke sehr anschaulich mit Bildern und Karten dokumentieren - in diesem Zusammenhang ist auch das Seminar from Erasmus to email aus dem Historydepartment interessant, welches, abgesehen vom herkömmlichen Design, einige interessante Studentenprojekte bereithält, die Versuche zum Geschichtenerzählen auf dem Netz sind. Sehr textlastig dagegen ist das Program on Media Arts and Sciences , das allerdings zu weiteren Bereichen des MIT verweist, u.a. zum MIT MediaLab.

Ein sehr interessantes Angebot in den Naturwissenschaften ist das Biology Hypertext Book. Graphisch und visuell einfach, aber inhaltlich von hoher Qualität, bietet es eine Quelle zum Lernen und Nachlesen von praktischen Problemen der Biologie, wie sie im Einführungskurs 'Biologie' am MIT vorkommen. Das Microbial Genetics Project Lab ist ein gutes Beispiel für eine viel verwendete Standarddarstellung von Kursinformationen in den Naturwissenschaften. Ein angenehmers Design und eine übersichtliche Navigation führen durch die wenigen wichtigen Informationen zu dem Kurs, einige Links auch darüber hinaus. Der Kurs zu Human Physiology und andere aus der Biologieabteilung sehen ähnlich aus.

Die Kurse in der Chemie sind vom Design her nicht so homogen wie die aus der Biologie, bieten aber häufig mehr Informationen, vor allem Bilder und visuelle Darstellungen von chemischen Strukturen, wie z.B.diese Proteine auf der Seite des Biological Chemistry -Kurses. Auf das wirklich nötigste beschränkt ist der Kurs Receptor and Membrane Biochemistry. Dazwischen bewegen sich die übrigen Angebote, welche in der Regel die Rubriken Notices, Syllabus, Schedule, Papers and Assignments, Faculty, und eine Comments Form in der einen oder anderen Weise enthalten.

In der Physik, wie auch noch ausgeprägter in der Mathematik, sind die meisten Kursseiten sehr sparsam und beschränken sich nur auf das Wesentliche, in der Regel Aufgaben, die von den Studierenden gelöst werden müssen. Die Seite zum Quantum Physics I-Kurs ist ein typisches Beispiel. Interessanter und weitreichender vom Inhalt ist die Seite des Junior Lab, auf der sich einige schöne illustrative Bilder finden lassen, aber auch die Beschreibung von Experimenten und die Instruktionen dazu. Interessanter wird es, wenn man über die Seite des Instituts zu den Forschern selbst geht. Dort gibt es z.B. den MIT Plasma Scence and Fusion Center (dem führenden Labor auf diesem Gebiet) mit Links für Schulkinder, Forschungsprojektbeschreibungen und Ergebnissen. Die Kursseite zur Introduction to Plasma Physics fällt allerdings dem gegenüber vom Design her ab und hält wiederum nur die Kursunterlagen und die Problemstellungen bereit.

In der Mathematik sind die Kursseiten sehr spärlich und bieten ästhetisch keinerlei Vergnügen. Die Seite des Instituts hält alle wichtigen Informaitonen zu Studium, Forschung und Personen bereit, gibt aber darüberhinaus wenig mehr. Die Kurse - zufällig aus dem großen Angebot herausgegriffen - ähneln sich sehr. Ganz egal ob Advanced Calculus for Engineers , Introduction to the Theory of Computation oder ein Seminar in Algebra and Number Theory.

Mit der Mathematik verwandt, aber wesentlich bildhafter sind die Seiten des Department of Earth, Atmospheric and Planetary Sciences, ,wo es unter anderem den Kurs Beyond the Solar System gibt, der mit einigen Bildern die Arbeit der 'Sternensucher' dokumentiert und auch sonst nützliche Zusatzinformationen, neben dem Syllabus u.a., bereitstellt,..

Ebenfalls visuell präsentieren sich die Gehirn-und Kognitionswissenschaftler, die sogenannte Perceptional Science Group am MIT. Erklärungen zu verschiedenen neurologischen und kognitiven Problemen und Phänomenen sind in ansprechender Form dort aufbereitet worden, so z.B. etwas zur Plenoptic Camera. Die Kursseiten innerhalb dieser Wissenschaft sind deutlich visueller orientiert und bieten wirklich mehr als nur den Ablauf der Seminare. Der Kurs zu den Dynamics of Complex Systems zeigt wie vernetzt die einzelnen Wissenschaften untereinander sind. Links zu anderen Kursen und Fakultäten / Instituten verdeutlichen dieses ebenso wie das Seminar zu Core Neuroscience.

Visuell ausgezeichnete und inhaltlich interessant aufbereitete Seiten gibt es zu einer Reihe von Kursen innerhalb des Health Scienes and Technology -Programms, u.a. mit Messungen, die online durchgeführt werden können. Bei Space Biomedical Engineering and Life Support und dem Biomedical Signal and Image Processing wird einem in dieser Hinsicht eine vielfältige Palette angeboten. Sehr anschaulich für die Studierenden zum Nachlesen und selbst Erarbeiten ist auch die Seite des Acoustics of Speech and Hearing-Kurses, die bereits auf der ersten Seite eine gute Auswahl schöner Graphiken zu dem vorgesehenen Stoff anbietet, neben den sonst üblichen Kursmaterialien.

Interessante Kurse, die auch mit etwas anderen Kursseiten auftreten, sind unter den experimentellen, fakultätsübergreifenden Grundkursen zu finden, wie etwas dem World Web Math und der Experimental Study Group, einer Einrichtung für Erstsemester, die hier auf andere Weise einen Einstieg in ihr Studium bekommen. Die Seite gibt inhaltlich diese Orientierung wieder, mit einem lockeren Design und den Verweisen auf weitere Projekte sowie einem studentenorientierten Inhalt. Weitere Kurse, die innovativ in diesem Sinne und recht vielfältig in ihrem Inhalt und dessen Präsentation sind, sind das Robotics and Mechatronics Project,, der Kurs zu Dark Room and Digital Imaging und das Computing for Biomedical Students.

Dass der Inhalt eines Kurses nicht immer mit seiner Form einher geht, zeigt Communicating in Cyberspace, in dem eine sehr einfache und fast spröde Inhaltsgestaltung die Studenten über einen Kurs informiert, der beabsichtigt, sich mit folgendem zu beschäftigen: Analysis and authoring of cybertexts. Games, MUDs, World Wide Web home pages, multimedia essays, and other kinds of digital communication are studied in terms of traditional theories of rhetoric to articulate elements of the new cyber-rhetoric for digital/multi/hyper-media. Techniques of creating cybertexts for the communication of ideas and information. Study of the history and theory of contemporary computer communication. On the basis of this analysis, students design their own cybertexts for display and discussion. No prior knowledge of programming necessary.

Sieht man sich aber die studentischen Projekte an, die auf der Seite aufgeführt werden (immerhin existiert der Kurs bereits seit 11 Jahren), dann zeigt sich allerdings, dass die Übereinstimmung nicht immer notwendig ist und die Darstellungs- und Vermittlungsformen auf dem Netz sehr vielseitig sein können. Andere Kurse innerhalb des Program on Writing and Humanistic Studies wie z.B. Theory and Practice of Non-Linear and Interactive Narrative stützen ihre Darstellung und vor allem die Kursarbeit sehr intensiv auf Netztechnologien und deren Verwendung und versuchen netzadäquate Kommunikationsformen zu nutzen, zu vermitteln und zu entwickeln.