H.J. Krysmanski                 Aspekte der Globalisierung                     Seminar-Reihe
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Gibt es eine
'globale herrschende
Klasse'?


WS 2004/05, Mi 16-18, Raum Sch 5, BEGINN erst am 27.10.!!!

 

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Ann Richards, former Dem. Governor of Texas,
on the GOLDEN RULE:

"THEM WITH THE GOLD
MAKE THE RULES!"


Zum SEMINARPLAN
(dort jeweils Materialien zur aktuellen Sitzung)

Materialien zur 'Globalherrschaft'

World Economic Forum 2005

Université Tangente: Research Center / The World Government (pdf) / Erläuterung zu WG (fr.)
Seminar SS 04: Machteliten und Biopolitik
Seminar WS 03/04: AMERICAN EMPIRE?
Info-Site: NEUE WELTORDNUNG

Powerpoint:
Im Schatten des Imperiums / Reflexionen über 'Empire'
MIT project:
Government Information Awareness
(gelegentlich vom Netz!)
Observing the Right Web
Website 'WEM GEHÖRT DIE WELT?'

Führung durch Hardt/Negri's 'Empire'
Power Structure Research: ein Deskriptionsmodell

Neues Buch von H.J.Krysmanski
HIRTEN&WÖLFE. Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen oder: Einladung zum Power Structure Research

Texte
H.J. Krysmanski: Privatisierung der Macht / Herrschende Klassen / Wer führt die neuen Kriege? Globale Geld- und Machteliten machen mobil / Eine verschworene Gesellschaft? Geheimbünde und Paranoia in Amerika / Zur geopolitischen Bedeutung der Machteliten der USA
Rainer Rilling: American Empire

Ressourcen
Empire oder American Empire? (die Hardt/Negri-Debatte)
H.J. Krysmanski: Reflexionen über 'Empire' (ppt)
They Rule (Flash 5)
Na
mebase
An Internet Guide to Power Structure Research

The Media Ownership Chart
About The American Enterprise Institute
Globalization according to Yale (ppt)

EINE KURZE GESCHICHTE DER AMERIKANISCHEN MACHTELITEN
Dekaden
DEMOKRATIE ODER PLUTOKRATIE?
Die 'Ringburg'
Die Geldelite

Das ‚plutokratische Prinzip'; die reichsten Politiker; wie reich ist ‚super-reich'? Elite-Positionen ; Philanthropie
Der Aufstieg der Chief Executive Officers
Vom New Deal bis Enron: Konzern-CEOs; vom WW II bis Bagdad: Militär-CEOs; vom Kalten Krieg bis zur New Economy: Finanz-CEOs
Die politische Klasse und Konsensbildung
Zwischen ‚Verteilung von unten nach oben' (‚Privatisierung') und Verteilungsgerechtigkeit; Wahlkampfspenden; das ‚politische Direktorat'
Technokraten, Experten, Dienstleister:
Wissens- und Informationsarbeiter; die Think-Tank-Klasse; Medien; Widersprüche
FORMEN ÖKONOMISCHER MACHT
Die Rolle der Konzerne
konzentrierte Macht (‚The Fortune 500'); Aufsteiger und Erben; Interlocking Directorates; gibt es einen Militär-Industrie-Komplex?
Die Rolle der Finanzwelt
Banken, Versicherungen, Investitionsfirmen; Vernetzungen zwischen Privatsektor und Staatsapparat (Federal Reserve Board, SEC etc.); Pentagon und Wall Street
Power Brokers, Fixers und Educators
Die Institutionen des 'Establishments'; ‚Superlawyers', Foundations, Elite-Universitäten
Policy Planning Groups
Council on Foreign Relations, Trilateral Commission; Business Roundtable; Committee on Economic Development; The Brookings Institution, American Enterprise Institute, Heritage Foundation etc.

