23 - Auswertung der Filmkritiken zu: "23- Nichts ist wie es scheint."
Aus folgenden Zeitungen und Journalen liegen Filmkritiken vor:
Leitfragen
Die Welt 14.01.1999: "Computer-Drama im eigenen Kopf"
In der Filmkritik von Hans-Georg Rodek wird die "Verschwörungstheorie" nicht einmal angesprochen. Rodek geht ausschließlich auf die Hacker-Story des Karl Koch ein. Er charakterisiert den Film als "eine Mischung aus Zeitgeistportrait, Techno-Obsession, biografischer Geschichte und Erwachsen-werden-Drama." Er wirft der Verleih Firma Buena Vista sogar vor den Film aus Marketing Gründen als etwas zu verkaufen, was er nicht ist: ein "Mistery-Thriller".
Neue Züricher Zeitung 29.01.1999: "Hacken in der Eiszeit"
Schon der Titel der Kritik verdeutlicht, daß auch Michael Sennhauser die Hacker Geschichte des Karl Koch als Hauptthema des Filmes erkennt. Mit "Eiszeit" charakterisiert er die achtziger Jahre, so wie sie im Film dem Zuschauer vermittelt werden sollen: "Grau, hoffnungslos, geprägt von Anti-Atom-Demos, kaltem Krieg, Tschernobyl, Generationenkonflikten und einer diffus politisierten Mittelklassejugend."
Seiner Auffassung nach versucht der Regisseur über eine "Rekonstruktion eines hektischen jungen Lebens in der Bundesrepublik der achtziger Jahre" eine Brücke vom damaligen zum heutigem Zeitgefühl zu schlagen. Die Verschwörungstheorie ist dabei nur zweitrangig. Sennhauser stellt heraus, daß Karl das Hacker-Pseudonym "Hagbard", nach seiner Lieblingsromanfigur aus "Illuminatus" ausgewählt hat, und daß der Autor dieses Buches, Robert Anton Wilson, selbst eine Kurzauftritt im Film hat. Die Weltverschwörungstheorien Wilsons, die es Karl angetan haben, nennt er allerdings abstrus.
Spiegel 11.01.1999 "Krieg der Klick-Knöpfe"
Der Kritiker Martin Wolf charakterisiert den Film als "eine Mischung aus Spionagekrimi und Generationenkonflikt". Er stellt heraus, daß viele Fragen zu Karl Koch noch nicht beantwortet sind und der Film diese auch nicht beantworten kann. ( Selbstmord?/ Größter Spionagefall seit Guillaume?).
In die Verschwörungstheorien flüchtet sich Karl, nach Auffassung Wolfs, aufgrund des zunehmenden Stress dem er ausgesetzt ist. In Verbindung mit den Drogen, sind sie dafür verantwortlich, daß er langsam zu einem menschlichen Wrack verkommt.
Somit ist "23" auch für Martin Wolf kein Verschwörungsfilm. Die Verschwörungstheorien sind bloß ein Teil der Lebensgeschichte des Karl Koch.
Die Zeit Nr. 3 1999 "Karl und wie er die Welt sah"
Auch Christiane Peitz verwendet in ihrer Kritik nicht einmal den Begriff
"Verschwörungstheorie". Der Film "23" ist vielmehr eine Zeitreise in die düster Jugendkultur der achtziger Jahre. Karl Koch sieht sie als einen "paranoiden Computerhacker".
"Bei aller Wahrhaftigkeit ist 23 weniger Thriller und Psychodrama als vielmehr ein irrwitziges Spiel mit Ziffern und Zeichen."
Nach Meinung von Peitz überträgt sich dieses, nicht ernst gemeintes, Spiel auf die Zuschauer:
"Wer das Kino verlässt wird weiterspielen."
Ultimo 17.01.1999 "Die Zahl ist alles"
Der Untertitel der Kritik "Der Muff der 80`er und wie Weltverschwörung" verdeutlicht, daß Ulf Lippitz der Verschwörungstheorien einen höheren Stellenwert im Film zugesteht als andere Kritiker. Allerdings setzt auch er sich eher oberflächlich mit den Illuminaten auseinander: "Anstelle einer Bibel blättert er den lieben Tag lang in einem Schinken, der die Zahl 23 in Verbindung mit weltweit operierenden Geheimbünden bringt. Hinter jedem relevanten Ereigniss wittert Karl eine Weltverschwörung."
