Vgl. Risse im Beton oder, High-Tech-Anti-Kapitalismus: ein Widerspruch in sich?
(erscheint in: Utopie konkret, September 2001)

H.J. Krysmanski
Cyber-Cooperatives
Zur Soziologie des Aussteigens...

 

Vortragsnotizen
Oekonux Konferenz Dortmund
28.4.-30.4.2001

Abstract
Bemerkungen
Der MIT-'Ausstieg'
Es gibt vielfältige Formen des Ausstiegs und unterschiedliche Stufen der Renitenz und Resistenz unter den 'kommunikationsfähigen' anti-kapitalistischen Kräften. Sie alle haben etwas mit Selbstorganisation zu tun, aber Selbstorganisation schützt nicht vor Naivität und Versteigen. Deshalb möchte ich zunächst beispielhaft auf Entwicklungen verweisen, die etwa aus den Leuten von The WELL Unternehmensberater (Global Business Network), aus Art Directors lutherische Protestler (The Cluetrain Manifesto), aus Künstlern effektive Konzernbekämpfer (Rtmark) oder aus einer kleinen newsgroup ein wirksames demokratisches Forum (slashdot.org)gemacht haben.

Einige nützliche Hintergrundmaterialien zu meinem Beitrag finden sich auf einer Website, die ich für einen Vortrag an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin gemacht habe ('Kreative Gemeinschaften im Cyberspace').

Der Begriff Genossenschaft impliziert vor allem und zuallererst Zeitsouveränität und eine offene Praxis. Oder anders gesagt:Genossenschaft impliziert Zeit-Haben als Grundstruktur von Subjektivität und damit als Grundstruktur von Kollektivität.Doch seit der Arbeiterbewegung wissen wir außerdem, daß das Thema der Zeitsouveränität sich nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Arbeitszeit stellt.

Die kybernetisch-algorithmischen Produktionsmittel verlangen - ob sie in der Arbeits-Zeit oder in der Frei-Zeit auftreten - auf jeden Fall die entwickelte, hochindividualisierte Arbeitskraft in kooperativer, gemeinschaftlicher, genossenschaftlicher Gestalt - nur eben: das eine Mal in der Microsoft-Variante, das andere Mal in der Linux-Variante...

Und bei der Linux-Variante übt das eine Bein des Arbeitskraftbesitzers schon einmal den Ausstieg, den Ausstieg aus der kapitalistischen Produktionssphäre und aus der postmodernen Simulationskultur. Dafür gibt es, jetzt schon, verschiedene Möglichkeiten:
  • die Stufe des individuellen Ausstiegs in die spontane Freizeit-Kollektivität (Jobben plus freie Kreativität)
  • die Stufe der alternativen systemischen Kooperation (open theory, open fun...)
  • die Stufe der Ankoppelung an nicht-monopolistische Wirtschaftsformen ('Pop-Wirtschaft', italienische Genossenschaften...)
  • die Stufe der Assoziation freier Produzenten zwecks Produktion freier Assoziationen (Wallerstein)
  • die Stufe der Assoziation freier kybernetischer Produzenten zwecks Produktion freier algorithmischer Assoziationen (Rtmark etc.)
  • usw.
Zugleich entsteht hier eine praktische Kontroverse. Ist der Ausstieg aus dem Verwertungsprozess Voraussetzung für die 'Befreiung' oder ist der Verwertungsprozess auf seiner jetzigen Stufe nicht selbst schon das Milieu für Assoziationsformen freier Produzenten? Man bedenke:
  • Produktionsmittel und Arbeitskräfte werden 'identisch'
  • Arbeitszeit und Freizeit werden 'identisch'
  • die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist bereits radikal abgesenkt
  • die herrschaftlich eingeforderte Dienstleistungszeit steigt drastisch an und provoziert Renitenz (The Cluetrain Manifesto)
  • die verdinglichten Sozialbeziehungen werden durch die Simulationskultur hypertrophiert und provozieren Resistenz in der Simulationskultur selbst (The Matrix?)
In dem Augenblick, in dem die Arbeits-Zeit die Frei-Zeit fressen will, kann auch die Frei-Zeit ihr Maul aufsperren - und immer wieder einmal und immer öfter wird sich der Freßakt dann umkehren - als materielle Kritik, als materieller Widerstand und damit als nicht eingegrenzte Entwicklung und Entfaltung... Mein Eindruck ist, daß die beiden Alternativen so dicht aneinander gerückt sind, daß nur der Praxistest weiterführt...

