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Materialien
zur 'Globalherrschaft'
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EINE
KURZE GESCHICHTE DER AMERIKANISCHEN MACHTELITEN
Dekaden
DEMOKRATIE
ODER PLUTOKRATIE?
Die
'Ringburg'
Die Geldelite
Das plutokratische
Prinzip'; die
reichsten Politiker; wie
reich ist super-reich'? Elite-Positionen
; Philanthropie
Der Aufstieg der Chief Executive Officers
Vom New Deal bis Enron: Konzern-CEOs; vom WW
II bis Bagdad: Militär-CEOs; vom Kalten
Krieg bis zur New Economy: Finanz-CEOs
Die politische Klasse und Konsensbildung
Zwischen Verteilung
von unten nach oben' (Privatisierung')
und Verteilungsgerechtigkeit;
Wahlkampfspenden; das politische Direktorat'
Technokraten,
Experten, Dienstleister:
Wissens- und Informationsarbeiter; die Think-Tank-Klasse;
Medien;
Widersprüche
FORMEN
ÖKONOMISCHER MACHT
Die
Rolle der Konzerne
konzentrierte Macht (The Fortune 500');
Aufsteiger und Erben; Interlocking
Directorates; gibt es einen Militär-Industrie-Komplex?
Die Rolle der Finanzwelt
Banken, Versicherungen,
Investitionsfirmen; Vernetzungen zwischen Privatsektor
und Staatsapparat (Federal Reserve Board, SEC
etc.); Pentagon
und Wall Street
Power Brokers, Fixers und Educators
Die Institutionen
des 'Establishments'; Superlawyers',
Foundations, Elite-Universitäten
Policy
Planning Groups
Council on Foreign Relations, Trilateral Commission;
Business Roundtable; Committee on Economic Development;
The Brookings Institution, American Enterprise
Institute, Heritage Foundation etc.
AMERICAN
EMPIRE?
Im
Schatten des Imperiums
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Einführung
in die Thematik
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Der
Begriff der herrschenden Klasse, der das Phänomen
der Herrschaft an das Schicksal des Klassenbegriffs
bindet, ist ein instabiler Begriff. Diese Schwierigkeit
begleitet auch die Diskussion um eine global
ruling class bzw. um eine Transnational Capitalist
Class (TCC, vgl. Robinson u. Harris 2000; van
der Pijl 2001; Sklair 2000). Gerade für
das Entstehen einer sozial definierbaren globalen
herrschenden Klasse sind empirische Belege intrinsisch
schwer zu beschaffen. Außerdem ermöglichen
Marktstrukturen die Diffusion der Macht. Autoritative
oder gar autoritäre Macht konstituiert
sich gegenwärtig in Organisationen wie
Weltbank, WTO, IMF und bei ähnlichen Akteuren
der Weltwirtschaft sowie in großen privaten
- multinationalen oder transnationalen - Konzernen.
Besonders schwierig ist es, auf dieser Analyseebene
die (globale) Rolle staatlicher Organisationen
zu fixieren. Mit dem Konzept einer "soft
geopolitics" wird versucht, das ganze Geflecht
von Verhandlungen und Absprachen zwischen Staaten
einzufangen. Dabei stößt man selbstverständlich
auf eine US-amerikanische "Quasi-Hegemonie".
Innerhalb der Gruppen, die für eine TCC
in Frage kommen, finden heftige ideologische
Konflikte zwischen freemarket conservatives,
neoliberal structuralists, neoliberal regulationists
und "Third Way"-Protagonisten statt,
weiter verkompliziert durch nationale Achsen
und andere Allianzen. Dennoch ist die Versuchung
groß, die transnationale Kapitalistenklasse,
die von keiner anderen Klasse herausgefordert
wird, "als den einzigen Herrscher über
die Weltökonomie zu betrachten." (Robinson
u. Harris 2000) Doch die Entwicklung zielt eher
auf eine flüchtigere Form von Klassenbildungen,
wenn man etwa an die Bedeutung von "cadres"
denkt, die seit den siebziger Jahren des 20.
