Westfälische Wilhelms-Universität
Institut für Soziologie
Wintersemester 2000/2001
Seminar: "Zeitrhythmus des Kapitalismus"
Dozent: Prof. Dr. H.-J. Krysmanski
Referentinnen: Silke Baumeister, Franziska v. Bülow


DAYTRADING
Oder: Wie mache ich das schnelle Geld?

 I. Worterklärungen

Margin

Sicherheitsleistung bei Eingehen von börsengehandelten Future- und Options-geschäften

 

Volatilität (Intraday-Volatilität)

Die Volatilität sagt die Schwankungen von Wertpapierkursen, Zinssätzen und Devisen aus. Durch Berechnung von Standardabweichung relativer Kursdifferenzen kann die Volatilität eines Wertpapieres gemessen werden.

Slippage

schlechte Ausführung von Aufträgen

 

 

 

S&P500

Standard & Poor's 500.
Bei dem S&P 500 handelt es sich um einen anerkannten US-amerikanischen Börsenindex, dem ein Portefeuille aus Aktien in einer bestimmten Zusammensetzung zugrunde liegt. Dieser Index setzt sich aus 400 Industrieaktien, 40 Versorgungswerten, 20 Aktien von Verkehrsgesellschaften und 40 Aktien von Finanzinstitutionen zusammen.

DTB

Deutsche Terminbörse

II. Die Vorteile

III. Die Nachteile

IV. Das Team

 V. Der Test

Quellen:

http://www.ross-trading.de

http://www.tradewire.de Test

http://www.tradeclub.de

P500, CME, DTB



Zitat zu "Daytrading"

    Man nutzt die Kursschwankungen während eines Tages, und erhofft sich dadurch einen schönen Gewinn.

    Besser gesagt, man möchte gerne die Schwankungen nutzen und so nebenbei ein paar Hunderter oder sogar Tausender einstreichen. Das klingt ja sehr vielversprechend, Realtime-Kurse mit 15min Verzögerung, (oder "echte" Realtime - das macht auch keinen Kohl mehr fett) und die Gebühren sind bei den Internet-Direktbanken auch verschwindend gering. Aber denkt doch mal über die Konsequenzen von Daytrading nach: Faktisch heißt das, ich stehe morgen früh auf, kippe nur schnell einen Kaffee runter und sitze um 8:50 vor dem PC...

    Die Zeit reicht nicht mal fürs Duschen, ich könnte ja einen günstigen Einstiegskurs verpassen! Also rein ins Netz und die Zockerei geht los und hört auch nicht mehr auf, den ganzen Tag. Ich würde mich doch ärgern, wenn Qiagen um 12:30 auf 52e war - aber da hab ich leider grade mein Sauerkraut zu Mittag verdrückt - und um 13:00 sind sie wieder unter 50. Nun, welcher Arbeitnehmer hat die Zeit, und v.a. wer die Fähigkeit, den Markt während eines ganzen Tages genau zu "timen"(also zu Tiefstkursen kaufen, zu Höchstkursen verkaufen)??? Abgesehen davon, dass wohl nur Arbeitslose dafür genug Zeit hätten (nur denen fehlt das Geld...). Oder hat zufällig jemand von euch die prophetische Gabe, z.B. vorauszusehen, dass General Electric nach der Bekanntgabe der Fusion auf 57.50 euro(23.10.) abstürzt, und dann plötzlich wieder auf 63e+ steigt?

 

Wie stelle ich mir das "Daytrading" vor?

    Gebannt hängt der Blick am Bildschirm -- sekundenschnell werden per Mausklick Aktienpakete geordert, nur um sie wenige Sekunden oder Minuten später mit Gewinn wieder zu veräußern. So stellt sich der Aktienneuling das spannende und lukrative Geschäft eines Daytraders vor. Doch Trading ist ein hartes Geschäft. Nur mit viel Geduld, Mut, Intellekt und der nötigen Selbstsicherheit ausgestattet, hat man eine Chance im hektischen Tageshandel auf Dauer zu überleben.

     