Ich möchte aus soziologischer Sicht einige Varianten des Aus(usw.)-Steigens untersuchen. Dabei handelt es sich, so wie die Dinge jetzt stehen (das kann sich aber noch ändern), um folgende Punkte und Beispiele:
  • Anmerkungen zum Mönchswesen (das mönchische Prinzip wurde zu einem ungeheuren ökonomischen Erfolg als Raubritter, i.e. die Templer, es - im Rahmen der Kreuzzüge - ergriffen...)
  • mit Aplomb Aussteigen, um weiter oben wieder einzusteigen? Zur 'California ideology', dem digitalen Adel und den Verlockungen des Reichtums (vgl. Global Business Network)
  • Macht und Herrschaft im Virtualisierungsprozess (z.B. Tim Luke's Online Papers)
  • ethnographische Studien zum Leben und Arbeiten in Silicon-Valley (z.B. The Silicon Valley Cultures Project)
  • die virtuelle Gemeinschaft slashdot.org, die im Mittelpunkt des neuen Buchs von Steven Johnson ('Emergence') steht
  • usw.

 

 

Welche Epoche?

 


California Ideology
or:
The End of Temporality

Stalinist
communism

California
ideology

vanguard party
digerati
The Five-Year Plan
The New Paradigm
boy-meets tractor
nerd-meets-Net
Third International
Third Wave
Moscow
Silicon Valley
Prawda
Wired
party line
unique thought
Soviet democracy
electronic town halls
Lysenkoism
society as factory
society-as-hive
New Soviet Man
post-humans
Stakhanovite norm busting
overworked contract labor
purges
downsizing
Russian nationalism
California chauvinism

Um 1992 gründeten 'the WELL'-Initiator Stewart Brand, der Futurist Peter Schwartz, der Philosoph Jay Ogilvy das 'Global Business Network'. William Gibson war dabei, und auch Howard Rheingold. Im 'Global Business Network' (GBN) sind inzwischen rund hundert multinationale Konzerne vereint (60 amerikanische, 30 europäische, 10 aus dem Rest der Welt). Das E-Magazin 'Wired' und Initiativen wie 'The Long Boom' und 'The Long Now Foundation' sind assoziiert. 'The Long Boom' erklärt die 40 Jahre von 1980 bis 2020 zur Schlüsselzeit für das nächste Jahrtausend. 'The Long Now' geht noch einen Schritt weiter und betrachtet die 10 000 Jahre vor und die 10 000 Jahre nach unserer Gegenwart als das Jetzt. Das ist der ultimative kalifornische Besitzanspruch auf die Zeit - oder 'The End of Temporality' (Jameson).


Hypercapitalism

Jeremy Rifkin
The Age of Access: The New Culture of Hypercapitalism Where All of Life Is a Paid-For Experience

"AOL-Time Warner, Disney, Viacom und Sony Corp. sind nicht nur Medienkonzerne, sie sind die globalen Kontrolleure des Zugangs zum gesamten Spektrum kultureller Erfahrungen...Dadurch, dass sie die Kommunikationskanäle kontrollieren, und dadurch, dass sie die Inhalte formen, die gefilmt, gesendet oder ins Internet plaziert werden, gestalten [sie] die Erfahrungen von Menschen überall auf der Welt. Diese Art der überwältigenden Kontrolle menschlicher Kommunikation ist beispiellos in der Geschichte."