Jahrhunderts im transnationalen Raum agieren
und eine teils demokratische, teils technokratische
und teils "planetarische" Perspektive
entwickeln. "Die cadres sind eine Klasse
von Mediatoren, die Leitungsaufgaben für
die herrschende Klasse ausführen, aber
gleichzeitig, wie Arbeiter, als ein lohnabhängiges
Stratum ihre Arbeitskraft verkaufen." (van
der Pijl) Leslie Sklair (1997) unterscheidet
in diesem Zusammenhang z.B. CEOs transnationaler
Konzerne, am Globalisierungsprozess beteiligte
Bürokraten, "globalisierende"
Politiker und Experten sowie Eliten im Konsumbereich
(Handel und Medien). Einen wichtigen Schritt
in Richtung des Begriffs einer sozialen globalen
herrschenden Klasse geht eine Forschergruppe
um J.V. Beaverstock (2001). Sie setzt nicht
bei der Kapitalistenklasse im engeren Sinne,
sondern bei den "Geldmächtigen"
an und nähert sich damit einem Machtzentrum,
das weitaus fluider und 'sozialer', aber auch
dynamischer ist als rein ökonomische Verwertungsmacht.
Es geht um die globale Rolle jener kleinen Gruppe
von wenigen tausend "ultra-high-net-worth
individuals", die zusammen über mehr
Geldmittel verfügen als die unteren vier
Fünftel der Weltbevölkerung. Beaverstock
u. a. argumentieren, dass die "globale
Klassenscheide" nicht zwischen "verwertungs-
und wissensmächtigen" Dienstklassen
auf der einen Seite und den diese wiederum bedienenden,
unwissenden Arbeitsklassen auf der anderen Seite
bestehe, sondern im Gegensatz zwischen einer
superreichen Geldelite und dem Rest der Welt.
Die Superreichen verkörpern in partikularer,
'privatisierter' Form den Globalzusammenhang,
indem sie mit Hilfe von "Mikro-Netzwerken"
oder "Beziehungsmodulen" den "global
space of flows" (Castells) beherrschen.
Überhaupt sind "globale Klassen"
und erst recht eine globale herrschende Klasse
nur zu begreifen, wenn die "Verfügungsgewalt
über den globalen Raum" als neue Dimension
der Klassenstrukturierung mitberücksichtigt
wird (Jain 2000). So spielen neben der "Zonierung"
des Raums unter 'privaten' Gesichtspunkten vor
allem "global cities" (Saskia Sassen)
eine wichtige Rolle bei der Formierung fungibler
globaler Herrschaft (und fungiblen Superreichtums).
In bestimmter Weise konsumiert in diesem Kontext
die Gruppe der Superreichen den Planeten als
Ganzen - in der Tradition der "conspicuous
consumption" (Veblen 1899) -, auch wenn
diese Phänomene bislang nur trivialisierend
oder mystifizierend unter Begriffen wie "Jet
Set" oder "Bourgeois Bohemians"
(Brooks 2001) beschrieben wurden. Hier tritt
- mit der Entfaltung des Cyberspace und seiner
Finanznetze - eine bislang nicht denkbare Privatisierung
des Universellen ein, die alles, was der Feudalismus
zuwege brachte, in den Schatten stellt.
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Erste
Literatur und Websites
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J.
V. Beaverstock u.a., "Getting Away With
It? The Changing Geographies of the Global Super-Rich",
GaWC-Research Bulletin 93, www.lboro.ac.uk./gawc/rb/rb93.html
(2001); D. Brooks, 'Die Bobos'. Lebensstil der
neuen Elite, München 2001; A. K. Jain,
"Die Globale Klasse - Die Verfügungsgewalt
über den globalen Raum als neue Dimension
der Klassenstrukturierung", in: J. Angermüller
u. a. (Hrsg.), Reale Fiktionen, fiktive Realitäten,
Hamburg 2000, 51-68; W I. Robinson u. J. Harris,
"Towards a Global Ruling Class? Globalization
and the Transnational Capitalist Class",
in: Science & Society, 64:1 (Spring 2000),
11-54; S. Sassen, The Global City. New York,
London, Tokyo, Princeton 1991; L. Sklair, The
Transnational Capitalist Class, Oxford 2000;
K. Van der Pijl, Transnational Classes and International
Relations, London u. a. 1998; ders., "'Private
Weltpolitik'. Zur Geschichte der liberalen Weltordnung",
in: T. Brühl u.a. (Hrsg.), Die Privatisierung
der Weltpolitik, Bonn 2001, 82ff.
An Internet Guide to Power Structure Research:
www.uoregon.edu/~vburris/whorules/index.htm;
Namebase: www.namebase.org/;
They Rule: www.theyrule.net/
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