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AG Online Universitäten

Refereten: Miriam Barnat, Mira Hübel, Katja Lorens, Tanja Bruski, Sandra Quellmann und Harald Affeldt

1. Theoretischer Teil

1.1 Idee und Funktionsweise von Online-Universitäten

1.2 Vor- und Nachteile des Online Teaching

2. Praktischer Teil (Links zu Online-Unis)














1.Theoretische Hintergründe


1.1. Idee und Funktionsweise von Online-Universitäten

Die Universität ist seit jeher die zentrale Institution des Wissens. Sie hat die Lebensform der verschiedenen Gesellschaften entscheidend geprägt und spiegelt diese wieder. Derzeit findet ein gesellschaftlicher Wandel statt. Geleitet durch die neuen Informations - und Kommunikationstechnologien entsteht eine globale Wissensgesellschaft. Man kann sagen, daß heute die wichtigsten Tätigkeiten am Computer und in digitalen Netzwerken ablaufen: lernen, informieren, planen, kommunizieren usw. Auch die Universitäten arbeiten immer mehr mit dem Internet. Nicht nur das Lehrangebot ist im Internet abrufbar, an vielen Hochschulen ist das gesamte Studium online möglich. Vorlesungen können am Monitor verfolgt werden und Fragen im Chatroom direkt an den Professor gestellt werden. Zur Zeit gibt es viele Universitäten die sich noch in einer Testphase befinden und nur einen Teil ihres Lernangebotes virtuell anbieten, andere hingegen haben sich bereits vollständig auf die Lehre im Internet festgelegt. Sehr erfolgreich ist die virtuelle Universität der Wirtschaftsuniversität Wien. Das Projekt läuft seit 1997, bis heute nutzen täglich 700 Besucher über 70 Lehrveranstaltungen und 6 virtuelle Bibliotheken mit mehr als 3000 Links. Ziel der Universität ist es, den Wissenstransfer innerhalb der Institution zu verbessern und zwischen Forschung, Wirtschaft und Lehre zu vermitteln. Die Zahl der virtuellen Universitäten wird sich auch in Zukunft immer mehr vergrößern. Laut einer Prognose für das Jahr 2005 werden sich mehr als 50% der Studierenden bei dieser neuen Form der Universität einschreiben.
In der virtuellen Universität ist der Aufenthalt in Universitätsgebäuden nicht mehr nötig. Es gibt bei reinen online - Universitäten lediglich einen virtuellen Campus. Die verschieden Vorlesungen können dann von zu hause angehört oder nachgelesen werden. Virtuelle Universitäten versuchen auf der Basis von Telelearning ein komplettes Studienangebot zu realisieren. Alle Daten und Informationen sowie die verschiedenen Aufgaben und Arbeitsthemen können dem Studenten per Internet vermittelt werden. Hinzu kommen Chatrooms, die den persönlichen Austausch von Wissen und Erfahrungen mit Professoren und Studenten ermöglichen. Ziel ist es, den Wissenstransfer innerhalb der Universität zu verbessern und zwischen Forschung, Wirtschaft und Lehre zu vermitteln.

1.2. Vor- und Nachteile des Online Teaching

Natürlich ist die multimediale Bildung nicht unumstritten. Vor allem, weil es bislang noch zu wenig empirische Erkenntnisse über die Qualität und Effektivität des Online Teaching gibt und es ein nicht vollständig erforschtes Gebiet ist, stützen wir uns in unserer Argumentation auf bestimmte Fallbeispiele. Ein immer wieder auftretendes Problem stellt der Kostenfaktor dar. Zum einen wird durch Einsparungen im Personal- und Gebäudebereich Geld gespart. Zum anderen müssen schnell veraltende Soft- und Hardware von Studenten und Universitäten immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Dadurch beschränkt sich die Online Bildung von vornherein auf bestimmte Gruppen, da die finanzielle Belastung des einzelnen Studenten sehr hoch ist. Gerade die Tatsache, daß Online Teaching zeit- und ortsunabhängiges Lernen bedeutet, macht sie für den lebenslang lernenden Wissensarbeiter oder Manager attraktiv, da er die Online Bildung neben seinem Beruf laufen lassen kann. Dies setzt also voraus, daß der Student einer Online University von selbst hochmotiviert sein sollte, um effektiv diese Form der Bildung zu nutzen. Denn jegliche Motivation, die vielleicht an den üblichen Universitäten von Dozenten und Komilitonen ausgeht, fällt hier weg. Meist bedeuten Online Universitäten also nicht die Form von Universitäten, an denen ein Erststudium absolviert werden soll, sondern ist als Weiterbildungsmaßnahme zu verstehen. Da die Online Universitäten oft mit kommerziellen Partnern zusammenarbeiten, ist dadurch oft eine sehr fachspezifische Ausbildung möglich. Denn die Unternehmen fördern natürlich hauptsächlich Seminare und Kurse, die für sie von Vorteil sind und deren Kompetenzerwerbe sich in ihrem Unternehmen sinnvoll anwenden lassen. Dies mag als Vorteil, genauso jedoch als Nachteil angesehen werden können. Zum einen ist es für den Studenten, der bereits zu Studiumsbeginn sehr genau seine Karriere geplant hat, reizvoll erscheinen, seinen Studiumsverlauf so individuell zu planen, daß ihm mit Abschluß an einer Online Universität auch gleich ein Arbeitsplatz garantiert ist. Andererseits stellt sich die Frage, ob diese angepriesene Individualität nicht einfach nur Anpassung an einen bestimmten Betrieb bedeutet. Fest steht, daß die Kommerzialisierung der Bildung mit sich bringt, daß das "geistige Gut" rationalisiert und gewinnbringend verplant werden muß. Geistige Experimente und Ausflüge, sozusagen das Wissen um des Wissens Willen sind also zu teuer und daher nicht mehr realisierbar. Dies betrifft sowohl die Professoren als aber auch die Studentenschaft. Die Professoren unterliegen durch die Zusammenarbeit von globalen Partnern und den Universitäten den Zwängen der industriellen Produktion und müssen ihren Lehrplan dementsprechend entwickeln. Das bedeutet also, daß Studenten und Professoren bei Entscheidungen oft außen vor bleiben und ihr Lehrangebot hauptsächlich von der wirtschaftlichen Notwendigkeit abhängt. Dadurch, daß die Online Bildung eine neue Erscheinung ist, sind in diesem Gebiet natürlich noch viele Gebiete unerforscht. Für die Studenten bedeutet dies, daß sie in den Anfangsphasen als eine Art Versuchskaninchen für die Entwicklung besimmter Software und Seminarmethoden fungieren. So beschreibt eine Fallstudie (hierbei handelt es sich um einen Online Kurs, der im Rahmen einer üblichen Universität angeboten wurde; der Kurs begegnete sich niemals direkt, da der Kurs über E-mails, Online- Diskussionen und Aufgabenstellungen per mail gehalten wurde), daß die Studenten frustriert und der Kursleiter überfordert mit dem Lesen und Beantworten der vielen E-mails gewesen seien. Die Frustration bei den Studenten zeichnete sich dadurch aus, daß ihnen oft bei technischen Problemen keine Hilfen zur Verfügung standen. Weiterhin frustrierte es sie, kein unmittelbares Feedback seitens des Dozenten zu erhalten. Insgesamt läßt sich also festhalten, daß die Online Bildung insgesamt noch nicht ausgereift genug ist, um ihr auschließlich positiv gegenüber zu stehen. Es lassen sich jedoch einige Vorteile erkennen, die für die Zukunft mit Sicherheit von großer Bedeutung sein werden. (Insbesondere der Vorteil der Orts- und Zeitunabhängigkeit)