DAY-TRADING AN DEN FUTURESBÖRSEN

    FÜR TRADER, DIE EINEN RUHIGEN SCHLAF ZU SCHÄTZEN WISSEN Im Gegensatz zum Positionen-Trader, der über Tage und Wochen seine Positionen in den Terminmärkten hält, stellt der Day-Trader seine während des Tages eingegangenen Positionen spätestens zum Handelsschluß glatt. Da der Day-Trader keine Positionen über Nacht hält und das Risiko von ungünstigen Handelseröffnungen am nächsten Tag ausgeschlossen ist, verlangen die Börsen und Broker wesentlich geringere Margins (oft betragen diese nur 20 % der Nacht-Margins). Deshalb ist das Day-Trading auch für die Trader interessant, die nur über ein kleines Handelskonto verfügen. Märkte, die sich für Tagesgeschäfte eignen (insbesondere Aktienindizes, Währungen, Zinsen), verfügen über einen breiten täglichen Kursschwankungsbereich, sowie Volatilität und Liquidität. In der Regel eignet sich der Markt am besten für das Day-Trading, der über die größte geldwerte Schwankungsbreite und die höchste Volatilität verfügt. Volatilität führt dazu, daß es während des Tages mehrere Handelsgelegenheiten geben kann. Neue Nachrichten, die während des Tages heftige Kursbewegungen verursachen können, haben einen größeren Einfluß auf das Day-Trading als auf das Positionen-Trading. Für den Day-Trader gibt es aber auch noch viele andere Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Sicherlich ist es von großer Bedeutung, die Richtung des übergeordneten längerfristigen Trends ins Kalkül zu ziehen. Day-Trader, die nur eine Handelsentscheidung pro Tag vornehmen, müssen sich überlegen, ob sie zur Handelseröffnung in den Markt gehen oder nicht. Nach der Handelseröffnung kommt es häufig zu einer kurzfristigen Rallye, die entweder die Richtung für den Tag anzeigt, oder ein falsches Signal gibt; in diesem Fall kann der Day-Trader diesen frühen Trend nutzen und in der Erwartung einer Marktumkehr gegen diesen Trend kaufen oder verkaufen. Häufig findet sich in den 30 Handelsminuten ein Extrem des Tageskursbereiches.

     

Vor- und Nachteile des Day-Trading:

Der große Vorteil des Day-Trading kann mit einem Wort zusammengefaßt werden: Kontrolle. Erfolgreiches Futures-Trading bedeutet, daß man Risiko kontrolliert, und Tagesgeschäfte sind eine gute Möglichkeit, Marktturbulenzen zu begrenzen, indem man sich vor zwei potentiellen Hindernissen schützt: hohen Margins und dem Übernachtrisiko, das aus nächtlichen Entwicklungen entsteht.

a) weitere Vorteile des Day-Trading sind:

b) als für das Day-Trading nachteilig zu bewerten, sind die folgenden Punkte:

Day-Trading kann aber auch dazu benutzt werden, das Positionen-Trading zu optimieren. Das heißt, es werden langfristige Positionen nur dann eingegangen, wenn es während des Tages, unter der Berücksichtigung eines geringeren Risikos, Einstiegssignale für längerfristige Positionen gibt. Insbesondere dieser Punkt, das Optimieren von längerfristigen Trades durch Ausnutzung des Tagesgeschäfts, wird von vielen Postionen-Trader nicht genügend berücksichtigt.