Die Tageszeitung 06.02. 1999 "Als Hacker ihre Unschuld verloren"
Dies ist keine Kritik sondern ein Interview mit Freke Over, Berliner PDS-Abgeordneter,
der mit Karl Koch zur Schule gegeangen ist, und bis zu Karls Tod noch Kontakt zu ihm hatte.
Freke Over sagt aus, das Karls psychische Probleme auch auf die Weltverschwörungstheorie des Buches "Illuminatus" zurückzuführen ist, da er sich in diese hineingesteigerte habe.
"Wenn man dazu Quatsch gesagt hat, wurde Karl richtig sauer."
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Zeitung |
Verschwörung im Titel? |
Umgang mit Verschwörung? (Abwiegelung oder Hysterie?) |
Zitate |
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Welt 02.01.99 |
"Die magische Zahl des Herrn K." |
Verschwörungstheorie lediglich am Rande erwähnt und als irr abgetan. 3 Seiten |
"...obskure Verschörungs- theorien am Rande der Paranoia..." |
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Zeit 14.01.99 |
"Psychotrips eines Hackers" |
Bietet diverse Entschuldigungen/rationale Begründungen ("schwere Kindheit", Drogen etc.) für das Problem, Fiktion und Realität zu trennen. 4 Seiten |
"Geheimbünde beherrschen die Welt..... Natürlich ist das Alles nur Fiktion." "...dass er eine intelligente, sensible, engagierte Person war. Aber ... auch naiv.... wie eine Wunder- kerze, die an beiden Seiten brennt." |
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cinema |
"Grandioses Doku-Drama..." |
Auf zwei Seiten u.a. kurze Vorstellung der Zahl + Weishaupt, später Vergleich mit "Larry Flint – die nackte Wahrheit"!!! Distanziert-oberflächlich und äusserst subjektiv geprägt. Bezeichnened das gewählte Zitat von Regisseur Hans-Christian Schmid: |
"Ob bei Geburtsdatum, Zeugnisnoten, Führerschein- klasse, Gehalt oder Penis- länge – Zahlen bestimmen unser Leben." "...ich könnte mich auch zwingen, überall die 17 zu sehen." |
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movie |
"Der Inhalt"
"Die Zahl 23" |
Recht sachlich und kurz (1/2 Seite) gehalten; eher mitleidig auf das Schicksal Karl Kochs herabsehend. Gibt Aufschluss, dass kein historischer Beweis für einen Link zwischen Adam Weishaupt und der Zahl 23 vorliegt! Dieser Link wird lediglich von R.A. Wilson in "Illuminatus" geknüpft. |
"...sein unerschütterlicher Glaube an die Gerechtigkeit reib(t) ihn in die Arme des KGB. Abhängig von Pillen und Koks leidet er zunehmend unter Wahnvorstellungen." |
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KinoWeb |
"Robert Anton Wilson und die Illuminaten" "Die Magische Zahl: 23"
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Gibt Hintergrundinformationen über Illuminaten- Geschichte und R.A. Wilson. Das Gerätsel um die 23 bekommt hier neues Feuer: "Einmal darauf fixiert, bot dieses System für Karl Koch eine ideale Projektionsfläche für seine Weltängste. Das im Roman "Illuminatus weit verzweigt gesponnene Netz aus gesicherten Fakten, Halbwahrheiten und reiner Phantasie machte es Karl leicht, sich darin zu verirren." |
"Ernsthafte Fragen zur Be- deutung von Illuminatus!" beantwortet Wilson nur un- gern oder mit einem ironischen Augenzwinkern". ..."Was er wirklich denkt, ließ er sich nicht entlocken." |
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Die Welt 14.01.99 |
"Computer- Drama im eigenen Kopf"
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Die "Verschwörungstheorie" wird nicht einmal angesprochen; stattdessen: Hacker-Story. Vorwurf an den Verleih Buena Vista, den Film aus Marketing-Gründen als etwas zu verkaufen, was er nicht ist: ein "Mistery-Thriller". |
"eine Mischung aus Zeit- geistportrait, Techno- Obsession, biografischer Geschichte und Erwachsen- werden-Drama." |
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Neue Züricher Zeitung 29.01.99 |
"Hacken in der Eiszeit"
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Schon der Titel der Kritik verdeutlicht, daß auch Michael Sennhauser die Hacker-Geschichte des Karl Koch als Hauptthema des Filmes erkennt. Mit "Eiszeit" charakterisiert er die achtziger Jahre, so wie sie im Film dem Zuschauer vermittelt werden sollen. Seiner Auffassung nach versucht der Regisseur eine Brücke vom damaligen zum heutigem Zeitgefühl zu schlagen. Die Verschwörungstheorie ist dabei nur zweitrangig. Sennhauser stellt heraus, daß Karl das Hacker-Pseudonym "Hagbard", nach seiner Lieblingsromanfigur aus "Illuminatus" ausgewählt hat, und daß der Autor dieses Buches, Robert Anton Wilson, selbst eine Kurzauftritt im Film hat. Die Weltverschwörungstheorien Wilsons, die es Karl angetan haben, nennt er allerdings ‘abstrus‘.