AMERICAN EMPIRE?
Im Schatten des Imperiums

Weitere Ressourcen
Federation of American Scientists - Site Index
Commanding Heights (PBS)
H.J. Krysmanski: Notizen zu Power Elites USA
INFO-SITE: Michael Hardt/Antonio Negri, Empire
DGS-Kongress 2000 - Power Elites
Die neue politische Elite
C. Wright Mills



Einführung in die Thematik

Der Begriff der herrschenden Klasse, der das Phänomen der Herrschaft an das Schicksal des Klassenbegriffs bindet, ist ein instabiler Begriff. Diese Schwierigkeit begleitet auch die Diskussion um eine global ruling class bzw. um eine Transnational Capitalist Class (TCC, vgl. Robinson u. Harris 2000; van der Pijl 2001; Sklair 2000). Gerade für das Entstehen einer sozial definierbaren globalen herrschenden Klasse sind empirische Belege intrinsisch schwer zu beschaffen. Außerdem ermöglichen Marktstrukturen die Diffusion der Macht. Autoritative oder gar autoritäre Macht konstituiert sich gegenwärtig in Organisationen wie Weltbank, WTO, IMF und bei ähnlichen Akteuren der Weltwirtschaft sowie in großen privaten - multinationalen oder transnationalen - Konzernen. Besonders schwierig ist es, auf dieser Analyseebene die (globale) Rolle staatlicher Organisationen zu fixieren. Mit dem Konzept einer "soft geopolitics" wird versucht, das ganze Geflecht von Verhandlungen und Absprachen zwischen Staaten einzufangen. Dabei stößt man selbstverständlich auf eine US-amerikanische "Quasi-Hegemonie". Innerhalb der Gruppen, die für eine TCC in Frage kommen, finden heftige ideologische Konflikte zwischen freemarket conservatives, neoliberal structuralists, neoliberal regulationists und "Third Way"-Protagonisten statt, weiter verkompliziert durch nationale Achsen und andere Allianzen. Dennoch ist die Versuchung groß, die transnationale Kapitalistenklasse, die von keiner anderen Klasse herausgefordert wird, "als den einzigen Herrscher über die Weltökonomie zu betrachten." (Robinson u. Harris 2000) Doch die Entwicklung zielt eher auf eine flüchtigere Form von Klassenbildungen, wenn man etwa an die Bedeutung von "cadres" denkt, die seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts im transnationalen Raum agieren und eine teils demokratische, teils technokratische und teils "planetarische" Perspektive entwickeln. "Die cadres sind eine Klasse von Mediatoren, die Leitungsaufgaben für die herrschende Klasse ausführen, aber gleichzeitig, wie Arbeiter, als ein lohnabhängiges Stratum ihre Arbeitskraft verkaufen." (van der Pijl) Leslie Sklair (1997) unterscheidet in diesem Zusammenhang z.B. CEOs transnationaler Konzerne, am Globalisierungsprozess beteiligte Bürokraten, "globalisierende" Politiker und Experten sowie Eliten im Konsumbereich (Handel und Medien). Einen wichtigen Schritt in Richtung des Begriffs einer sozialen globalen herrschenden Klasse geht eine Forschergruppe um J.V. Beaverstock (2001). Sie setzt nicht bei der Kapitalistenklasse im engeren Sinne, sondern bei den "Geldmächtigen" an und nähert sich damit einem Machtzentrum, das weitaus fluider und 'sozialer', aber auch dynamischer ist als rein ökonomische Verwertungsmacht. Es geht um die globale Rolle jener kleinen Gruppe von wenigen tausend "ultra-high-net-worth individuals", die zusammen über mehr Geldmittel verfügen als die unteren vier Fünftel der Weltbevölkerung. Beaverstock u. a. argumentieren, dass die "globale Klassenscheide" nicht zwischen "verwertungs- und wissensmächtigen" Dienstklassen auf der einen Seite und den diese wiederum bedienenden, unwissenden Arbeitsklassen auf der anderen Seite bestehe, sondern im Gegensatz zwischen einer superreichen Geldelite und dem Rest der Welt. Die Superreichen verkörpern in partikularer, 'privatisierter' Form den Globalzusammenhang, indem sie mit Hilfe von "Mikro-Netzwerken" oder "Beziehungsmodulen" den "global space of flows" (Castells) beherrschen. Überhaupt sind "globale Klassen" und erst recht eine globale herrschende Klasse nur zu begreifen, wenn die "Verfügungsgewalt über den globalen Raum" als neue Dimension der Klassenstrukturierung mitberücksichtigt wird (Jain 2000). So spielen neben der "Zonierung" des Raums unter 'privaten' Gesichtspunkten vor allem "global cities" (Saskia Sassen) eine wichtige Rolle bei der Formierung fungibler globaler Herrschaft (und fungiblen Superreichtums). In bestimmter Weise konsumiert in diesem Kontext die Gruppe der Superreichen den Planeten als Ganzen - in der Tradition der "conspicuous consumption" (Veblen 1899) -, auch wenn diese Phänomene bislang nur trivialisierend oder mystifizierend unter Begriffen wie "Jet Set" oder "Bourgeois Bohemians" (Brooks 2001) beschrieben wurden. Hier tritt - mit der Entfaltung des Cyberspace und seiner Finanznetze - eine bislang nicht denkbare Privatisierung des Universellen ein, die alles, was der Feudalismus zuwege brachte, in den Schatten stellt.