2. Praktischer Teil (Links zu Online-Unis)

Linksliste:

Fernuni Hagen

FH-Degendorf (Virtuelle Vorlesung: Informationsmanagement)

Hinter diesem Link verbirgt sich die virtuelle Vorlesung "Informationsmanagement". An diesem Beispiel lassen sich gut die Einsatzmöglichkeiten neuer Medien veranschaulichen. So werden zu den jeweiligen Themenabschnitten einführende Texte auf der Internetseite des Seminars angeboten. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich eine kurze Videosequenz anzuschauen. Im laufenden Arbeitsprozeß können sich die Teilnehmer untereinander, oder mit dem Dozenten, unter Benutzung eines "Message Boards", austauschen. Zudem besteht natürlich die Möglichkeit, den Dozenten direkt per mail zu ereichen (ein entsprechender Link befindet sich auf der jeweiligen Seite). Die Inhalte sind in kleine "Informations-Bausteine" aufgeteilt, so daß es dem Teilnehmer möglich ist, sich sowohl des gesamten Themengebiets, als auch Teilaspekten, anzunehmen.


African Virtual Univeristy (AVU)

Seit 1997 können afrikanische Studenten mit Hilfe von Satellit und Internet an westlichen Universitäten studieren. Der Grund dafür ist, daß es an afrikanischen Universitäten an qualifizierten Personal, Platz, Lehrmitteln und Geräten mangelt. Außerdem gibt es nur wenig Bücher und Zeitschriften, die auf dem neusten Forschungsstand sind. In Ugandas Makarere- Universität, der berühmtesten Ostafrikas, steht den Studenten kein einziges Buch zur Verfügung. Die Zahl der afrikanischen Studenten steigt stetig, so waren es 1990 61% mehr, als zehn Jahre zuvor. Die Ausgaben für Bildung jedoch, sind in den afrikanischen um zwei Drittel gesunken.
Um diesem Dilemma ein Ende zu bereiten, startete die Weltbank 1997 ein Projekt, zur Verbesserung der Studiensituation an afrikanischen Universitäten. Die Weltbank sah für Afrika eine Chance durch Satelliten- Technik und Internet. "Informatik und Telekommunikation machen Wissen überall, zu jeder Zeit, in jeder Sprache, zu niedrigen Preisen und in interaktiver Form verfügbar."
Mitte 1997 hat die Weltbank daher ein Pilotprojekt gestartet: Für rund 1,2 Millionen Dollar wurden 22 Universitäten in englisch-, französisch- und portugiesischsprachigen Ländern Afrikas mit Satelliten- Empfangsanlagen, Computer, Druckern, TV- und Videogeräten und Internetanschlüssen ausgestattet.
Im ersten Semester wurden an der AVU, eigens für das Afrika Programm zusammengestellte Kurse in Elektrotechnik, Mathematik, Statistik, Internet und Physik aus Irland, Amerika und Kanada übertragen. Zur Unterstützung werden Unterrichtsmaterialien per Internet verschickt und bei Fragen können sich die Studenten per e- Mail an die Vortragenden wenden. Um auch Zugang zu wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften zu ermöglichen, wurde eigens für die AVU eine digitale Bibliothek eingerichtet. Das Weltbank sieht in der AVU eine Möglichkeit die Bildungs- Kluft zwischen den hochentwickelten Industrie- Staaten und der Sahelzone zu schließen.


















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© 10.07.00 Harald Affeldt, affeldt@uni-muenster.de