Fredric Jameson

"Mit dieser neuesten Verwandlung von Räumlichkeit, mit diesem Hyperraum ist es gelungen, die Fähigkeit des Körpers zu überschreiten, sich selbst zu lokalisieren, seine unmittelbare Umgebung durch die Wahrnehmung zu strukturieren und kognitiv seine Position in einer vermeßbaren äußeren Welt durch Wahrnehmung und Erkenntnis zu bestimmen." Die Hyperräume sind eine unvermeidliche historische und sozio-ökonomische Realität. Cyberspace ist "die dritte große neuartige und weltweite Expansion des Kapitalismus."



What Can Be Done ?

Wallerstein

"Die antisystemischen Kräfte sollten sich auf die Expansion realer sozialer Gruppen auf vielfältigen lokalen Ebenen aller Art konzentrieren, und auf deren Zusammenschluß (und ständige Umgruppierung) in uneinheitlicher Form auf den höheren Ebenen. Der fundamentale Irrtum der antisystemischen Kräfte in der voraufgehenden Epoche war der Glaube, daß die Effektivität einer Struktur mit ihrer Einheitlichkeit wuchs. Zweifellos war eine solche Politik logisch und brachte scheinbar Ergebnisse, so lange die strategische Priorität auf der Eroberung der Staatsmacht lag. Diese Politik hatte einst auch sozialistische Ideologie in liberal-sozialistische Ideologie umgeformt. Doch heute ist demokratischer Zentralismus genau das Gegenteil dessen, was nötig ist. Die Solidaritätsbasis zwischen den vielen realen Gruppen der höheren Ebenen (Nation, Region, Welt) muß subtiler, flexibler und ‘organischer’ sein. Die Familie der antisystemischen Kräfte muß sich mit vielen verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen und ständig ihre taktischen Prioritäten umformulieren.“(The End of Liberalism)

Cyber-Cooperatives
der 'kreativen' Art

Überblick

Zum Beispiel:

®TMark
bekämpft seit 1993 die Corporate-Culture durch Assimilation mit dem Ziel der Sabotage. So präsentiert sich ®TMark auf der Netzseite samt Video-Selbstdarstellung nach allen Unternehmensregeln. 14 Fonds werden betrieben, in jeden können Investoren einzahlen. Die Rendite wird in Form von kulturellem Aktivismus ausgezahlt.


when
(Inter)networked
Markets
meet
(Intra)networked
Workers:
The connectedness of the Web is transforming what's inside and outside your business, your market and your employees.
Through the Internet, the people in your markets are discovering and inventing new ways to converse. They're talking about your business. They're telling one another the truth, in very human voices.
Intranets are enabling your best people to hyperlink themselves together, outside the org chart. They're incredibly productive and innovative. They're telling one another the truth, in very human voices.

There's a new conversation
between and among your market and your workers. It's making them smarter and it's enabling them to discover their human voices.

You have two choices. You can continue to lock yourself behind facile corporate words and happytalk brochures.

Or you can join the conversation.


Varianten des Ausstiegs
und Widerstands


Die Stufe des individuellen Ausstiegs in die spontane Freizeit-Kollektivität: etwa nach dem Motto von Slavoj Zizek: 'Wir alle sind arbeitslos'

Die Stufe der alternativen systemischen Kooperation: dazu gehören im Kontext der 'California Ideology' viele Formen der open source-, open content- usw. Bewegungen, vor allem auch die MIT-Initiative

Die Stufe der Ankoppelung an nicht-monopolistische Wirtschaftsformen: es wird eine 'Pop-Wirtschaft' geben (Li Edelkoort), es gibt eine breite, aber schwache weltweite Genossenschaftsbewegung und Inseln des Genossenschaftswesens (z.B. in Italien)

Die Stufe der 'raum- und zeitlosen' Cyberspace-Cooperativen: einst um ctheory (Kroker) oder bei den Memetikern, jetzt...?



Die Stufe der Assoziation freier Produzenten zwecks Produktion freier Assoziationen: hier liegt das Augenmerk auf Experimenten und Reflexion der 'sozialen Seite', des Ausstiegs in die Askese, in andere Zeitregimes, in die 'Solidarität' - vgl. dazu Wallersteins sanften Anarchismus...

