Die Frage nach der 'Durchsetzung' von Frieden beginnt bei der Frage nach den Akteuren, den Subjekten. Je nach deren Beantwortung ergibt sich der Bezugsrahmen für strategische Überlegungen. Die Subjekte der Politik, der Gestaltung von Gesellschaft sind grundsätzlich Individuen. Allerdings finden wir handelnde Individuen und damit soziale Handlungen nur in strukturierter Form, meist in irgendeiner geregelten Kollektivität. Ziel dieses Abschnitts ist es, mit der Vielfalt der friedenspolitischen Akteure die Fülle der 'Eingriffsmöglichkeiten' kennenzulernen, deren Kenntnis erst zum 'Mitregieren' in diesem wichtigsten aller Politikfelder befähigt.
Gruppen, Klassen, Bewegungen, Organisationen, möglicherweise ethnische Gruppen, Nationen usw. sind also letztlich die Träger auch von Friedensstrategien und die Träumer von Utopien, von 'Zukunftsszenarien'. Einige Gruppen ('Interessengruppen') haben sich im Streben nach friedlichen gesellschaftlichen Zuständen hervorgetan und oft auch konkrete Utopien entworfen. Die wichtigsten dieser Gruppen und deren Strategien gilt es vorzustellen: das (Bildungs-)Bürgertum; die Arbeiterbewegung; die Frauenbewegung; Christen; Wissenschaftler; die moderne Friedensbewegung; internationale nicht-staatliche Organisationen. Außerdem, meist auf Druck, sind schließlich auch Regierungen von bloßen Befriedungs- zu echten Friedensstrategien übergewechselt.
Die 'Friedensaktivitäten' dieser verschiedenen Trägergruppen und ihre spezifischen 'Friedensvorstellungen' können im folgenden nicht systematisch dargestellt werden. Mit Beispielen soll aber wenigstens ein Panorama der Aktivierungsmöglichkeiten und Bewegungsformen vermittelt werden.