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Medienkompetenz |
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Homepages
von WissenschaftlerInnen - Typologien und Beispiele
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Persönliche Homepages (personal homepages) sind Web-Angebote, so Nicola Döring, die von einzelnen Personen eigenverantwortlich betrieben werden. Dabei können Gestaltung und Programmierung selbst übernommen oder auch als Auftragsarbeit an Dritte delegiert werden. Nicola Döring hat in ihrem Aufsatz Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand ( 2001) einmal die Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommmunikation untersucht. Im Gegensatz zu den persönlichen Homepages stehen solche Web-Angebote, die von Organisationen, Institutionen oder formellen Gruppen betrieben werden (z.B. Homepage der Firma Nivea, Homepage des deutschen Bundestages, Homepage der Umweltschutzgruppe Greenpeace) und wo nicht das Individuum als Sender agiert. Ein Grenzfall zwischen organisationseigenen und persönlichen Homepages sind Webseiten, die Mitglieder innerhalb von Organisationen vorstellen: Hier gibt es nicht selten im Sinne der Corporate Identity normative Vorgaben zur inhaltlichen und formalen Gestaltung, die den Entscheidungsspielraum der dargestellten Personen hinsichtlich ihrer individuellen Selbstpräsentation einschränken. In diese Kategorie fallen auch viele Homepages von Wissenschaftlern, da diese in der Regel im Kontext ihrer Tätigkeit an einer Universität oder Forschungseinrichtung präsentiert werden. Für die inhaltlichen Kategorisierungen von Homepages gibt es bislang kein einheitliches Modell. Döring führt aber einige Punkte auf, an denen sich hier orientiert werden soll. Sie stellt fest, dass es verschiedene Existenzformen von Homepages gibt. Interessant sind hier nur die sogenannen realisierten Homepages, die sich unterteilen lassen in
Bei einer Inhaltsanalyse von n=279 zufällig ausgewählten studentischen Homepages fand Döring, dass nur 42% der in Hochschulverzeichnissen aufgelisteten persönlichen Homepages dem Bild der typischen expressiven Selbstdarstellungsseite entsprachen, obwohl andere Untersuchungen gerade diese Form für die typische Form der Darstellung ansehen. Persönliche Webseiten lassen sich, so Döring, anhand unterschiedlicher Kriterien bewerten und kategorisieren:
Die Zahl von Wissenschaftler-Homepages ist endlos und so können hier nur einige Beispiele behandelt werden. Als erster Bezugspunkt sollen daher die Seiten der Lehrenden am MIT angeführt werden. Bei der folgenden Einordnung der ausgewählten Homepages werde ich mich an den von Nicola Döring erwähnten Kriterien orientieren, diese aber nicht in ihrer Gänze übernehmen. Ausgewählt wurden Homepages einzelner Wissenschaftler, an denen beispielhaft Inhalt und Form von Homepages innerhalb eines Fachbereichs oder eine bestimmte Gestaltung im allgemeinen gezeigt werden kann.
Die Homepages der Mitglieder der School of History sind für solche Instituts-Homepages ein sehr passendes Beispiel. Die Seiten von Bruce Mazlish und Philip S. Kouhry sind exemplarisch herausgegriffen, u.a. da auf Mazlish Seite noch einige Bilder stehen, die sich vom allgemeinen Standard abheben. Kouhrys Seite ist auch deshalb interessant, da er nicht nur über die Seiten des Instituts erreichbar ist, sondern auch über das Science Technology and Society Programme, an dem Lehrende unterschiedlicher Bereiche mitarbeiten. An diesem Studiengang arbeiten auch Ken Keniston und Joseph Dumit, deren Seiten eine Reihe von online verfügbaren Aufsätzen und Werbung für Bücher bereithalten und sich auch im Design von vielen anderen absetzen. Alle Lehrenden des STS-Programms sind auf einer Liste mit kurzen Angaben verzeichnet, aber nur einige wenige besitzen darüber hinaus auch eine persönliche Homepage. Ohne eigene Homepages, die über die Seiten der Fakultät zu erreichen sind, präsentieren sich die Mitglieder des MIT Anthropology Programms,, die nur auf einer gemeinsamen Liste aufgeführt sind.
Gerade die Affinität zu Technologie und eine damit verbundene Medienkompetenz wird auf diesen Seiten deutlich, auch wenn sie sich abgesehen vom Design und einigen Bildern noch sehr im Rahmen der 'üblichen' expressiven Homepages bewegen. Als individuelle Homepages allerdings sind sie deutlicher kenntlich gemacht als die standardisierten Seiten anderer Institute und Abteilungen und deren Lehrender. Durch ihr Design, vor allem aber durch ihre Vernetzungen tragen sie in erhöhtem Masse zu einer öffentlichen Kommunikation bei und dienen als ausbaufähige Plattformen für eine Netzkommunikation innerhalb ihrer Wissenschaften und eventuell darüberhinaus.
