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Medienkompetenz |
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Zusatz-Text:
Kreativer Widerstand im Internet
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Kreative Netz-Gemeinschaften der etwas anderen Art (vgl. Konrad Lischka, Statt Fakten, Fakten, Fakten: "qdmkÍa" - Wie Netzkünstler die Metaphysik des Internets entzaubern, FR v. 7.11.2000)
Als Mitte des 19. Jahrhunderts das erste Transatlantikkabel verlegt wurde, glaubte man, alte und neue Welt wüchsen zusammen. Die nüchtern-sachlichen Technokraten des Viktorianismus sahen die Welt von einem elektrischen Gürtel umspannt und eins werden, frei von Konflikten, wie man sie im Kolonialreich kannte. Schriftsteller wie H.G. Wells und Wissenschaftler wie Vannevar Bush oder Douglas Engelbart hielten diese Visionen im 20. Jahrhundert frisch. Diese Kontinuität bis zur heutigen Internetprophetie wird immer häufiger gerade in der Netzkunst kritisiert. "Der Traum ist tot", schreibt etwa Randall Packer auf der Netzkunst-Seite Rhizome (www.rhizome.org). Aber die Universalpage macht einen viel grundlegenderen Fehler sichtbar. Dem Internet als Technologie an sich ist keine Zielrichtung eingeschrieben, keine Teleologie, diese wird allein durch den Code bestimmt, wie es der amerikanische Rechtsprofessor Lawrence Lessing ausdrückt. Seit einigen Jahren definieren mehr und mehr Unternehmen, die im Netz Geld verdienen wollen, diesen Code. Die Prioritäten bei der Entwicklung des Netzes liegen nun nicht mehr beim möglichst leichten und anonymen Zugang zu Information und Gemeinschaften, sondern eher beim effektiven Schutz von Information vor unerlaubter oder unbezahlter Nutzung und der sicheren Identifizierung von Anwendern zum Ziele der Abrechnung.
Während ®TMark die
Definitionsmacht der Corporate Culture über die Technik angreift, attackiert
Netzkünstler Benjamin Chang mit seinem Image Pillager
(http://members.nettrash.com/pillager)
die Definitionsmacht der Technik. Ähnlich wie Universalpage es
mit Text tut, fügt Image Pillager Bildfragmente von Netzseiten
aus der ganzen Welt zu einer skurrilen Collage. Die Oberfläche von Suchmaschinen
wie Yahoo! erscheint dann nur noch als Fiktion, ähnlich jener, der sich
die Enzyklopädisten hingaben, als sie glaubten, das Wissen der Welt alphabetisch
sortieren zu können. Tatsächlich aber haben Yahoo! und Konsorten nur einen
Bruchteil der digitalen Welt indiziert, obwohl ihre Oberfläche eine unermessliche
Wissensfülle und -tiefe suggeriert. Ähnliches leistet Bill Gates Bilderdatenbank
Corbis für die Welt. Millionen Fotografien sind digitalisiert und
somit in Sekundenschnelle zu durchsuchen. Das Bildergedächtnis des Planeten
scheint in einem Weltgehirn, wie H.G. Wells es imaginierte, verfügbar
zu sein. - Doch es ist in den Händen des Kapitals, oder?
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