WORKSHOP Reichtum und Macht
(Ablauf und Ergebnisse)

Erste Literatur und Websites

Was bedeutet eigentlich Herrschaft?

J. V. Beaverstock u.a., "Getting Away With It? The Changing Geographies of the Global Super-Rich", GaWC-Research Bulletin 93, www.lboro.ac.uk./gawc/rb/rb93.html (2001); D. Brooks, 'Die Bobos'. Lebensstil der neuen Elite, München 2001; A. K. Jain, "Die Globale Klasse - Die Verfügungsgewalt über den globalen Raum als neue Dimension der Klassenstrukturierung", in: J. Angermüller u. a. (Hrsg.), Reale Fiktionen, fiktive Realitäten, Hamburg 2000, 51-68; W I. Robinson u. J. Harris, "Towards a Global Ruling Class? Globalization and the Transnational Capitalist Class", in: Science & Society, 64:1 (Spring 2000), 11-54; S. Sassen, The Global City. New York, London, Tokyo, Princeton 1991; L. Sklair, The Transnational Capitalist Class, Oxford 2000; K. Van der Pijl, Transnational Classes and International Relations, London u. a. 1998; ders., "'Private Weltpolitik'. Zur Geschichte der liberalen Weltordnung", in: T. Brühl u.a. (Hrsg.), Die Privatisierung der Weltpolitik, Bonn 2001, 82ff.
An Internet Guide to Power Structure Research: www.uoregon.edu/~vburris/whorules/index.htm; Namebase: www.namebase.org/; They Rule: www.theyrule.net/

Under construction!

Interessante Autoren
C.Wright Mills
Kölner Soziologentag 2000
C.W.Mills und die Fünfziger
The Power Elite /
The Sociological Imagination / White Collar / A Mills Revival?
William Domhoff

Leseprobe
Noam Chomsky
Noam Chomsky Archive
Gore Vidal
The Gore Vidal Index
Michael Parenti
Homepage
Thomas R. Dye
Homepage
Kevin Phillips
The Power of the Super-Rich
Michael Mann
Networks of globality
...

 

 


Quellen
cnn
IHT
Spiegel-online
AlterNet
mediachannel
Halpern
ZNet
Telepolis
linksnet
Indymedia
medico

Weitere Lektüre

Corresponding Scientists
Prof.Dr. Rainer Rilling
Website 'Wem gehört die Welt'
Dr.Detlev Schelsky
Seminar 'Eliten in Lateinamerika'

Cyberspace
H.J.Krysmanski: Das amerikanische Jahrtausend? / High-Tech-Anti-Kapitalismus: ein Widerspruch in sich?

http://www.ctheory.net


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