Gibt es eine global herrschende Klasse?
- Die Yale University -
Diese Internetseite entstand im Rahmen des Seminars
"Gibt es eine 'globale herrschende Klasse'?" am Institut
für Soziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität
in Münster.
Im Seminar sollte der Frage nachgegangen werden,
ob es eine - wie auch immer zusammengesetzte - Klasse gibt, die
globale Herrschaft ausüben kann und auch ausübt. Dabei
wurden die unterschiedlichsten Akteure erwähnt, die diese Klasse
bilden könnten.
Die Yale University könnte in diesem Zusammenhang als "Nachwuchsschmiede"
einer global herrschenden Klasse dienen. Zusammen mit den sieben
weiteren Elite-Universitäten der Vereinigten Staaten, die zusammen
die sogenannte "Ivy League" bilden, dient sie durch ihre
Ausbildung und anschliessende Eingliederung der Studenten in die
Spitzenpositionen der Politik oder Wirtschaft der Rekrutierung neuer
Fachkräfte für die global operierende Klasse. Die Elite-Unis
"bilden das Kernstück eines Auslesemechanismus, der dazu
beiträgt, die strengen Klassenstrukturen in den USA zu reproduzieren.
An der Spitze der Hierarchie stehen Harvard (dessen akademischer
Stammbaum bis auf das Jahr 1636 zurückgeht), Yale und Princeton,
die als die drei renommiertesten und leistungsstärksten Universitäten
des Landes gelten. Hier studierte schon immer, wer aus Oberschichtfamilien
stammt und seine Karriere auf der Grundlage persönlicher Beziehungen
plant." (Rick Fantasia: Le
Monde diplomatique)
Bei einem Blick auf die Personen, die das "Right
Web" als "Individuen, die eine Schlüsselfigur
im formen, verbreiten und / oder implementieren der Waffenprogramme,
Aussenpolitik und Interventionsstrategien der Bush Administration"
ausmacht, fällt somit auf, dass viele dieser Individuen ehemalige
Absolventen der Yale University sind. Ob Präsident George W.
Bush selber oder Richard Mellon Scaife, Paul Bremer oder John Ashcroft
- sie alle waren Studenten in Yale.

(nach "Policy
Formation Network", William Domhoff)
Ein weiterer möglicher Anschlusspunkt des
Seminars an diese Seite könnte neben der Rekrutierung auch
die Finanzierung der Universitäten sein. Wie im oberen Schaubild
dargestellt, bestimmt Domhoff zwei Haupteinnahmequellen der Universitäten
im Policy Formation Network: die Corporate Community bzw. Upper
Class und die große Stiftungen der USA (wie Scaife Foundation,
John M. Olin Foundation, A. Coors Foundation oder Heritage Foundation).
Aufgrund der spärlichen Datenlage im Internet bezüglich
dieser beiden Punkte war es allerdings schwer, die Geldströme
an die Universitäten nachzuvollziehen. Es bleiben somit eine
Menge Vermutungen, wie die monetären Transaktionen ablaufen
könnten, aber es gibt kaum Antworten oder Quellen, die diese
Verbindungen ausreichend beschreiben. Klar ist jedoch, dass die
Unis der Ivy League über Stiftungsmittel verfügen, die
"dem Umsatz mancher multinationaler Unternehmen entsprechen"
(Rick Fantasia) - auch aufgrund der Verbindungen zwischen Universitäten
und den reichsten Familien der USA, die "ihre" Unis immer
wieder durch private Spenden unterstützen.
In Yale bietet darüberhinaus der Geheimbund
"Skull and Bones" immer wieder Nahrung für Verschwörungstheorien.
Er steigert durch sein exklusives Auswahlverfahren, seine geheimnisvolle
Zielsetzung und seine strikte Geheimhaltung den Elitegedanken unter
den eigenen Mitgliedern. Den derzeit 800 Angehörigen dieses
Geheimbundes dient die Verbindung gleichsam als Schlüssel zur
Machtelite der USA, da die "Bonesmen" seit jeher hohe
Posten in den wichtigsten US-Institutionen (Oberster Gerichtshof,
CIA, Anwaltskanzleien, Konzernvorstände, Kongress oder Weißes
Haus) besetzen.
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