Die Stufe der Assoziation freier kybernetischer Produzenten zwecks Produktion freier algorithmischer Assoziationen: die kybernetisch-algorithmischen Produktivkräfte ermöglichen ohne Frage neue Formen sozialer Selbstorganisation zwecks sozialer Problemlösungen: das ist das Thema der Oekonux-Konferenz...

Die Stufe des High-Tech-Anti-Kapitalismus: Ist High-Tech-Anti-Kapitalismus ein Widerspruch in sich? Bemerkenswerterweise ruft - zumindest bei den High-Tech Kapitalisten selbst - die Idee eines 'High-Tech-Anti-Kapitalismus' vor allem Vorstellungen von 'high tech terrorist warfare', 'bio-tech attacks' usw. hervor. Eine profitable 'counterterrorism'-Industrie ist unter diesen Umständen entstanden. Andererseits scheinen anti-kapitalistische Bewegungen 'High Tech' oft mit den von ihnen erfahrenen hochtechnischen Mitteln kapitalistischer Unterdrückung zu identifizieren. Dieser circulus vitiosus erlaubt wenig Raum für Gleichungen wie High Tech = politischer Fortschritt. De facto basiert der Anti-Kapitalismus der Gegenwart natürlich auf allen möglichen Formen von harten und weichen Technologien und speist sich möglicherweise sogar aus High Tech Visionen (der Science Fiction, z.B.).

Vgl. 'Risse im Beton oder, High-Tech-Anti-Kapitalismus: ein Widerspruch in sich? (Utopie konkret, September 2001)

MIT
MIT News

MIT factsheet

No Net Profit: MIT Courses Are Going Online (Free!)

Other universities may be striving to market their courses to the Internet masses in hopes of dot-com wealth. But the Massachusetts Institute of Technology has chosen the opposite path: to post virtually all its course materials on the Web, free to everybody. MIT announced on Wednesday a 10-year initiative, apparently the biggest of its kind, which aims to create public Web sites for almost all of its 2,000 courses, and to post materials like lecture notes, problem sets, syllabuses, exams, simulations, even video lectures. Professors' participation will be voluntary, but the university is committing itself to post sites for all its courses, at a cost of up to $100 million. MORE

MIT Cheered from a Distance (WIRED)


Oekonux Liste Diskussion

Franz Nahrada:
Interessante Frage: Kann man nun mit diesem online Lehrmaterial einen (dezentralen, selbstorganisierten) Studienbetrieb veranstalten oder nicht? Was sind die A
usschließungsgründe? Ist das MIT in die Open Culture vorangegangen? Wird es eine General Public License geben? Was wären die nächsten Schritte, um diese Entwicklung nachhaltig zu gestalten und abzusichern? Welche Europäischen Institutionen werden sich diesem Schritt anschließen?

Stefan Merten:
MIT-Lehrinhalte bald gratis im Internet Das ist ja superspanned! ... Was ich auch Klasse finde: Das ist das "standing on the shoulders of giants"-Prinzip. Eine der weltweit angesehensten Einrichtungen stellt der Menschheit ihr Know-How zumindest teilweise zur Verfügung. Und BTW: *Das* ist Wissenschaft, die sich auch mal an ihren eigenen Ansprüchen bzgl. Offenheit messen lassen kann. ... Das geht in die Richtung Freie Lehrmaterialien. Ich bin zu wenig Pädagoge um sagen zu können, _wie_ wichtig das jetzt ist, aber ich könnte mir vorstellen, daß didaktisch gut aufbereitetes Material inbesondere in der Erwachsenenbildung sehr vorteilhaft ist...