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"Grau, hoffnungslos, geprägt von Anti- Atom-Demos, kaltem Krieg, Tschernobyl, Generationenkonflikten und einer diffus politisierten Mittelklasse- jugend." "Rekonstruktion eines hektischen jungen Lebens in der Bundes- republik der achtziger Jahre" |
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Spiegel 11.01.99 |
"Krieg der Klick-Knöpfe" |
Stellt heraus, daß viele Fragen zu Karl Koch noch nicht beantwortet sind und der Film diese auch nicht beantworten kann. ( Selbstmord?/ Größter Spionagefall seit Guillaume?). In die Verschwörungstheorien flüchtet sich Karl aufgrund des zunehmenden Stress dem er ausgesetzt ist. In Verbindung mit den Drogen, sind sie dafür verantwortlich, daß er langsam zu einem menschlichen Wrack verkommt. Somit ist "23" auch für Martin Wolf kein Verschwörungsfilm. Die Verschwörungstheorien sind nur Teil der Lebensgeschichte des Karl Koch. |
"eine Mischung aus Spionagekrimi und Generationenkonflikt". |
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Die Zeit Nr. 3 / 99 |
"Karl und wie er die Welt sah" |
Auch Christiane Peitz verwendet in ihrer Kritik nicht einmal den Begriff "Verschwörungstheorie". Der Film "23" ist vielmehr eine Zeitreise in die düster Jugendkultur der achtziger Jahre. Karl Koch sieht sie als einen "paranoiden Computer- hacker". Nach Meinung von Peitz überträgt sich dieses, nicht ernst gemeinte, Spiel auf die Zuschauer. |
"Bei aller Wahrhaftigkeit ist 23 weniger Thriller und Psychodrama als vielmehr ein irrwitziges Spiel mit Ziffern und Zeichen." "Wer das Kino verlässt wird weiterspielen." |
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Ultimo 17.01.99 |
"Die Zahl ist alles" |
Der Untertitel der Kritik "Der Muff der 80‘er und die Weltverschwörung" verdeutlicht, daß Ulf Lippitz der Verschwörungstheorie einen höheren Stellenwert im Film zugesteht als andere Kritiker. Allerdings setzt auch er sich eher oberflächlich mit den Illuminaten auseinander.
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"Anstelle einer Bibel blättert er den lieben Tag lang in einem Schinken, der die Zahl 23 in Verbindung mit weltweit operierenden Geheimbünden bringt. Hinter jedem relevanten Ereignis wittert Karl eine Weltverschwörung." |
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Die Tages- zeitung 06.02. 99 |
"Als Hacker ihre Unschuld verloren" |
Dies ist keine Kritik sondern ein Interview mit Freke Over, Berliner PDS-Abgeordneter,der mit Karl Koch zur Schule gegangen ist, und bis zu Karls Tod noch Kontakt zu ihm hatte. Freke Over sagt aus, daß Karls psychische Probleme auch auf die Weltverschwörungstheorie des Buches "Illuminatus" zurückzuführen ist, da er sich in diese hineingesteigert habe. |
"Wenn man dazu Quatsch gesagt hat, wurde Karl richtig sauer." |
è è è Reno Bodien, Mike Lühe