Bush Jr. - Wie alles begann                

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Als George W. Bush sein Betriebswirtschaftsdiplom in der Tasche hatte, machte er dieselbe Reise, die Bush sr. fast drei Jahrzehnte zuvor unternommen hatte: er kehrte nach Midland und zu den Ölfeldern zurück, um sich ”sein eigenes Stück aus dem Traum vom Lone Star State herauszuschneiden.”

Dort arbeitete er zunächst als Landvermittler und gründete später seine eigene Bohrgesellschaft namens Arbusto Energy (arbusto ist das spanische Wort für Busch). Auch wenn er Anfangs Erfolg verbuchen konnte, geriet er jedoch 1984 in finanzielle Schwierigkeiten und wurde schließlich - kurz vor dem Bankrott - von der Spectrum 7 Energy Corporation aufgekauft. Bush wurde Geschäftsführer der Gesellschaft und erhielt zusätzlich  zu seinem Jahresgehalt von 75 000 Dollar 1,1 Millionen Aktien vom Kapital der Muttergesellschaft. “Er stieß nie auf viel Öl. Seine Stärke war das Fundraising” erklärte Dennis ”Wermus” Grubb, ein enger Freund Bushs. ”Wegen seines Namens kam er leicht an Geld heran.”

Nach dem Zusammenbruch der Ölpreise 1986 und finanziellen Schwierigkeiten fusionierte Spectrum 7 schließlich mit einer noch größeren Ölgesellschaft, der Harken Energy Corporation. Im Verlauf dieser Operation erhielt Bush im Austausch gegen seinen Spectrum 7-Anteil von 14,9 Prozent Harken-Aktien im Wert von 600.000 Dollar. Als Berater des Unternehmens für ”Investorenkontakte und Aktienplatzierung” erhielt er ein Gehalt von 80.000 bis 100.000 Dollar im Jahr sowie die Möglichkeit, als Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft Aktien zu einem Preis von vierzig Prozent unter Nennwert zu kaufen.

Als Harken Energy im Frühjahr 1987 eine Geldspritze benötigte, traf sich George W. Bush persönlich mit Jackson Stephens, welcher im Laufe der Jahre unglaublich reich geworden war, nachdem er Anfang der siebziger Jahre ein Drittel der Publikumsanteile von Wal-Mart aufgekauft hatte, und bat um die finanzielle Unterstützung seines Maklerhauses bei einer Aktienausschreibung von fünfundzwanzig Millionen Dollar.

Stephens Inc. traf Arrangements mit der Londoner Filiale der Union Bank der Schweiz (UBS), um im Tausch gegen einen Aktienanteil an der texanischen Ölgesellschaft die nötigen Gelder zu beschaffen. Als Teil des von Stephens arrangierten Geschäfts wurde Scheich Abdullah Baksh - ein saudischer Grundstücks-Tycoon und Finanzier, der damals fast zehn Prozent der Worthen Bank in Little Rock besaß - als wichtiger Investor Mitglied des Verwaltungsrats von Harken.

Stephens Inc., UBS und Baksh unterhielten allesamt Beziehungen zu der mittlerweile berüchtigten und skandalumwitterten Bank of Credit and Commerce International (BCCI), die zeitweise mehr als vierhundert Filialen in achtundsiebzig Ländern mit einem Guthaben von mehr als zwanzig Milliarden Dollar besaß, wozu noch Erträge aus Drogenhandel und Waffenschmuggel, geplünderten Ersparnissen und Anleihen sowie hinterzogenen Geldern von Anlegern bei legitimen Finanzinstitutionen gehörten. Wie schon 1977, als eine andere BCCI-Figur, James R. Bath, stark in Arbusto investierte, machte Bush erneut Geschäfte mit Leuten mit Verbindungen zur BCCI.

1989 schließlich fuhr auch die Harken Energy Corporation bei einem Umsatz von einer Milliarde Dollar Verluste von mehr als zwölf Millionen Dollar ein. Im selben Jahr bekam Bush für seine Beraterdienste ein Gehalt von 120.000 Dollar und 131.250 Dollar in Aktienoptionen. Außerdem stand er als Direktor auf der Gehaltsliste der Gesellschaft und war Mitglied der Gutachterkommission für Öl-Exploration.

 

Bahrain –Geschäft

Am 22. Juni 1990 schlug Bush dann plötzlich sechzig Prozent seiner Harken-Aktien - 212.140 Anteile - zu einem satten Gewinn von 848.560 Dollar, d.h. mehr als dem Zweieinhalbfachen ihres ursprünglichen Wertes, los. Die Transaktion fand eine Woche vor Ende eines Quartals statt, in dem die Gesellschaft 23,9 Millionen Dollar verlor. Ein nur wenige Tage nach der irakischen Invasion in Kuwait im August veröffentlichter Quartalsbericht dokumentierte den Verlust – und die Aktie der Gesellschaft fiel auf einen Stückwert von 2,37 Dollar.

Bush, der zu 4,12 Dollar pro Aktie verkauft hatte, bestritt, über Insiderinformationen verfügt zu haben, obwohl er im Verwaltungsrat, im Revisionsausschuss und in einem Gremium zur Umstrukturierung des Unternehmens saß, welches im Mai gebildet worden war und direkt mit den Finanzberatern von Smith Barney zusammenarbeitete. Die Ermittlungen der US-Börsenaufsichtsbehörde über diesen Vorfall wurden eingestellt mit den Worten, ”dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Vollstreckungshandlungen gegen ihn in Betracht gezogen werden” und ”dies aber in keiner Weise so ausgelegt werden darf, als sei die Partei damit entlastet oder als werde es auch in Zukunft kein Handeln der Behörde geben.”

Ende 1991 schließlich, während Harken Energy in tiefen finanziellen Schwierigkeiten steckte und sein Vater noch weitaus schlimmere politische Probleme hatte, machte Bush eine Pause in seiner Tätigkeit als Verwaltungsratsmitglied und Berater der bedrängten Ölgesellschaft, um für die Präsidentschaftswahlkampagne seines Vaters 1992 auf seinen Posten als “Mann fürs Grobe” zurückzukehren.

Quelle: James Hatfield: Das Bush-Imperium

 

Weitere Infos:

http://www.topplebush.com/article6_busdeal.shtml

http://www.thenewamerican.com/tna/1999/09-13-99/vo15no19_bush.htm

http://www.washingtonpost.com/wp-srv/politics/campaigns/wh2000/stories/bush073099.htm