Die deutschen Hochschulen machen ihren Erfahrungsschatz auf dem
Feld des E-Learning noch viel zu wenig zu Geld. Zu diesem Ergebnis kommt eine
vom Bundesbildungsministerium geförderte Studie des Kölner Forschungsinstituts
für Bildungs- und Sozialökonomie und des Instituts für Medien- und
Kompetenzforschung in Essen.
Demnach sind die Hochschulen in den
vergangenen Jahren in beachtlicher Größe - mit Mitteln in Höhe von rund 500
Millionen Euro - mit Multimedia-Technologie und virtuellen Lernprogrammen
aufgerüstet worden. Da der Förderboom nun vorbei sei, müssten sich die
Bildungseinrichtungen "konsequent auf dem externen Lernmarkt"
positionieren.
Laut der Studie könnte auf dem deutschen E-Learning-Markt
bis 2010 eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr erzielt werden. Ein großes Stück
von diesem Einnahmen-Kuchen könnten sich die Hochschulen abschneiden, wenn sie
ihre Lerninhalte "praxisorientiert, gut verständlich und von Tutoren
unterstützt" anböten und sich auf Weiterbildungsinteressenten in Unternehmen
konzentrierten. In diesem Fall müssten sie auch den Wettbewerb mit
internationalen Business Schools nicht scheuen.
In der akademischen
Weiterbildung müssen die Hochschulen der Studie zufolge kleinere Brötchen backen
und "Nischenthemen" besetzen. In der privaten Weiterbildung werden Kooperationen
- etwa mit Volkshochschulen - empfohlen. Die Stellung auf dem E-Learning-Markt
hänge schließlich davon ab, ob es den Hochschulen gelinge, sich auf ein
zentrales Bildungsportal und einen zentralen Vermarkter zu einigen.
Die
Botschaft, sich besser "vermarkten" zu müssen, hat etwa die Universität München
schon verstanden: Sie hat ihre durch E-Learning-Strategien angereicherten
"Weiterbildungs-Bausteine" unter einem Dach zusammengefasst. Das Angebot bisher:
ein- oder Mehrtagesseminare von Professoren für Firmenchefs und Manager in
Marketing, Kommunikation und Organisationspsychologie, kompakte Abendseminare
sowie Schulungen in Unternehmen durch Dozenten.
Darüber hinaus planen
derzeit einige Fakultäten der Uni München, darunter die für Geographie und
Medizinische Psychologie, ein- bis zweijährige berufsbegleitende
Masterstudiengänge. feu
• http://www.fibs-koeln.de/
http://www.lmu.de/