Grundlagen
des historischen Materialismus
Schauen wir hinter die Kulissen der Globalisierung (oder auch des 'amerikanischen
Planetarismus'):
"Die Konsumtion der Arbeitskraft, gleich der Konsumtion
jeder anderen Ware, vollzieht sich ausserhalb des Marktes oder
der Zirkulationssphäre. Diese geräuschvolle, auf der
Oberfläche hausende und aller Augen zugängliche Sphäre
verlassen wird daher, zusammen mit Geldbesitzer und Arbeitskraftbesitzer,
um beiden nachzufolgen in die verborgene Stätte der Produktion,
an deren Schwelle zu lesen steht: No admittance except on business."
(Das
Kapital, Bd.1, MEW 23, S.189) Von Arbeitskraft und Produktionsmitteln, von Produktivkräften und von Produktionsverhältnissen, Produktionsweisen und Überbauten also ist zu reden (SCHEMA).
'Produktivkräfte':
der Begriff fasst das Wesentliche des Zusammenhangs von
Natur, Gesellschaft und Technik besser als jeder andere
- und führt im übrigen geradenwegs in das Verständnis
der gegenwärtigen informationstechnologischen Revolution.
Produktivkraftentwicklung ist als die Dialektik von Produktionsmittel-
und Arbeitskraftentwicklung zu begreifen - in der Moderne
also als die Entwicklung von Energiemaschinen, Prozessmaschinen,
Algorithmusmaschinen einerseits und von menschlicher Kreativität
andererseits. Die Entwicklung der individuellen und gesellschaftlichen
Produktivkräfte stösst immer wieder an Grenzen,
die durch die Produktionsverhältnisse, Produktionsweisen
und Überbauten gesetzt werden. Die menschliche Arbeitskraft,
so einst Herbert Marcuse, droht folglich immer wieder
'eindimensional' eingeengt zu werden.
Historisch betrachtet hing diese wiederkehrende
'Eindimensionalität' der Handlungsmöglichkeiten zunächst am beschränkten Entwicklungsstand der Produktionsmittel, dann an der Trennung der Produzenten
von den Produktionsmitteln (in der Sklavenhaltergesellschaft,
im Feudalismus), dann, in der kapitalistischen Moderne,
an der systematischen Verwertung dieser Trennung - und heute an der Fesselung der neuen
informationstechnischen Produktivkräfte (in denen jene Trennung
an sich aufgehoben wird) durch die kulturelle Logik des Spätkapitalismus,
durch die Massen- oder Simulationskultur (vgl. z.B. Jeremy
Rifkin).
Zugleich erscheinen unter diesen Bedingungen auch
alternative, 'multidimensionale' Handlungs- und Entfaltungsmöglichkeiten
(vgl. z.B. Stefan
Meretz).
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