Rainer Rilling:
Das MIT-Projekt, Lehrmaterialien frei verfügbabar zu machen, geht konträr zu dem allseitigen Trend, öffentlich finanziertes Universitäts-Wissen privat zu vermarkten (Universitätsverlage usw.) und die lange Zeit sehr offenen Zugänge zu den Universitätsnetzen zu schliessen (z.B. über uni-eigenes Telelearning, Netzzugänge für Hochschulveranstaltungen nur für Hochschulangehörige oder Teilnehmer usw). Deshalb ist das MIT-Projekt auch so interessant und positiv. Es gibt ein kleines
MIT factsheet, in dem freilich auch die Grenzen und Absichten des Vorhabens deutlich werden: - Zum Eigentum: "Faculty will retain ownership of most materials prepared for MIT OCW, following the MIT policy on textbook authorship. MIT will retain ownership only when significant use has been made of the Institute's resources. If student course work is placed on the MIT OCW site, then copyright in the work remains with the student". - Zum Bildungsprozess: es wird Lehrmaterial der MIT-Mitglieder kostenlos allgemein verfügbar gemacht; das ist etwas ganz anderes als ein breites kostenloses Telelearning-Projekt, mit dem Abschlüsse erlangt werden koennen und es ist auch kein "interaktives" oder "partizipatorisches" Bildungsprojekt - 10 Mio $ Aufwand (geschätzt - und nicht nur vom MIT, sondern auch von noch nicht gewonnnenen Sponsoren) im Jahr für das Projekt sind, gemessen am MIT-Budget, ein ziemlicher Klacks - das MIT, bekannt als Forschungsuniversität, will auch als Bildungsuniversität ein global Player übers Netz werden, wie die abgedruckten Kommentare beteiligter Hochschullehrer zeigen: "While MIT may be better known for our research, with OCW, we wish to showcase the quality of our teaching ...I very much hope that our collective lecture notes become the most popular net destination." In dem Fact Sheet und den Pressemitteilungen wird immer wieder von der "Welt" geredet, die nun versorgt werden soll, mit eben den Lehrmeinungen und den Forschungen und einem Bildungsmodell genau des MIT. Contentpolitik heisst das, glaube ich.

Vgl. auch Diskussionsforum:
mit-opencourseware-discussion@yahoogroups.com


Slashdot Diskussion
http://slashdot.org/articles/01/04/04/1141228.shtml

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Students would be able to view previous examinations, learn exactly what questions professors ask, and learn only those questions...


You mean you were never given past papers at University? Wow. You must have some really unimaginiative and lazy professors and lecturers. I studied at UMIST Computation and all past papers for all courses including a large amount of the notes were freely available internally...No problems there because the papers were so different every time.

Professors will have extra work to do in keeping the web page up-to-date.


Ummm... what do you think they write their lecture notes and exam papers on? A typewriter? No, all this means is that Word and Powerpoint files just have to be linked to on a departmental web-site...

Students would grow mad at professors who do not keep their site up-to-date, leading to lawsuits pertaining to fair education, etc.

Only in America would somebody sue a professor for not keeping his course notes up to date...

Students with computers at home (i.e., financially stable students) will have access at all times, while others (minorities, etc) will not, leading to an even bigger gap between upper- and middle-class.

I think you'll find that the course notes will still be made available to the students on paper...
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This project is not about under-mining MIT. It's not about replacing notes with HTML. It's not about giving professors extra workload. It is however, about a 15-year old who has above average intelligence getting free access to professional materials that match his ability from anywhere in the world. You're just angry because you put yourself in debt going to college and seem to think that this proposal will replace a degree...

I have to say, I think this is a great idea. I'm sure UMIST would do this at some point themselves, but I understand the main problem is with copyright retention and Universities stealing each other's materials. MIT is showing the rest of the world the way it should be done from now on.
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Not Everybody Learns Well in the Classroom!
I, and I'm sure thousands of others, will second that. Finally, there are alternatives to the traditional teaching methods geared towards the lowest common denominator. It's only natural that the sheep will complain, though, since they don't understand and don't know how to take full advantage.
Why is it that the lowest bandwidth communications channel that humans have - the auditory channel - is used as a primary channel for delivering educational information? The whole concept of a "lecture" amazes me - one person stands and effectively reads from notes (no matter how well he's memorized them over the years) while N people sit and write down what he's saying. This has to be some kind of strange sociobiologically-rooted phenomenon related to herding behavior, but do we really need it nowadays? I'm not saying there shouldn't be face-to-face communication and Q&A's, but "lectures"?
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Sounds like an interesting plan...So here are my thoughts...

