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Anstoss
für das Seminar sind zwei Diskurse:
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1)
Hardt und Negri sprechen
in ihrem Buch 'Empire' von einer dreischichtigen Struktur
des globalen Zusammenhangs von Herrschaft. Die oberste
Schicht (unified global command) besteht aus der Supermacht
USA, einer ausgewählten Gruppe von Nationalstaaten
(G7), verschiedenen 'Clubs' wie dem Pariser oder Londoner
Club, dem World Economic Forum in
Davos sowie einem vielfältigen Netz weiterer
(informeller) Vereinigungen (heterogeneous set of
associations). Die mittlere Schicht (network of international
capitalist corporations) wird bestimmt durch die transnationalen
Konzerne: sie organisieren die Kapitalflüsse,
technologische Entwicklungen und Bevölkerungsbewegungen;
die Konzerne 'teilen' sich diese Aufgaben mit einer
größeren Gruppe von Nationalstaaten (general
set of sovereign nation states) sowie vielfältigen
lokalen und regionalen Organisationen. Die unterste
Schicht des globalen Herrschaftszusammenhangs bilden
die 'Mechanismen der Repräsentation' der Interessen
des 'globalen Volkes', der 'Multitude': die politischen
(parlamentarischen) Systeme der Nationalstaaten, die
Vereinten Nationen, Nichtregierungsorganisationen
und vielfältige Basisbewegungen, Initiativen
usw.
2) Das Wort Imperium (empire) wird neuerdings
auch von konservativen amerikanischen Intellektuellen
und Politikberatern aufgegriffen. "Es ist eine
Tatsache, daß seit dem Römischen Reich
kein Land kulturell, ökonomisch, technologisch
und militärisch so dominierend gewesen ist wie
die USA heute." (Charles Krauthammer) Seit Max
Boot vom Wall Street Journal im Herbst 2001 in einem
Aufsatz, 'The Case for American Empire', die militärische
Besetzung von Afghanistan und Irak mit der stabilisierenden
Wirkung begründete, welche die Britische Herrschaft
im 19. Jahrhundert in dieser Region hatte, breitet
sich die Empire-Idee schnell aus. Amerika sei ein
'Imperium im Entstehen' ('an empire in formation'),
sagt Charles Fairbanks von der John Hopkins University.
Paul Kennedy, Yale University, behauptet gar, es habe
noch nie in der Geschichte ein solches Ungleichgewicht
der Macht gegeben. Die bis dato ausführlichste
Darlegung aus dem Empire-Lager stammt von Robert Kaplan:
Warrior Politics: Why Leadership Demands a Pagan Ethos
('Eine Politik für Krieger: Warum Führung
ein heidnisches Ethos braucht', Random House, 2001).
Kaplan schlägt vor, daß die führenden
Politiker der USA sich mit den antiken Chronisten
beschäftigen sollten: denn historisch habe sich
kaum etwas geändert. Also warum nicht vom Zweiten
Punischen Krieg lernen, oder von Kaiser Tiberius?
Und Paul Kennedy verweist auf die Tatsache, daß
Amerika sich schon oft wie ein eroberndes Imperium
aufgeführt hat: "Schon seit die ersten Siedler
in Virginia ankamen, waren wir eine imperiale, eine
erobernde Nation." Und, fährt er fort, dieses
imperiale Verhalten dauert an: "Die Vereinigten
Staaten haben Militärsstützpunkte in 40
Ländern. Beim Angriff auf Al Qaida und die Taliban
haben wir Kriegsschiffe von Großbritannien,
Japan, Deutschland, Spanien und Italien aus in Bewegung
gesetzt." Die 'Empire-Gelehrten' (New York Times)
konzedieren, daß Amerika heute nicht nur mit
roher Gewalt operiert, sondern ökonomische, kulturelle
und politische Mittel einsetzt. Man möchte andere
Völker lieber zu Amerikanern machen als sie mit
Krieg zu überziehen. "Wir sind immer noch
ein attraktives Imperium", sagt Max Boot. Und
aus genau diesem Grunde müsse man sich für
eine Pax Americana stark machen. Gerade in einer anarchischen
Welt, mit Schurkenstaaten und terroristischen Zellen,
biete eine den Globus beherrschende USA den besten
Garanten für Frieden und Stabilität. "There's
a positive side to empire," sagt Robert Kaplan.
"It's in some ways the most benign form of order."
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Irak
- Debatte, Aktion und Folgen
Anatol
Lieven: A
Trap of Their Own Making
Beste aktuelle Berichte:
Alternet.org
Mark Fiore: RummyCo
(Flash
Player)
Asia Times: In
the pipeline: More regime change
James Woolsey (CIA): World
War IV
Joseph Fitchett: New
technology, new war?
Paul Krugman: These
American statesmen prefer the martial plan
Sen. Robert Byrd: Reckless
and arrogant policies
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Der
Krieg gegen den Irak ist zum klarsten Beispiel
für den Einfluss des militärisch-industriellen
Komplexes geworden, vor dem Präsident Dwight
Eisenhower in seiner Abschiedsrede 1961 so eloquent
warnte. Dieses eherne Beziehungsgeflecht zwischen
mächtigen Individuen innerhalb und außerhalb
der Regierung operiert weitgehend unter Ausschluss
der Öffentlichkeit und ist von Interessenkonflikten
durchtränkt. - Die Ziele dieser Gruppe
mögen oder mögen nicht mit den besten
Interessen des amerikanischen Volkes zusammenfallen.