In den Bereichen Mathematik, Biologie, Physik, Earth and Planetary Science sowie bei den Volkswirtschaften und der Linguistik findet sich dasselbe Muster der standardisierten Präsentation von Wissenschaftlern. Bei einigen gibt es Listen, auf denen Kurzbeschreibungen der Wissenschaftler stehen, manchmal mit Verweisen zu Homepages, die als solche ausgewiesen, oft nur ausführlicher, die Publikationen, den Werdegang und manchmal einige Projekte der Wissenschaftler darstellen. Jim Hansens Seite bei den Planetologen ist ein gutes Beispiel, mehr daraus zu machen. In der Physik sieht es dann so aus wie bei Ulrich Becker, der vor allem seine Publikationsliste aufführt und eine etwas detailiertere Beschreibung seiner Forschungsschwerpunkte. Stephen J. Lippard ist das äquivalente Beispiel aus der Chemie. Noam Chomskys Seite ist deshalb so interessant, obwohl sie nichts außer ein paar Veröffentlichungshinweisen und einen Link zum inoffiziellen Chomsky-Archiv bietet, weil dort die Bemerkung steht, dass Post an ihn an seine MIT-Postadresse geschickt werden soll. Eine Email-Adresse fehlt. Die Webkompetenz im Sinne der von Döring aufgestellten Kategorisierungsmöglichkeiten wird bei fast keiner der Homepages hier deutlich. Der Mangel an Originalität, Links und Textdichte fällt - mit einen wenigen Ausnahmen - auf. Andere, in ihrer Qualität dichtere und mehr Webkompetenz zeigende Homepages findet man häufiger bei den Wissenschaftlern, die sich mit dem Netz und seinen Kontexten selbst als Forschungsgegenstand beschäftigen. Auf Netzwissenschaft.de von Reinhold Gräeher sind ein Großteil dieser Forscher aufgelistet. Darüberhinaus gibt es dort eine unvergleichlich große Sammlung rund um Forschung, Diskurs und Kunst in und mit dem Internet. Grethers Sammlung zählt international sicherlich zu den umfangreichsten. Ich habe hier eine kleine mehr oder weniger zufällige Auswahl aus der fast unübersichtlichen Anzahl von unterschiedlich guten Homepages getroffen, um an diesen Beispielen zu zeigen, welche Möglichkeiten es über die bisher aufgeführten noch gibt. Die folgenden Homepages sind in ihrem Auftreten sehr heterogen, ähneln sich aber darin, dass hier eine hohe Webkompetenz und eine Professionalität sichtbar werden, die sich auch aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Netz heraus erklären lassen. Das gilt vor allem für das Linkangebot und die Verlinkung der Seiten mit anderen, was zu einer erhöhten öffentlichen Kommunikation beitragen kann. Weniger gilt es in einigen Fällen für die Kreativität bezüglich des Designs und der Navigation. Christine Hines Seite (sie ist die Autorin von Virtual Ethnographies, einer Methodologie zur Untersuchung von Netzkommunikation) ist sehr einfach gehalten, besitzt nur wenige, dafür informative Links und ein sehr einfaches Design auf einer einzigen Seite in Form einer Liste. Phil Agre, mit Sicherheit einer der wichtigsten Kommunikations- und Sozialwissenschaftler im Bereich der Netze, hat ebenfalls eine Seite mit einem einfachen, fast rudimentären Design, auf der sehr viele kommentierte Links zu Aufsätzen und anderem in Form einer Liste aufgeführt sind. Einige Links führen zu anderen, ähnlich ausführlichen Listen. Die Navigation ist schlecht, wenn man sich nicht innerhalb des Themas ein wenig auskennt. Martin Rost hat ein ähnlich einfaches, doch von der Navigation her komfortables Design, was einen durch die vorgehaltenen Informationen führt. Das Design ermöglich eine einfache Erweiterung der Homepage mit neuen Rubriken und Informatinen. Ebenfalls in der Form langer Listen zu bestimmten Themen gestaltet ist die Webseite von Rainer Rilling ' Wissenschaft und Politik', die als eine der wenigen instrumentellen Webpages in diesem Bereich betrachtet werden kann, da es hier hauptsächlich um ein oder mehrere Themen denn um die Person Rainer Rillings selbst geht. Die Navigation wird durch ein übersichtliches und thematisch gegliedertes Design sehr erleichtert, da es sich um eine immens große Link- und Textsammlung handelt.
Steve Jones Homepage hebt sich davon durch ihr Design und die Navigationsmöglichkeiten ab. Auf verschiedenen Seiten findet man Informationen, durch die man sich bequem mit einer Menüleiste durchklicken kann. Nach außen vernetzt sind alle diese Seiten und somit auch eingebunden in größere Forschungszusammenhänge.
John Naughton von der Open University mit seinem Going Digital-Projekt, Ray Kurzweil, Erfinder von Spracherkennungssoftware, Sprachcomputern für Blinde und anderem, Lev Manovich, Künstler und Interfacetheoretiker sowie Stefan Asmus haben Homepages, die vom Designstandard sehr hoch sind, was auch die Navigation innerhalb dieser Seiten erleichtert. Manovichs Seite bietet ausserdem noch eine Vielzahl an Online-Projekten und Aufsätzen. Kurzweils Seite ist eine Mischung zwischen persönlicher Homepage und der seines Unternehmens Kurzweil Technologies, welches sich allerdings um seine Person herum gebildet hat. Die Seite von Stefan Asmus ist ein ästhetischer Versuch eines neuen Interface auf dem Internet, langsam zu laden und vom Design beherrscht. Die Vernetzung der Seiten variiert und steht manchmal hinter anderen, deren Design und Navigation unpraktischer ist, zurück. ...und dann noch einige ausgewählte Homepages, die inhaltlich und auch in ihrer funktionellen und designerischen Form interessant sind:
Außerdem finden sich noch weitere exzellente Beispiele auf den Kursseiten zu den kreativen Seiten des Netzes..... |