Good ideas:
Those who cannot afford to go to MIT can still learn their courses. - Current students of MIT can get an example of what to study, intensifying their skills leading to higher learning. - Other universities can adapt to the higher levels (not saying other uni's are substandard) of teaching.

Bad ideas: Students may be able to cheat on exams. - Teachers may slack off on their intensity since students can just go online to learn. - Students can skip more classes referring to the web and how they already "learned" something. - Learning something with the assistance of a vocal teacher is not the same as reading it. - MIT can lose students since they could go to other universities and still learn at their level. - Upkeep may be hellish
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...Governments should give look into giving universities with plans like this free or highly reduced incentives, such as working with companies to provide free bandwidth to provide these services (which is what they are) for its citizens, after all in the U.S. your supposed to be entitled to a free education, so why not make it feasible for universities to follow MIT's move by providing added incentives.

In the end the best case scenario would be, more people learn at a higher level, earn more, become more productive citizens, as opposed to being restricted because of things like race, levels of income, etc., thereby there'd be less welfare and dependancy on government to solve problems...
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As an MIT student, a couple quick notes:

1) Someone pointed out that a lot of the courses materials are currently already on the web, and this is VERY true! I'm surprised that people are so excited about seeing this happen from the standpoint that it's largely already happened.

2) Many people noted that this would be great for the people who can't "afford" to go to MIT...but I will say that personally, I have learned more from working with my fellow students of amazing initiative and intelligence, than from any course materials. IMHO, that would be the key thing missing from an "Open course"...Would you be able to have the same levels of cooperative interaction with fellow students via the web of the same caliber of that of MIT students? I think it's doubtful, if due to no other reason than current constraints of the medium.

3) In reply to: "students would be able to view previous examinations, learn exactly what questions professors ask, and learn only those questions." Well, many many already do, as MANY classes have past exams already on the web for review. Guess what? It doesn't work.

4) The amount of work required to make these courses actually potentially credit worthy may be HELLISHLY massive...Having to suddenly grade 5100 tests instead of 100?...eek! There goes any sort essay tests or anything similar. In any case, I have the feeling that that isn't going to happen any time soon, but it will stick to informative materials only.

5) Javac the great is ridiculously un-informed. "MIT lacks a strong fundamental general education curriculum. CS students start doing CS from day one." What nonsense. First, CS students do not even remotely start doign CS from day one...Also, MIT has an amazing humanities department. Currently, for example, I'm double majoring in Computer Science AND a humanities (Film & Media Studies), and both departments are top-notch.
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Bravo MIT! This is a great step forward. But you can do more.
What if MIT (and possibly other schools) were free? Once you're in, you don't pay anything. Could this possibly be done? How much money would it take? Less than you might think: In round numbers, MIT collects $25,000 (a good share of which is already covered by financial aid) from 4000 undergraduates every year. That's $100 million per year. How large of an self-sustaining endowment is necessary to generate this kind of cash each year? For a 5% return, 2 billion dollars is required. For a 2% return, the figure is 5 billion. That's a lot of money, but it is the same order of magnitude that Harvard, MIT, Stanford, and other schools are raising in just a few years time (Harvard raised 2.somthing billion in it's recent capital campaign). There are quite a lot of very rich entrepre-nerds who got their start at MIT (and many other schools). I'd bet that many of them would be willing to give generously if they knew that enrollment at their university would be free of charge. This could kick off a revolution: free (and therefore universal) college education. The fact that a top university would be free would force other universities to do the same. The result would be many more minorites, poor kids, and kids from rural areas going to college. Now that is a realization of the American Dream.
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There is nothing more valuable than a good teacher. Frank Pfenning , in my opinion, is one of those great teachers. I am not a student of the university that he teaches at, but I can still follow along his courses, read his class notes and do his homework. I highly recommend his courses to any computer scientist who is interested in the foundations of computer science (constructive logic and the lot).
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Abelson rocks! (ps his book with the Sussmans is also great. If only they would put it on the web...!) They did.
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