Denken wir, zum Beispiel, an die Interessen
der einfachen Soldaten, die in diesem Krieg
gekämpft, Sand gefressen und ihr Blut in
der Wüste vergossen haben, und an die ganz
anderen Interessen jener Händler der Macht,
die wie verrückt für die Realisierung
dieses Krieges kämpften und in jeder Phase
an ihm profitieren.
Bob Herbert
New York Times
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What
about the CFR?
Anatol Lieven: The
Push for War (CEIP)
Mother Jones: Oil&Arms
/ The
Map (w)
Gulf
War 2 (animation)
After the war: Sanger/Dao: US-plans
for postwar Iraq / UN: Humanitarian
emergency (w)
Documents
Iraq War Debate (U of Michigan)
War
with Iraq: Costs, Consequences etc. (Am. Acad. of
Arts and Sciences)
Helton&Whitaker, CFR: Nation-busting
from Afghanistan to Iraq
David
Ignatius: Bush's biggest
problem...
Youssef Ibrahim, CFR: Bush's
Iraq adventure is bound to backfire
Al Gore attacks Bush's
policy on Iraq
Not in our name: 40
000 US-Intellektuelle gegen den Krieg(w) - WWW.NION.US
- NION
(pdf)
Torsten Wöhlert: Das
letzte Gefecht
Jay Bookman: The
president's real goal in Iraq(r)
B. Odehnal / M. Kilian: Bagdad
ist nur der Anfang
Anthony Lewis: Bush
and Iraq (w)
New York Times: Occupation
Plans
Nicholas Kristof: Cheney
and Saddam
ICIJ: The
Business of War (Artikelserie - r)
Mercenaries for America:
Private
contractors step in for Pentagon
Bush's Armaggedon
Policy / Nancy Gibbs: The
Bible and the Apocalypse
So
schnell?
Richard Perle für
Regime-Wechsel
auch in Berlin
Perle
"was quoted as saying that the best thing
Chancellor Gerhard Schröder could do to mend
strained relations with Washington over Iraq would
be to quit."
IHT, Oct.2 2002 |
Jürgen
Todenhöfer: Die
Schlacht der Lügen
Chris Floyd: Global
Eye - Dark Passage (The Moscow Times)
A View from the CIA: Saddam
the miscalculator
Harald Schumann: Doppelmoral
der Bush-Krieger
www.antiwar.com
Rick Halpern's Info-Site
Pessimism
of the mind
Federation of American Scientists: Military
Analysis Network(w)
Mark Fiore:
Why
we must invade / Invasion
Planz (Flash
Player)
Geht
es um die gewaltsame Aneignung der Ressource Erdöl?
Thomas
Friedman: Yes,
partly / Mo Mowlam: ...protect
the West's supply of oil / Eugene Rumer: A
U.S.-Russian oil pact? / Economist: Don't
mention the o-word / Dan Morgan & D. Ottaway:
When it's over,
who gets the oil?
World Policy Institute: Military
Spending since 9-11 (doc)
Daniel Altman: Military
contractors
Tad Daley: America's
nuclear hypocrisy
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Fragen
aus dem Seminar
Machteliten
des SS 02:
Welche
Gruppen, Schichten, Organisationen steuern den Globalisierungsprozess?
Wer sind die Global Players? Nicht erst seit dem 11.
September 2001 gibt es darauf viele Anwortversuche,
darunter wilde Gerüchte und Verschwörungstheorien.
Der Soziologe Ralf Dahrendorf spricht von einer neuen
'globalen Klasse', andere sehen die 'Illuminaten'
am Werk. Autoren wie Michael Hardt und Antonio Negri
entwickeln in ihrem Buch 'Empire'
ein neues Konzept von Geopolitik. Soziologen entdecken
den Begriff der Machtelite wieder. Kein Zweifel kann
daran bestehen, daß viele Angehörige der
'globalen Klasse' US-amerikanische Pässe besitzen.
Machteliten
sind diejenigen Menschengruppen auf diesem Planeten,
die über die Bedingungen der Aneignung der Reichtümer
dieser Welt verfügen; es sind diejenigen, die
in einem allgemeinsten Sinne 'Eigentumsrecht' setzen
- oder auch zerstören - können. Die Aktivitäten
von Machteliten beziehen sich dann auf zwei dialektisch
miteinander verbundene Realitätsebenen. Wir sprechen
für die Zwecke dieses Seminars zunächst
von Geopolitik I und Geopolitik II.
Geopolitik
I wäre die Ebene, auf der unser Planet als Gegenstand
allgemeiner Arbeit erscheint, als der Raum, in dem
sich der Stoffwechsel zwischen Natur und Gesellschaft
vollzieht. Hier geht es um die aufbauenden und zerstörenden
Wirkungen menschlicher Arbeit, um Produktion und Destruktion
- und vor allem um die Ressourcen unseres Planeten
und um die Biosphäre.
Geopolitik
II dagegen wäre die Ebene, auf der unser Planet
als die Sphäre allgemeiner Kommunikation erscheint,
beispielsweise als ein Netz weltumspannender kommunikativer
Finanztransaktionen, als ein Raum unübersehbar
vielfältiger kultureller und massenkultureller
Äußerungen. Vor allem aber wäre Geopolitik
II eine Ebene, auf der Ökonomie nicht mehr als
Stoffwechselprozess zwischen Gesellschaft und Natur
erscheint, sondern als eine kulturelle Operation.
Wo also folglich auch Machtpolitik nicht mehr allein
Kampf um Ressourcen ist, sondern zu einem neuen imperialen
Projekt führt, einem globalen Projekt der vernetzten
Macht unter Einschluss des Cyberspace ('Empire').
Vgl.
H.J. Krysmanski: Zur
geopolitischen Bedeutung der Machteliten der USA
Another
kind of Pyramid
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