Der Schlüssel zum Day-Trading: Das "Team" muß bereit sein

    Day-Trading ist ein sehr ernstes Geschäft; wenn man sich nicht von Beginn an richtig darauf vorbereitet, wird man unweigerlich dem Markt unterliegen. Einer der wichtigsten Aspekte des Day-Tradings ist das "Team": Das Echtzeit-Quotesystem Die Handelssoftware Der Broker Um erfolgreich zu sein, benötigen Day-Trader genauso wie Positionen-Trader Informationen, auf die eine Entscheidung basieren kann, Kurse zur Bestimmung, wann gehandelt werden muß, eine Möglichkeit zur Analyse dieser Daten, um die Analyseergebnisse in einen Handelsplan einfließen zu lassen, und einen Broker, der dafür sorgt, daß dieser Plan an der Börse umgesetzt wird. Day-Trader benötigen nur mehr davon; und sie brauchen die Informationen schneller und zuverlässiger. Das Ausmaß der Fluktuationen in den Märkten, die sich für das Day-Trading eignen, macht es notwendig, daß Day-Trader schnelle Reaktionszeiten haben, wenn sie hoffen, in diesen Märkten überleben zu können. Ohne ein Echtzeit-Kursübertragungssystem (Quotesystem) ist es nicht möglich, an den Futuresbörsen im Tagesgeschäft profitabel zu handeln. Die Kursübertragung geht von der Börse zu verschiedenen Datenanbieter, die wiederum per Satellit, Kabel oder Standleitung den Trader mit Kursen versorgen. Der Trader benötigt einen leistungsfähigen Computer, einen Datenempfänger und eine Analysesoftware (z.B. TradeStation) und kann dann die Kursentwicklung in dem gehandelten Zeitrahmen (z.B. Fünf-Minuten-Candlestick-Chart) graphisch darstellen und beobachten. Es gibt eine Reihe von Datenanbietern (z.B. b.i.s.; Future Source, American Graphics, CQG, Interactive Brokers, Dow Jones Markets). Die monatlichen Kursübertagungskosten setzen sich aus den Gebühren des Datenanbieters und den Börsengebühren zusammen und liegen zwischen 600 und 3000 DM, u.a. abhängig von der Zahl der verfolgten Märkte und dem benutzten Datentransferweg. Bei der Auswahl des Datenanbieters ist zu berücksichtigen, daß die technischen Voraussetzungen des Datenanbieters und des Datenempfängers einen schnellen, genauen und zuverlässigen Datentransfer ermöglichen müssen. In hektischen Marktphasen kann es passieren, daß die Kurse aufgrund von Datenstaus bis zu 10 Minuten zeitverzögert sind. Einige Datenanbieter helfen sich in solchen Situationen dadurch, indem Sie Filteralgorithmen benutzen, die bestimmte Kurse während "schneller Märkte" aussortieren (!), damit der Eindruck von Echtzeitkursübertragung erhalten bleibt. Den Standard auf dem Gebiet der Analysesoftware, an dem sich andere Softwarepakete messen müssen, hat die Firma Omega Research mit ihre Software TradeStation gesetzt. Diese Handelssoftware verfügt über zahlreiche integrierte Indikatoren und viele Möglichkeiten der technischen Chartanalyse. Für Day-Trader bietet sie außerdem die Möglichkeit, auf der Basis von Tickdaten alle nur vorstellbaren Handelstechniken oder -systeme zu programmieren und rückwirkend zu testen. Die aktuelle Version TradeStation 4.0 kostet zur Zeit etwa 2.400 $. Neben dem technischen Equipment, das das Day-Trading erst möglich macht, gehört die Auswahl des richtigen Brokers zu den Voraussetzungen, um dieses Geschäft profitabel betreiben zu können. Vorrangig bei der Brokerwahl zu berücksichtigen sind die Schnelligkeit und Zuverlässigkeit, mit der Aufträge ausgeführt werden, und die Höhe der Kommission pro Round-Turn. So wie eine langsame Datenübertragung bei der Eröffnung und Glattstellung von Positionen zu teuren Fehlsignalen führen kann, kostet auch eine langsame Orderausführung bei jedem neuen Geschäft viel Geld. Grundsätzlich kann man sagen, daß zwischen Auftragserteilung und Orderbestätigung nicht mehr als 30 Sekunden liegen sollten. Beim Trading des S&P 500 kann wertvolle Zeit dadurch gespart werden, indem mit einem Broker zusammengearbeitet wird, der es dem Trader ermöglicht, Aufträge direkt auf das Parkett der CME zu plazieren. Für den Handel an der DTB hat die Einführung von Order-Entry-Maschinen dazu geführt, daß Aufträge schneller plaziert und bestätigt werden können. Für den Day-Trader, der außer der Auftragsausführung von seinem Broker keinen weiteren Service verlangt, sollte ein Diskountbroker ausreichend sein. Da im Tagesgeschäft das Ausmaß der Kursbewegungen um ein Vielfaches geringer ist als beim Trading von Positionen, haben die Slippage (Schlechterausführung von Aufträgen) und die anfallenden Kommissionen einen prozentual größeren Einfluß auf das Handelsergebnis. Abhängig vom gehandelten Markt kann die Slippage bei Stoppaufträgen zwischen 50 und 250 $ betragen. Die zu zahlende Kommission (einschließlich Börsengebühr) sollte beim Day-Trading nicht höher als 25 $ für die US-Märkte und 30 DM für die DTB liegen. Da das Day-Trading regelmäßig hektisch werden kann, ist es wichtig, daß der Trader genaue Aufzeichnungen über seine Aufträge, Stops und Positionen führt. Auch sollten die Gespräche mit dem Broker immer auf Band aufgezeichnet werden, um Streitfragen klären zu können, falls es aufgrund von fehlerhaften Auftragsausführungen dazu kommt. Wenngleich es beim Day-Trading selten die Möglichkeit gibt, das große Geschäft zu machen, auf das man das ganze Leben gewartet hat, so schläft es sich auf der anderen Seite vielleicht besser, wenn man sich nicht darüber Gedanken machen muß, ob der Markt am nächsten Morgen zehn Punkte gegen die offene Position eröffnet. In der Augustausgabe des ETM stellten wir die Vor- und Nachteile von Tagesgeschäften an den Futuresbörsen vor. Wir gingen auf das technische Equipment wie Quotesystem und Datenübertragung ein und beschrieben, daß die Wahl eines kompetenten Brokers, die anfallende Slippage und die Höhe der Kommissionen einen enormen Einfluß auf die Performance eines Day-Traders haben können. Während Tagesgeschäfte primär dazu benutzt werden, mit kurzfristigen Trades die Tagesschwankungen eines Marktes auszunutzen, wobei offene Positionen spätestens zum Handelsschluß glattgestellt werden, so kann der Zugriff auf Echtzeitkurse auch dazu dienen, längerfristige Positionengeschäfte mit einem minimierten Risiko einzugehen. Im folgenden möchten wir die Merkmale beschreiben, die zeigen, ob sich ein Markt für das Day-Trading eignet.

Schluß:

Test http://www.tradewire.de


Quellen:

http://www.ross-trading.de

http://www.tradewire.de Test

http://www.tradeclub.de